Büros in Blomenburg: Das bewegte Haus

Blomenburg: Haus Lina

Die bezaubernde Blomenburg in Schleswig-Holstein lädt Familien und Singles, Junge und Jung­gebliebene, Eigentümer und Mieter ein, auf schönen Bauplätzen am Landschaftspark einen Wohn-Ort der Lebensart entstehen zu lassen. Gebaut werden soll mit besten Architekten. Wir haben drei Büros nach ersten Entwürfen befragt.

Haus Lina, das wir hier mit einigen Auf­nahmen vorstellen, haben die Blomen­burg-Planer von der Wiener caramel architekten zt gmbh für Interessenten auf dem Blomenburg-Gelände in Betracht gezogen.


Der Entwurf, der von dem österreichischen Team als Ergänzungsbau auf einem Grund­stück in Oberösterreich ausgeführt wurde, ist ausdrücklich „nicht für die Ewigkeit“ konzipiert worden. Aber für einen Ort der Lebens­art mit einzigartig individuellen wie l(i)e­bens­werten Häusern in umweltbekömmlicher Wei­se ist „Lina“ ein Denk­anstoß. Günter Ka­therl von caramel architekten: „Wir haben das Haus nicht für die Investoren von Blo­men­burg entworfen. Umgekehrt hat Blo­men­burg es für sein Projekt ausgesucht. Das kann ,Haus Lina‘ auch leisten: Es ist leicht, quasi mobil, sehr flexibel und mannigfaltig einsetzbar.“



Den Initiatoren, die hier an junge Bauinte­res­senten beziehungsweise an Künstler dach­ten, die sich vielleicht in einem Wohn­atelier sehen, gefallen augenscheinlich Funk­tionalität und Schlichtheit des Ent­wurfs. Architekt Katherl: „Als Selbstbau soll es zeigen, wie einfach und günstig Bauen sein kann. Auch die Mate­rialität geht in diese Richtung: einfachster Holzriegelbau, um­hüllt mit einer Haut aus glasfaserverstärkter PVC-Mem­brane, wenn man so will, ganz normaler Lkw-Plane.“


Die Gesamtkonstruktion von ,Lina‘ geht von beschränktem Bauplatz und begrenzten Fi­nanzressourcen, von rascher Bauzeit und der Überlegung aus, das Haus je nach Lebens­situation umweltfreundlich wieder zu entfernen oder aber zu erweitern – ein Haus gleichsam, das sich recken, strecken oder wie­der verstecken kann. Den Grundsatz des Blomenburg-Projekts, Individualisten mit Gemeinsinn wahlverwandtschaftlich zusammenzubringen und die Fra­ge, welche Mög­lichkeiten Architekten haben, dieses Ziel zu unterstützen, kommentiert der Architekt mit den Worten: „Die menschliche Entwicklung lehrt uns, dass wir abhängig sind von unserem Wissen und unserer Erfahrung. Je mehr individuell gefertigte Häuser errichtet und erlebbar werden, desto mehr Menschen werden dadurch das notwendige Wohnwissen erlangen. Wenn nun eine Samm­lung solcher Gebäude auf überschaubarem Raum erfolgt, entsteht ein Hort des Wissens.“



Zur Umweltverträglichkeit des Entwurfs räumt Herr Katherl ein, dass er „per se nicht um­weltverträglich im herkömmlichen Sinn geplant“ worden sei. „Allerdings ist das Pro­jekt als Holzbau (natürliches Element) im Allgemeinen und durch die Erfahrung, dass es fast ohne Heizung auskommt, sicher als umweltverträglich einzustufen.“


Keinen Zweifel hat der Architekt, dass die Arbeit von seinesgleichen etwas zur „Che­mie" der künftigen Bewohner in einem Wohngebiet wie Blomenburg beitragen kann. Mit einem Anflug von Wiener Schmäh gibt sich Günter Katherl vollkommen überzeugt. „Sie können nicht nur, sie werden ganz sicher auch ...“


Das dicke deutsche Hausbuch 2012

Alles über gute Einfamilienhäuser. Die wichtigsten Schritte auf dem Weg ins eigene Haus. Architekturentscheidungen,...