Die Magie der Moderne

Ein Beispiel der Vorarlberger moderne im ländlichen Raum Niederbayerns.

Melina und Ron Felderer haben die Diskussion um eine neue Einfamilienhausklasse aufsehenerregend bereichert – und dem Gesicht der Moderne mit ihrem Sonnleitner-Haus markante Konturen verschafft.

Bauen, auch im Einfamilienhausbereich, lebt von der Aufnahme regional unterschiedlicher Architekturstile. Mediterrane Fliesen fanden so Eingang

in norddeutsche Häuser, Dachformen aus der Alpenregion sieht man im Flachland, südliche Terrassenentwürfe vor mitteleuropäischen Fassaden.


Nicht immer angebracht, manchmal besser gemeint als gemacht, mitunter die Kopie eines Originals, die besser unterblieben wäre. Doch immer gab es auch befruchtenden und kultivierenden Einfluss. Er ist die Hefe, die Fortschritt werden kann. Im Fall des neuen, vor gut einem Jahr bezogenen Einfamilienhauses von Melina und Ron Felderer in Niederbayern hat diese Ausstrahlung ein sehenswertes Resultat hervorgebracht: ein „gradliniges und modernes Haus, das mit seinen Holzfußböden wohnlich und warm ist“, wie es die Hausherren – beide 29, sie Marketing-

Managerin, er Diplom-Ingenieur für Maschinenbau – selbst charakterisieren.


Dass es wurde, wie es ist, hat mit Anregungen zu tun, die Herr Felderer bei einem beruflichen Einsatz in Bregenz am Bodensee sammelte. Bregenz ist die Hauptstadt des österreichischen Bundeslandes Vorarlberg. Bei Kennern gilt Vorarlberg als ein europäisches Zentrum zeitgenössischer Architektur. Natürlich gibt es dort viele traditionelle Häuser. Doch bemerkenswerter ist die auffallend große Zahl öffentlicher Bauten und privater Häuser, die komplett „entjodelt“ auf alle „Lederhosen-und-Edelweiß-Architektur“ verzichten und sich mit klaren Linien und schnörkellosen Fassaden schmücken.


„Wir haben uns bewusst von der Vorarlberger Moderne und ihrem oft praktizierten Kubusstil inspirieren lassen“, so die Freizeitsportlerin Melina (Skilaufen, Tennis). Selbstverständlich wollten die zwei ihr erstes Haus modern und hell haben, aber Ron Felderer verhehlt auch einen Ehrgeiz nicht, der anspruchsvolle Bauherren durchaus ziert: „Mit der Architektur unseres Hauses ein Alleinstellungsmerkmal in der Region zu erlangen.“



Der sportliche Mann, der rund die Hälfte seiner jährlichen Arbeitszeit in Europa und der Welt unterwegs ist und sein Haus gerade wegen dieses hektischen Arbeitsalltags als Pol der Ruhe und Geborgenheit liebt, weiß, dass „solch moderne Bauweise im ländlichen Raum schnell auf Widerstand stoßen kann. Ich finde, dass sich unser Haus gut ins Siedlungsumfeld einfügt, und wenn man sich – wie Melina und ich – seiner Wünsche sicher ist, dann sollte man seinen Weg gehen und nicht immer im großen Strom mitschwimmen.


Wo und wann könnte das angebrachter sein als bei einer Lebensherausforderung wie dem Bau des eigenen Heimes!“ Das hier gezeigte Haus spricht für sich wie für den Stil seiner Bewohner: Melina Felderer: „Offen wohnen – trotzdem geborgen sein. Großzügige Räume – auch dort, wo sich manch anderer unnötig selbst einengt; weshalb wir unser Bad auf 35 Quadratmetern planten. Ein wunderschönes Zuhause schaffen – und nach eigenen Vorstellungen verwirklichen.“


Im Holzhausspezialisten Sonnleitner fanden Felderers einen kongenialen Partner. Anfangs zur Überraschung Ron Felderers. „Ursprünglich beabsichtigte ich Stein auf Stein bauen. Bei Sonnleitner, einem bekannten Namen in der Region, wollten wir daher eigentlich nur ein paar Eindrücke in dessen Musterhäusern in Ortenburg sammeln. Das Sonnleitner-Konzept und seine Vorteile haben uns jedoch so entschieden überzeugt, dass wir uns gern auf den Holzhausspezialisten einließen, obwohl für uns immer klar war: Optisch sollte es nicht als Holzhaus daherkommen.“


Für das Familienunternehmen, dessen Präzisionsruf die Grenzen Bayerns und Deutschlands längst hinter sich gelassen hat, war das ebenso wenig ein Problem wie Felderers Wunsch nach einem Flachdach. „Aus optischen Gründen und wegen des Raumgewinns in der oberen Etage kam nur so eins in Frage.“ Trotz mancher Bedenken anderer Bauherren in puncto Dichtigkeit und Langlebigkeit haben Melina und Ron auch diese Entscheidung nicht bereut: „Wir hielten ein Flachdach für unseren Stil für unerlässlich, und Sonnleitner hat uns keinerlei Grund für Besorgnisse geliefert.“


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