Häuser mit Familiensinn
Einfach „Kind 1“, „Kind 2“ in einen Grundrissplan zu schreiben, schafft noch keine Nestwärme. Was kann man tun,...

Stressfreies Familienleben im Haus setzt vor allem genügend Platz voraus?
Dirk Adam: Als Vater von drei Kindern kann ich bestätigen – es gibt eigentlich nie genug Platz im Haus. Abstellräume, Abseiten, begehbare Schränke sind Begriffe, die banal erscheinen, aber eine große Bedeutung für den familiären Frieden haben. Unordnung oder Unbequemlichkeiten, um Ordnung herzustellen, sind nicht zu unterschätzende Stressfaktoren. Die Architekten von LUXHAUS nehmen sich daher viel Zeit, harmoniefördernde Lösungen für solche alltäglichen Grundbedürfnisse zu finden. Grundrissgröße, Kinderzahl und Lebensgewohnheiten sind variable Größen, die ein kreatives, fürsorgliches Feintuning erfordern.
Das ist keine Frage von Quadratmetern?
Dirk Adam: Mehr Größe automatisch mit mehr Komfort gleichzusetzen, halte ich für einen Trugschluss. Ich schaffe ohne Probleme auf 130 Quadratmetern intelligente Lösungen, die allen familiären Anforderungen bestens gerecht werden – sogar fast ohnefinanziellenMehraufwand.
Zum Beispiel?
Dirk Adam: Viele Bauherren nehmen anfänglich Kurs auf ein kleines Gäste-WC ohne Dusche. Eine Fehlplanung, die sich spätestens mit der Pubertät der Kinder rächt – die dann gern ein eigenes Bad hätten, bei dem der Papa morgens nicht entnervt an der Tür klopft. Und wenn Gäste im Haus sind, müssen Zweitbadbesitzer vor dem Schlafengehen nicht extra den Zeitplan für die Morgentoilette festlegen. Ein kleines Zweitbad braucht nur 1 Quadratmeter mehr Raum für die Dusche. Im Nachhinein Wände zu verrücken und neue Installationen zu legen kostet dagegen richtig Geld.
Individuelle Zonen zu schaffen, ohne in kleinteilige Raumstrukturen zu verfallen – wie ist dieser Spagat lösbar?
Dirk Adam: „Entzerren“ lautet einer der Schlüsselbegriffe. Denken Sie nur an den Eingangsbereich, wo es schnell mal zu Gedränge kommt. Sobald mehr als drei Personen unter einem Dach leben, sind einfach ein paar Quadratmeter mehr Garderobenfläche nötig. Das können unauffällige Nischen zum Verstauen sein, die in keiner Weise die Großzügigkeit des Wohnbereichs beeinträchtigen. Kommunikations- und Rückzugsmöglichkeiten, etwa bewegliche Sitzmöbel oder eine breite Fensterbank, schaffen kleine Zonen im Haus, in die sich Kinder ähnlich wie beim Spielplatzbesuch nach Lust und Stimmung begeben können. Für Geschwister sollten Kinderzimmer unbedingt gleich groß geplant werden. So kann auch später unkompliziert im Haus rotiert werden.
Apropos Rotation: Irgendwann finden Kinder ihr Zimmer neben dem elterlichen Schlafzimmer nicht mehr schick.
Dirk Adam: Damit ein Haus auf alle künftigen Konstellationen reagieren kann, ist es ideal, wenn man einen Raum mehr einplant, als anfänglich benötigt wird. Das klingt im ersten Moment verschwenderisch, macht aber Sinn: Ein zusätzliches Zimmer im Erdgeschoss kann beispielsweise eine Zeit lang als Arbeits- und Gästezimmer dienen. Wenn der Nachwuchs mehr räumlichen Abstand zu den Eltern wünscht, bietet sich ein Zimmertausch an. Wird dieser Zusatzraum im Erdgeschoss gleich mit vorbereitetem Wasseranschluss und Zugang zum Bad geplant, lässt er sich noch später sogar als separierter Wohnbereich, etwa für die Großeltern, nutzen. Solche Varianten sollten schon bei der Planung des Hauses diskutiert werden.
Das flexible Konzept
Unkonventionell, aber konsequent: Diese LUXHAUS-Planung (siehe Grundriss) ist ideal für junge Erwachsene, die noch bei den Eltern wohnen wollen. Ihnen steht das gesamte Dachgeschoss mit eigenem Küchen-, Ess- sowie Badbereich nebst Ankleide zur Verfügung. Die Eltern im Erdgeschoss haben vom Schlafzimmer aus Zugang zu einem kleinen, aber voll ausgestatteten Bad.
Sie könnten anfangs auch in einem der oberen Zimmer schlafen, solange der Nachwuchs noch klein ist. Wenn der endgültig auszieht, bietet sich das Dachgeschoss als Einliegerwohnung an. Wie sich das Leben auch fügt – bei dieser Raumplanung ist kein teurer Umbau notwendig.