Das Plusenergiehaus - Energieerzeuger

Wohnhaus von Sandra, Christian und Martin Rouselle - Besitzer eines Weber-Plusenergiehauses in Aachen

"Plusenergie bietet ein architektonisches und ökologisches, ein soziales und wirtschaftliches Konzept mit vielen Facetten und Möglichkeiten“, sagt Architekt Rolf Disch, Inhaber des Büros Rolf Disch Solararchitektur. Dieser Haustypus verfügt über eine positive Energiebilanz: Es wird mehr Energie erzeugt als verbraucht.

Der 100-prozentige Einsatz regenerativ erzeugter Energie, ein emissionsfreier Betrieb und die Einspeisung von Solarstrom in das öffentliche Netz gehören ebenso zum Konzept wie die Verwendung natürlicher Baustoffe. Ein typisches „Plusenergie“-Wohnhaus hat auf dem Dach eine möglichst großflächige Photovoltaikanlage. Die solarthermischen Kollektoren einer zusätzlichen Solaranlage erwärmen das Brauchwasser.


Der Dachüberstand dient in altbewährter Weise zur Abschirmung des Gebäudes vor der hohen Sommersonne, während die Strahlen der Wintersonne tief ins Gebäudeinnere eindringen. Eine hochgradig lichtdurchlässige, infrarotreflektierende Dreifach-Verglasung an der Südseite hält die Wärme zugleich im Haus. Dabei ist die gesamte Gebäudehülle wärmebrückenfrei gedämmt und dicht abgeschlossen. Ein Lüftungssystem ermöglicht eine permanente Frischluftzufuhr bei nur geringem Wärmeverlust. Es besteht die Möglichkeit, mit Phase-Changing-Material in den Innenwänden die Gebäudemasse als thermischen Speicher zu aktivieren.


Unterm Strich lässt sich feststellen: Das „Plusenergiehaus“ kombiniert die passive Nutzung von Sonnenenergie mit aktiven Systemen zur Erzeugung solarer Energie für Strom und Wärme.


Vorteile „Plusenergiehaus“:


  • Statt Nebenkosten haben die Bewohner „Neben-Einnahmen“. Von den steigenden Energiekosten sind sie nicht betroffen.
  • Alle Haupträume sind nach Süden hin ausgerichtet und somit auch besonders hell.
  • Es werden nur gesunde Baumaterialien, wie zum Beispiel Holz, verwendet. PVC oder andere Materialien mit gesundheitsschädlichen Emissionen sind tabu.

Nachteile „Plusenergiehaus“:


  • Die relative Luftfeuchtigkeit kann bei sehr kalten Außentemperaturen und dem Betrieb von Lüftungsanlagen auf unter 30 Prozent sinken. Ausgleich können jedoch Grünpflanzen und Luftbefeuchter (Zimmerbrunnen) schaffen, oder man schaltet die Lüftungsanlage zeitweilig aus.
  • Die Investitionskosten für Fenster, Dämmung und Lüftung sind zunächst höher, werden aber zum teil dadurch kompensiert, dass der Einbau einer Heizung entfällt.
  • Solaranlagen altern. Nach 25 bis 30 Jahren müssen sie ersetzt werden – nochmals steht eine größere Investition an. Außerdem ist die Leistung einer solchen Anlage stark von der Sonneneinstrahlung abhängig.

Dr. Tobias Bube, Büro Rolf Disch Solararchitektur


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