Einbruch hat Konjunktur – Wie sicher ist Ihr Haus?

Foto: djd/Deutsche Versicherungswirtschaft

Die Zahl der Einbrüche steigt seit Jahren kontinuierlich an. Dennoch schützen viele Hausbesitzer ihr Eigentum nicht gut genug. Und die Vorstellung, dass Einbrecher nur in der Dunkelheit zuschlagen, stimmt schon lange nicht mehr. Sie kommen auch am helllichten Tag.

Nur gut ein Prozent der Haushalte in Deutschland verfügt über ein Alarmsystem, schätzt der Sicherheitsexperte Ralf Mikitta von Micycle. „Den Tätern stehen damit buchstäblich Tür und Tor offen.“ Auch Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) pflichtet bei: „Viele Häuser sind nicht ausreichend gegen Einbruch gesichert.


Dabei kann der Einsatz von Sicherheitstechnik in vier von zehn Fällen die Straftat verhindern.“ So sollten Fenster und Türen im Erdgeschoss mit Spezialschlössern geschützt werden, denn drei von vier Einbruchversuchen erfolgen über Terrassentüren oder Fenster im Erdgeschoss. Das besagt eine Statistik des Landeskriminalamts Bayern.


„Hauseigentümer benötigen keineswegs überdimensionierte Alarmanlagen, sondern brauchen gezielten Schutz an den neuralgischen Punkten“, erläutert Ralf Mikitta. Sinnvoll sei es, mechanische und elektronische Systeme zu kombinieren: „Für den Lichtschacht zum Keller genügen oft schon zwei stabile Eisenstangen, während die Terrassentür oder das Küchenfenster im Erdgeschoss elektronisch gesichert werden sollten.“


Um die passende Lösung zu finden, empfiehlt Mikitta eine fachmännische Beratung. Bewährt sind Systeme, die auf Funkbasis arbeiten, wie beispielsweise die „Listener V7“. Sie können exakt zwischen natürlichen Bewegungen und Geräuschen sowie außergewöhnlichen Ereignissen unterscheiden.


Grundsätzlich gilt: Wer sich für eine Alarmanlage entscheidet, sollte sich an einen Fachbetrieb wenden. Denn Alarmanlagen zum Selbsteinbau können sich im Ernstfall als nutzlos erweisen – das ergab auch eine Studie der Stiftung Warentest („Test“, Heft 6/2013): Alle fünf getesteten Alarmanlagensets wurden den Anforderungskriterien nicht gerecht.


Wichtige Hinweise auf geprüfte Sicherheit gibt beispielsweise das VdS-Prüfsiegel. „Nur zertifizierte Sicherheitstechnik schützt zuverlässig. Und die muss vom Fachmann geplant, eingebaut und gewartet werden“, sagt Sicherheitsexperte Alexander Kurz vom Hersteller Telenot. Einen erhöhten Schutz für die Haustür bieten integrierte Fingerscanner wie etwa das „Entrasys FD“ in Verbindung mit einer halb- oder vollautomatischen Verriegelung.


Sobald die Tür hinter sich zugezogen wird, dreht der Verriegelungsmechanismus im übertragenen Sinne den Schlüssel um und sorgt dafür, dass das Sicherheitssystem mit den zwei Fallenriegeln die Haustür automatisch absperrt. Neben der Haustür sollten Bauherren auch das Garagentor nicht vernachlässigen: Nicht nur das Auto, auch Fahrräder, Gartengeräte und weitere Wertgegenstände ziehen Langfinger an.


Nicht umsonst gibt es auf dem Markt viele Garagentore, die einen erhöhten Einbruchschutz aufweisen. Umfassenden Schutz vor verschiedenen Gefahren rund ums Haus geben auch Rauchmelder, die sich mit Einbruchssicherungen kombinieren lassen. Gemeinsam schützt eine solche Anlage vor unentdeckten Bränden ebenso wie vor unerwünschten Gästen. Mit integrierten Sicherheitssystemen wie „Protexialio“ von Somfy ist auch eine nachträgliche Installation mit überschaubarem Aufwand umzusetzen.


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