Finderlohn

Das asymmetrische Dach, die Fassade in Holz und Stein, die bodentiefen Glaselemente geben dem kompakten Gebäude einen modernen Anstrich.

Zwei Jahre vergebliches Suchen. Dann entdeckten sie ein Grundstück, eine ehemalige Gärtnerei: überwuchert von Gestrüpp und Mauerresten, ein verfallener Schuppen. Die Fantasie von Karin und Stefan Berger reichte aus, um sich den Wildwuchs als künftiges Eldorado auszumalen.

Ein Jahr und zig glückliche Momente im neuen Haus später sitzt Karin Berger am langen, maßgefertigten Ess­tisch, schaut durch die große Terrassentür hinaus in den Garten und fühlt sich vom Leben verwöhnt. Das Haus, das Grundstück – ein Geschenk des Himmels.


Ein Haus bauen nach eigenen Ideen


Das junge Ehepaar suchte Ruhe und Nähe zur Natur, das bekömmliche Alternativprogramm zur gehetzten Stadt und zu seinem prallen Arbeitspensum. Hier am Rande eines gewachsenen Wohngebiets haben die anspruchsvollen Individualisten ihren Sehnsuchtsort gefunden.

Anfänglich liebäugelte das Paar mit einer Bestandsimmobilie.


Trotz der Ahnung, dass allerhand an Umbau und Modernisierung auf sie zukommen würde, denn den beiden schwebte ein Heim mit offener, moderner Raumstruktur vor. Irgendwann gestanden sie sich ein, dass die Kompromisse ihren Erwartungen zuwiderlaufen würden. Karin Berger: „Einmal hätten wir beinahe einen Bungalow gekauft, der großzügige Grundriss kam meinen Wohnwünschen ziemlich nahe. Doch die Gebäudesubstanz war zu verschlissen.“


Die junge Frau ist in einem Einfamilienhaus aufgewachsen. Ihr Mann Stefan sah in der eige­nen Immobilie eher nüchtern eine langfris­tig sinnvolle wirtschaftliche Investition. Bei der Suche nach dem wohnlichen Ich entschied der Inhaber einer Medienagentur relativ schnell: wenn schon ein Neubau, dann ein Fertighaus. Fertighäuser von renommierten Herstellern punkten mit bewährten Konstruktionen, mit zukunfts­orientierter Haustechnik, mit Gestaltungsfreiheit, mit Kostensicherheit, mit zuverlässiger Bauzeit. Was spricht gegen sie? Nichts.


Das ambitionierte Schwörer-Musterhaus in Fellbach – weiße Holzfassade, versetztes Pultdach, helle Räume bis hinauf ins Obergeschoss – setzte sich alsbald an die Spitze bei den Bergerschen Entdeckungstouren. Doch das Bauamt intervenierte. Für das Baugebiet waren Dachneigung, Dachform und eine Zweidrittel-Klinkerfassade vorgeschrieben. Ade Mus­terhaus-Modell…. Wunderbarerweise führen manche Tiefschläge zu neuen Höhenflügen. Karin Berger: „Wir wurden gezwungen, unsere Wohnbedürfnisse noch einmal zu hinterfragen. Das hat Spaß gemacht, war eine positive Erfahrung auch für unsere Partnerschaft."



Der Sachverstand und die Lust am Dialog mit der Bauherrenschaft von SchwörerHaus auf der einen Seite, die Annäherung der Bergers an den perfekten Lebensraum auf der anderen – so entstehen Häuser, die mehr als eine beliebige Hülle sind. SchwörerHaus durfte sich einmal mehr als geschickter Interpret der Bauvorschriften erweisen. Roter Klinker zum Beispiel entsprach überhaupt nicht dem Ge­schmack des jungen Paares, deshalb schmü­cken die Fassade des Hauses nun weiße Kalksteine. In Kombination mit den Alu-Fens­terrahmen und der grauen Holzverschalung einiger Flächen mutet diese Fassadenkomposition ausgesprochen elegant an. Und auch das amtlich bestellte Satteldach wirkt durch seine Asymmetrie spannender.


Karin Berger deutet auf die Galerie im Obergeschoss und auf die Glasfassade des bis unter das Dach offenen Wohnraumes. „Viel Licht und Weite – das entspricht unserem Empfinden von schönen Räumen. Deshalb auch die großen Fens­terflächen und die Raumhöhe.“ Das flächendeckende Weiß ist ebenfalls kein Zufall, sondern Statement. „Eine weiße Wand anzuschauen suggeriert mir ein Gefühl von Freiheit." Der Boden ist weiß, Fensterrahmen und Sanitärobjekte sind weiß, es gibt keine Bilder an den Wänden, nur vereinzelt eine Vase in Grün oder eine rote Schale.


Kleine Abweichung von der selbst bestimmten Interieurregel in der Küche: Eine Wand, die Arbeitsplatte und die Frühstückstheke zeigen Grau – womit die Gestaltungsidee der Fassade im Hausinneren nochmals aufgegriffen wird. „Dank des reibungslosen Planungs- und Bauablaufs hatten wir Muße, uns ausgiebig mit der Inneneinrichtung zu beschäftigen", resümiert Karin Berger. „Wir wohnen genau so, wie wir es immer wollten."

Wozu auch die Haustechnik mit der Frischluftheizung, die kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung, der geringe Energieverbrauch und die immer frische Luft im Haus gehören.


Mehr zum Thema Häuser von Schwörer

Das zertifizierte „Minergiehaus“ zeigt sich energetisch und optisch von der minimalistischen Seite.

Kubus trifft Denkmal

Beim Haus von Marianne und Iwan Schneider hatte das Denkmalamt ein Wörtchen mitzureden. Gemeinsam mit SchwörerHaus...

Die Teilfassade aus Douglasienlamellen in Opak war ein Wunsch von Michael Larisch – und Ehefrau Diana kompromissbereit.

Urlaub, Liebe...Haus!

Mit ihrem Schwörer-haus haben sich Diana, Michael und Emily Larisch ihren Mittelpunkt der Welt geschaffen. Von dem...

Mehr zum Thema Moderne Fertighäuser

Einfamilienhaus „Young und Creative 255“ von Haas Fertigbau

Zwei in Einem - „Young und Creative 255“ von Haas Fertigbau

„Leben wie es mir gefällt“ heißt bei dem neuen Musterhaus von Haas Fertigbau: es vereint Wohnen und Arbeiten und...

Haus „ICON TRE 130“ von Dennert

dennert / icon tre 130

Vor Ort soll es schnell gehen, die Kosten müssen überschaubar bleiben und trotzdem möchten wir unsere eigenen...

Mehr zum Thema Einfamilienhäuser mit Klinkerfassade

Mit verputzter Fassade: Landhaus "Friesenhaus 155" von ECO System Haus

eco haus / friesenhaus 155

Ursprünglich hatten sich die Bauherren auf ein altes Bauernhaus kapriziert, aber die Aussicht, künftig mit hohen...

Das Weiß von Fenstern, Dachsparren, Erker und Türen kontrastiert das Klinkerrot. Das Haus wirkt sympathisch vertraut. Foto: GUSSEK HAUS

In aller Offenheit

Weiter Horizont, das Netz der Kanäle, Klinkerhäuser. Typisch niederländisch. Eine Affinität zu Klinkern hat auch...

Mehr zum Thema Hausbau Erfahrungen

Die großen Fensterfronten zur Gartenseite machen doppelt Sinn: als Lichtfänger und als Rahmen fürs Naturschauspiel.

Glück in Varianten

Zwei Bauherrenfamilien mit hohen ästhetischen Ansprüchen, zwei gegenüberliegende Grundstücke in Eriskirch am...

Im weitläufigen Wohn- und Küchenbereich mit Theke wird gern mit Freunden und Verwandten gekocht.

Wenn der Berg ruft

Wer träumt nicht von einem Zuhause mit mehr Sonnenstunden als anderswo, dem Skilift nebenan und einer Brise...

Das dicke deutsche Hausbuch 2012 (2. Auflage)

Das dicke deutsche Hausbuch 2012 (2. Auflage)

Alles über gute Einfamilienhäuser. Die wichtigsten Schritte auf dem Weg ins eigene Haus. Architekturentscheidungen,...