Energiesparender Wohnpark

Von Haacke-Haus geplant und gebaut, ist die naturverbundene Siedlung heute gut eingelebt und gewachsen - und beispielhaft in Deutschland.

Der Wohnpark „An den Fuhseauen“ ist nicht nur für Celle zur ersten Adresse geworden. Von Haacke-Haus geplant und gebaut, ist die naturverbundene Siedlung heute gut eingelebt und gewachsen - und beispielhaft in Deutschland. Eine Keimzelle Zukunft, wie auch ein Folgevorhaben bei Berlin zeigt. Wiederum von Haacke.

Naturnahes, energiesparendes Bauen sichern viele Unternehmen zu. Doch oft hält dort, wo Werbung „Naturnähe“ verspricht, die Realität in Wahrheit nur die Hälfte. Bereits das macht den Wohnpark „An den Fuhseauen“ in Celle zur Ausnahme.


Die Siedlung „Im Werder“, wie sie von ihren Bewohnern genannt wird, liegt nur gut 1.000 Meter von der famosen Fachwerk-Innenstadt entfernt. Auf einem Baugebiet von 16.000 Quadratmetern und angrenzendem Vogelschutzterrain mit Wiesen und Hecken, Feldern und der Fuhse hat das Familienunternehmen Haacke eine nun komplette Anlage für 32 Einfamilienhäuser geschaffen – ein mustergültiges Projekt für Celle wie für Deutschland. Die Firma ist Marktführer im modernen Fachwerkbau und Pionier im energie- und ressourcenschonenden Bauen. Ohne sie gäbe es den Wohnpark nicht. Inzwischen ist er eingewohnt, eingelebt und aufs Schönste eingewachsen.


Landleben citynah


Das Gelände wurde einst vom Militär, später vom Technischen Hilfswerk genutzt. Als die Sanierung anstand, nahm Haacke sie in die Hand. Die Firma erwarb das Land, erledigte alle Erschließungsarbeiten, siebte den Boden, beseitigte Zivilisationsmüll, legte Wohnstraßen und Wendeschleifen, Fuß- und Radwege an. Das Ambiente ist entspannt, gediegen und antiprotzig. Zäune, soweit gestellt, dienen mehr dem Schmuck denn demonstrativer Abtrennung. Holzfassaden sind aus Lärche. Naturbelassen, weiß oder rot, tauben- und königsblau. Die Fensterrahmen und -kästen Ton in Ton oder im Kontrast zur Hausfarbe.

Respekt vor der Umwelt meint hier oft innere Werte. Manch anderes ist erkennbar. Im Wohnpark ist zum Beispiel ausgemacht:


  • rote Ziegel für alle Dächer,
  • Fassaden aus Holz oder Mineralputz,
  • kein Chemiedünger oder -pflanzenschutz,
  • nur heimische Gewächse,
  • alle Hauswände diffusionsoffen, ohne die Dampfbremsen-Folie, die in Wänden und Dachstühlen sonst üblich sind.


Nicht jeder hat die Richtlinie in allen Punkten befolgt. Doch in den meisten Fällen wuchs mit den Pflanzen auch das Verständnis. Carla Lottmann (35) etwa, die Diplommusikerin, die aus Berlin stammt, mit ihrem Mann Werner und zwei Kindern seit vier Jahren „im kleinsten Haus der Siedlung“ wohnt, gefiel von Anfang an, „dass Zäune unter 1,50 Meter bleiben sollten, um im Park auch von daher keine Enge entstehen zu lassen“. Frau Lottmann spricht von einer „wunderschönen Wohnlage“. Davon, dass das Raumklima in ihrem mit Lärche verschalten Haus mit Wärmerückgewinnung „einsame Spitze“ und die Nähe zum Stadtzentrum so günstig ist, „dass wir kein Auto brauchen“.


Birgit Kirschning und ihre Familie leben seit 2001 „Im Werder“ und gehören zu den ersten Bauherren. Sie schätzt die positiven Wirkungen ihres Niedrigenergiehauses („wir bezahlen nicht mehr als manche für eine Wohnung“), vor allem jedoch „die gute, entspannte Atmosphäre und den enstandenen, erfrischenden Generationenmix im Wohnpark“.


Das Nachbarschaftsklima erleben alle als angenehm. Carla Lottmann: „Wenn ich jemand wegen der Annahme unserer Post bitten müsste, fielen mir auf Anhieb drei, vier Nachbarn ein, die ich fragen könnte. Oder: Statt alles nur für sich anzuschaffen, teilen sich mehrere Familien Rasenmäher oder Häcksler. Ob das ökologisch ist, weiß ich nicht. Wohlbefinden erzeugt es. Michael Reich ist Professor für Landschaftsökologie und Naturschutz an der Uni Hannover und gleichfalls „Im Werder“ zu Hause.


Er weiß, dass der Begriff „Ökologie“ wissenschaftlich und wertfrei nichts anderes als die Wechselwirkungen zwischen den Lebewesen und ihrer Umwelt beschreibt. An Genauigkeit gewöhnt, redet er deshalb ungern von „ökologischem Bauen“, sondern spricht im Interesse der tatsächlichen Ziele lieber von „umweltbewussten und ressourcensparenden Bauweisen“.


Doch auch Professor Reich betont die Energieeffizienz der Häuser im Werder („wenngleich der Stand der Technik heute schon wieder noch mehr hergeben würde“) und setzt hinzu: „In punkto ressourcenschonendes Bauen ist das Baugebiet verglichen mit denen im Stadtrandbereich und im dörflichen Umland sehr gut, was die Flächeninanspruchnahme betrifft. Es wirkt der Zersiedlung der Landschaft entgegen und erzeugt keine zusätzlichen Verkehrsströme. Auch die Einbindung in die Fuhseaue ist sehr gelungen.“ Die Häuser sind ebenfalls gut, verbrauchen sie doch wenig Energie. Eine wichtige Voraussetzung hierfür war die vernünftige Dämmung, zum Beispiel mit Zellulose oder Mineralwolle.



Muster voller Wert


Auch die Bauherren haben unterschiedliche Ansprüche an ökologisches Wohnen. Für Sabine Rahn, in einer Stadtvilla daheim, spielten solche Überlegungen keine Rolle. Aber da sie das zweite Mal mit Haacke bauten, war sie sich „der wohngesundheitlichen Unbedenklichkeit unseres Hauses sicher“. Ihre Stadtvilla trägt Mineralputz, unter dem weder Styropor noch Mineralwolle Platz fanden, sondern Kork ruht. Eine geputzte Fassade, sagt sie, pflege sich besser. Andere, wie Lottmanns, Reichs oder Titgemeyers, haben sich für eine Holzschalung entschieden. Diese Holz-Frage scheidet auch „Im Werder“ die Meinungen. Der eine stört sich am verblassenden oder nachdunkelnden Holz. Der andere mag genau das.


In einem Punkt sind die Geschmäcker sich eins: in ihrer Zufriedenheit mit Haacke. Das berentete Lehrerehepaar Ludwig und Christel Nocke hebt die „Verlässlichkeit des Baupartners“ hervor und nennt die Zusammenarbeit mit der Firma „ausgezeichnet. „Bei einem Problem genügt ein Anruf, und die Haacke-Leute sind da.“ Professor Reich sieht im Wohnpark „ein sehr gelungenes Beispiel für die Folgenutzung innerstädtischer Brachflächen“ durch Haacke.


Anfügen ließe sich, dass die Firma keine Eintagsfliegen mag: In Dallgow-Döberitz am Westrand Berlins errichtet dasUnternehmen, das Bauen „mit Respekt vor der Schöpfung“ (Geschäftsführer Detlef Bühmann) betreibt, derzeit ein weiteres „ökologisches Wohnquartier“. Celle ist also kein Muster ohne Wert. Vielmehr ein anziehendes Beispiel.


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