Das 10-Punkte-Konzept: So wird ein Haus zum Plusenergiehaus

Das 10-Punkte-Konzept: So wird ein Haus zum Plusenergiehaus (Foto: ROTO)

Zahlreiche Fachleute sind sich einig: Die Energieversorgung der Zukunft wird dezentral erfolgen. Hausbesitzer sind also gut beraten, wenn sie im eigenen Kraftwerk wohnen, wenn also das Haus die Energie produziert, die es im Laufe eines Jahres verbraucht.

Dieser Plusenergiestandard wird den Hausbau der Zukunft bestimmen. Wer neu baut, kann sich bereits für klug durchdachte Konzepte entscheiden. Wer da genau Bescheid weiß, fährt natürlich am besten. Wir haben alle wichtigen Gesichtspunkte zusammengestellt, auf die man als künftiger Bauherr achten muss.


1. Die Haushülle

Sie muss hochgedämmt, luftdicht und so kompakt wie möglich sein. Mindestens der Effizienzstandard KfW 70 ist erforderlich, besser KfW 55 oder sogar KfW 40. Dreifach wärmeschutzverglaste Fenster sind Pflicht.


2. Die Stromerzeugung

Die elektrische Energie wird durch Photovoltaik erzeugt. Sie lässt sich durch Windenergie unterstützen, die auch bei Dunkelheit Strom liefern kann. Solar- und Geothermie lassen sich ergänzend einsetzen.


3. Die Belüftung

Zur Energie sparenden automatisierten Belüftung stehen zwei Systeme zur Verfügung: einerseits eine zentrale automatisierte Wohnraumbelüftung mit Wärmerückgewinnung, die der Abluft bis zu 90 Prozent der Wärme entzieht und an die Frischluft weitergibt, andererseits sensorgesteuerte Fenster mit Stellmotoren.


4. Die Gewinnung von Heizenergie

Sie stützt sich auf Energiesparende, nicht-konventionelle Heiztechniken mit Hilfe von Wärmepumpen. Hier sind sowohl LuftLuft-, Luft Wasser- und/oder Erdwärme vorstellbar.


5. Die Verteilung von Heizenergie

Um mit geringster Vorlauftemperatur effektive Wärmezufuhr in die Haushülle sicherzustellen, sind Niedrigtemperatur-Flächenheizungen unabdingbar. Sie können im Fußboden und/oder in Wänden eingebaut werden.


6. Die Hausgeräte

Im ganzen Haus muss natürlich mit ausgewiesenen Stromsparern gearbeitet werden. Das gilt für den Kühlschrank ebenso wie für die Geschirrspülmaschine. Akzeptabel ist allein energieeffiziente Hausgerätetechnik der Klassen A++ oder A+++.


7. Die Beleuchtung

Verschiedene energieeffiziente Systeme sind denkbar: Enegiesparlampen, LEDs und Niedervolt-Halogensysteme.


8. Das Energiemanagement

Um zuverlässig die richtige Entscheidung zum Energieverbrauch sowie zur Ent- und Belüftung zu treffen, muss ein intelligentes, sensorgesteuertes Energie- und Haustechnik-Management installiert sein.


9. Die Energiespeicherung

Um einen ausreichenden Energiepuffer zur Verfügung zu haben, der den Strom-Eigenverbrauchsanteil vergrößert, muss eine entsprechend leistungsfähige Hausbatterie installiert sein, die überschüssige Energie aufnimmt und bei Bedarf wieder abgibt. Eine solche Speicherfunktion kann auch ein Elektroauto übernehmen, das darüber hinaus natürlich auch für Mobilität sorgt.


10. Die Energiebilanz

Alle zuvor genannten Punkte tragen am Ende zu einer positiven Energiebilanz bei. Erst wenn ein Haus im Jahresvergleich mehr Energie produziert als es verbraucht, darf man es Plusenergiehaus nennen.


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