Englisches Landhaus "Jaqueline" von Christianus

Romantisches Landhaus nach englischer Art – "Jaqueline" von Christianus

Romantiker sind fast immer Individualisten und manchmal sehr hartnäckig. Die Berliner Jacqueline und Jens Eggert wollten ihr erstes Haus unbedingt ländlich-sittlich, nostalgisch-englisch und in jedem Falle handwerklich meisterhaft. Mit dem Innovationsbüro Christianus haben sie‘s geschafft. Welcome home!

Das war eine Überraschung. Damit war im brandenburgischen Woltersdorf, am Südostrand Berlins, nicht ohne Weiteres zu rechnen: ein neues Haus in einem reich bewachsenen Garten, das seine Besitzer in eine englische Exklave auf preußischem Grund verwandelt haben. „Merry Old England“ ist ein auch im Deutschen recht geläufiger Begriff Er beschreibt ein idyllisches, selbstverständlich stark idealisiertes Landleben aus dem englischen Bilderbuch der vorindustriellen Zeit – malerische Häuser mit Stroh gedeckt, weidendes Vieh, a nice cup of tea, traditioneller Sonntagsbraten, Gastwirtschaften inmitten von sattem Grün ...


Jacqueline und Jens Eggert sind moderne Menschen mitten im Leben. Er Elektronikmeister, lange in einem großen Konzern beschäftigt, nun „freischaffender Holzwurm“ mit einem Händchen für Einbaumöbel noch in den unwahrscheinlichsten Abmessungen. Sie im öffentlichen Dienst. Beide wissen um das Nostalgische ihrer häuslichen Vorliebe. Aber Frau Eggert, die vorerst als Hobby auch einen kleinen Verkauf von Accessoires für Haus und Garten (www.land-leben-eggert.de) betreibt, und ihr jungenhaft sympathischer Ehemann bekennen sich ausdrücklich zu ihrer romantischen Neigung. Sie befürchtet, dass sie „sowieso im falschen Jahrhundert lebt“. Er, der nicht minder zupacken und Probleme lösen kann, sagt, dass er „tief drinnen nicht der ganz harte Hund“ sei.


Die Ex-Berliner, die heute mit Sohn Paul und Golden Retriever „Orell“ ihr Landhaus am Rande der Metropole bewohnen, wollten ein massives, handwerklich auf hohem Niveau gefertigtes, ihren – auch ausgefallenen – Gestaltungswünschen entgegenkommendes, gleichzeitig selbstverständlich technisch anspruchsvolles Haus. Merry Old England ja, aber bitte mit Sahne! Deshalb war ihnen eine Fußbodenheizung angenehm. Und eine kanadische Kochmaschine, die zwar zum romantischen Bild der Country-Kitchen passt, aber mit dem sechsflammigen Gasherd und der Elektronutzung „im Bauch“ zeitgemäßes Kochen erlaubt. Eine englische Badewanne im Look der viktorianischen Ära ist ebenso Wunschobejekt wie die original englischen Waschbecken samt schmiedeeisernen Ständern, Spiegelrahmen und Toiletten-Spülkasten von der Insel, doch in Kombination mit Decken-Spotlights und moderner Glasdusche. Eggerts wollten einfach das beste zweier Welten.


Gemeinsam mit dem INNOVATIONSBÜRO Christianus, dem Projektentwickler, und der Firma Schmitz Bau aus Niedersachsen, ist es ihnen so gut gelungen, dass Eggerts für den Fall eines nochmaligen Baus in Zukunft ihn nur mit diesen Partnern verwirklichen würden. Ausgeschlossen ist das übrigens nicht, denn, so Jens Eggert, „eigentlich wollen wir noch weiter hinaus aufs Land. Meine Frau und ich sind darin sehr von den Großeltern geprägt, die auf dem Land lebten. Und beim nächsten Mal will ich noch einen zweiten Kamin im Obergeschoss haben bzw. die Deckenhöhe im Wohn-, Ess- und Küchenbereich, heute 2,70 Meter, wieder absenken. Wir haben neulich bei einem unserer England-Besuche so ein schönes Cottage mit einer gemütlich niedrigen Decke gesehen. Das wär‘s ...“.



Alle Küchenmöbel, Ess- und Couchtisch, den Kamin und die Innentüren hat der Hausherr gebaut, oft nach historischem Vorbild. Das war sein Beitrag zur Schaffung eines Hauses, das vom Entwurf bis zur Ausstattung ein Einzelstück geworden ist. Hierin trafen sich Eggerts und ihr Hausanbieter. Dipl.-Ing. Ingolf Christianus hat es entworfen, nachdem sich Eggerts in ein Musterhaus von Christianus und Schmitz Bau verguckt hatten. Man merkt dem blonden, sympathischen Baumeister an, wie wichtig ihm zufriedene Hausherren sind. Ingolf Christianus zielt nicht nur auf Familienhäuser „mit vielen besonderen Ausstattungsmerkmalen – bei den Eggerts etwa sind alle Vollholz-Sprossenfenster stilgerecht nach außen zu öffnen“, sondern sorgt vor Baubeginn dafür, dass die Kunden auch mehrere Referenzhäuser anschauen können.


Eggerts war solches Herangehen nur recht. „Jens und ich waren uns nach vielen Gesprächen absolut einig, was wir wollten. Andere gehen joggen. Wir sind oft in Fachmärkte und Musterhäuser gegangen. Und ich habe die Erfahrung gemacht, es ist besser, mit der Verwirklichung eines Einzelwunsches etwas zu warten, als mit einem Schnellschuss faule Kompromisse einzugehen. Deshalb haben wir zum Beispiel nicht zeitgleich zum Einzug eine Fertiggarage hingestellt, sondern erst später, passend zur Architektur des Hauses, das Nebengebäude mit Werkstatt und Verkaufsraum errichtet.“


Wie planmäßig, ja hartnäckig die Berliner an ihrem Landhaus-Traum arbeiteten, zeigt ein Abenteuer, das Ostern 1999 stieg: „Mit unserem alten Golf und einem überdachten Anhänger“, erzählt die warmherzige, unternehmungslustige Frau, noch immer ungläubig lächelnd, „sind wir nach Belgien, von dort per Fähre nach Dover. Dann eine Woche durch England. Viele der Originalstücke, die heute im Haus sind, haben wir bei der Tour gekauft. Mehr als einmal staunten die englischen Handwerker, dass Deutsche zu solchen Expeditionen fähig sind.“ Ihr Mann wirft ein, dass manche Dinge, die ihnen wichtig waren, in Deutschland einfach nicht zu haben waren. „So schön gebürstetes Nickel habe ich bisher nur auf der Insel gefunden“, sagt er und gesteht, dass die vielen Fahrten bisher ein Ziel immer links liegen ließen: London. „Wir lieben eben das Land, nicht die Großstädte“, schmunzeln die beiden Old Englander.


Reiner Oschmann, Fotos: Hans-Christian Plambeck

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Zahlen und Fakten

AnbieterINNOVATIONSBÜRO Dipl.-Ing. Ingolf Christianus
EntwurfJaqueline
Fläche138.00m²
DachNiedersachsen-Dach, Neigung 47 Grand
WandFachwerk ausgefacht mit Klinkern, Dämmung mit Mineralwolle, Hintermauerung mit Hochlochziegel
Ausstattung/
Vorzüge
 
Brennwerttechnik, Fußbodenheizung, Kaminzug
Extrasoginal Eichenfachwerk, Eichentreppen, Holzbalkendecke, Echtholz-Sprossenfenster nach außen öffnend,
Maße9,00 x 10,50 m
AngebotPreis auf Anfrage

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