Baubiologisch veredelt

Einfamilienhäuser von Baufritz setzen als innovative Verknüpfung baubiologischer, ökologischer und energieeffizienter Architektur in der Branche immer wieder die Maßstäbe nachhaltigen Bauens.

Energie sparen ist gut. Dämmen bis zum Umfallen nicht. Es gibt Alternativen: Einfamilienhäuser von Baufritz setzen als innovative Verknüpfung baubiologischer, ökologischer und energieeffizienter Architektur in der Branche immer wieder die Maßstäbe nachhaltigen Bauens. Ein Gespräch mit den Geschäftsführern Dagmar Fritz-Kramer und Helmut Holl.

Was bedeutet ökologisches Bauen heute?

Dagmar Fritz: Zukunftsfähig und nachhaltig dem überkommenen Standard voraus zu sein.

Helmut Holl: Zukunftsfähigkeit erfordert insbesondere, den Faktor „Graue Energie” sehr viel aufmerksamer und ernsthafter einzubeziehen als bisher.


Worum geht es?

Helmut Holl: Alle reden von der Notwendigkeit, Energie zu sparen. Das ist völlig richtig, zumal im Baubereich. Rund ein Fünftel des gesamten CO2-ausstoßes in Deutschland stammt heute vom Energieverbrauch in Gebäuden. Der Spielraum für Einsparungen ist folglich groß. Aber wer ihn ausschreiten will, muss ans Energiesparen ehrlich, also ganzheitlich herangehen.

Dagmar Fritz: Wir berühren hier einen gravierenden Punkt, der deutlich zeigt, dass gutes Wirtschaften eine moralische Dimension hat.


Was ist an „Grauer energie” moralisch?

Dagmar Fritz: Es ist unmoralisch, sie einfach zu ignorieren. Man darf doch nicht allein den Energieverbrauch während der Nutzung eines Hauses betrachten – der beträgt insgesamt nur etwa ein Drittel der eingesetzten Energie. Uns muss der wahre „Fußabdruck“, den wir mit der tatsächlich verbrauchten Energie für die Erstellung über die Nutzung bis zur Entsorgung des Gebäudes hinterlassen, interessieren.


Hier geht es nicht um Peanuts, oder?

Helmut Holl: Deutschlands Müllberg besteht zu mehr als 50 Prozent aus Bau- und Abbruchabfällen. Das verdeutlicht die Dimension des Problems – aber auch die Größe der Chancen.


Was heißt das praktisch für ein Unternehmen wie Baufritz, das seinen Erfolg am Markt auf moderne Holzbauarchitektur herausragender ökologischer und baubiologischer Qualität gründet?

Dagmar Fritz: Wir sorgen gemeinsam mit engagierten Architekten dafür, dass die ökologische Bilanz jedes von uns errichteten Bauwerks in ihren Gesamtwirkungen auf die Umwelt a) transparent und b) spürbar verbessert wird. Wir bevorzugen Ökobau- und -Dämmstoffe wie Holz, weil sie als natürliche Voraussetzungen eine hohe CO2-Speicherfähigkeit schon mitbringen und in unserer Fertigung wenig Primärenergie verbrauchen.

Helmut Holl: Im Haus verbaute Naturstoffe sind dann auch in der Nutzung und bei ihrer Entsorgung weitaus weniger problematisch als Materialien, deren Herstellung gemessen an unbehandeltem Holz extrem vervielfachten Energieverbrauch verschlingt, wobei dazu noch diverse Schadstoffe freigesetzt werden. Ist das Schweigen der meisten hersteller im Zementbau zu diesem Thema auf eine gruselige Bilanz ihrer „grauen Energie” zurückzuführen?



Woran kann denn ein Bauherr als interessierter Laie erkennen, ob ein Hausanbieter seine ökologischen und baubiologischen Versprechen einhält?

Helmut Holl: Zum Beispiel daran, dass die Zahlen für die geprüften Emissionen von flüchtigen Organischen Verbindungen, den sogenannten VOC, weit unter den gesetzlichen Mindestanforderungen bleiben. VOC emittieren können Baustoffe, aber auch Möbel, Teppiche, Kleb- und Reinigungsmittel. Wie bei alkoholischen Getränken erweist sich auch hier ein Cocktail oft als gefährlicher als die einzelne Zutat. Deshalb empfehle ich Bauinteressenten: Lassen sie sich auch die Produktionsstätten zeigen, gehen sie durch die Werkhallen, prüfen sie, wie es dort riecht, welche Materialien eingesetzt werden.

Dagmar Fritz: Für einen einheitlichen Umgang mit den VOC gibt es in Deutschland noch immer keine gesetzlichen Vorschriften. Baufritz garantiert seinen Bauherrn dennoch die Sicherheit radikal minimierter Ausdünstungen als Mehrwert an Wohngesundheit.


Wie verlässlich sind Gütesiegel?

Dagmar Fritz: Das verlässlichste ist „nature-plus“, während man auf den „Blauen Engel“ nicht immer bauen kann.


So richtig lange ist es nicht her, dass Sie uns auf die Frage „Warum bauen sie keine ,Passivhäuser’?“ entgegneten: „Wir wollen Menschen nicht in einer Wohnmaschine einsperren.“ Warum bietet baufritz nun doch ein Passivhaus an?

Dagmar Fritz: Weil wir den Bauinteressenten abholen wollen, wo er in seiner Wahrnehmung des „Passivhauses” ist. Auch wenn es dabei erst mal ein herkömmliches, nach konventionellen Maßstäben klassifiziertes ist. Unser Voll-Werte-Konzept bereichert das konventionelle „Passivhaus” entscheidend.


Womit?

Helmut Holl: Um die baubiologische Qualität. Das Konzept des Passivhaus-Instituts in Darmstadt von Dr. Wolfgang Feist hat sich als Anlauf- und Klassifizierungsstelle für Planer von „Passivhäusern” nun mal etabliert. Wir haben mit deren Kriterien kein Problem: Wenn wir ein Baufritz- Haus beheizen, belüften und mit Energie versorgen, meistert unsere Gebäudehülle natürlich auch die Auflagen für ein „Passivhaus”. Aber die lüftungstechnischen Vorgaben nach Dr. Feist sehen wir aus gesundheitlichen Gründen kritisch.



Was heißt das konkret?

Dagmar Fritz: Wir verzichten bewusst auf eine zentrale Zuluftanlage – schon im Interesse von Allergikern. Das Baufritz-Lüftungssystem arbeitet raumbezogen und intelligent von speziellen VOC-Schadstoffsensoren gesteuert. Es kommt zudem ohne die sonst nötigen Zuluftrohre aus, in denen sich auch Schadstoffe ansammeln können. Wir gehen insofern sehr viel weiter als Dr. Feist, weil wir bewusst die isolierte Betrachtung eines Teilaspekts ablehnen und das Haus ganzheitlich sehen. Dazu gehören neben der Bauphysik unbedingt auch Chemie und Baubiologie.


Das neue Baufritz-Konzept schickt das alte „Passivhaus” quasi in einen Gesundheitskurs?

Helmut Holl: In einen, bei dem mögliche schädliche Nebenwirkungen des Energiesparens auf das Raumklima von vornherein vermieden werden. Eine Studie des Zentrums für Bauen und Wohnen der Donau-Universität Krems hat schon 2008 ermittelt, dass die Innenraumluft in beglaubigten „Passivhäusern” nicht selbstverständlich schadstofffrei ist: „Für Wandbaustoffe, Dämmstoffe, Fugen- und Ausgleichsmassen sowie Putze“, hieß es dort, „werden circa 60.000 verschiedene Substanzen eingesetzt. Die wenigsten sind auf ihre Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit untersucht.“


Das ist bei Baufritz-Häusern gewährleistet

Dagmar Fritz: Die Auszeichnung mit dem „Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2009” erfolgte ausdrücklich für diesen Vorzug unserer Häuser. Das Voll-Werte-Passivhaus beinhaltet die sorgfältige Überprüfung aller verwendeten Baumaterialien und Hilfsstoffe wie Leime, Kleber, Farben und Lasuren auf Schadstoffe. Insofern fügen wir den herkömmlichen, energetisch unbestritten verdienstvollen „Passivhäusern” einen Mehrwert hinzu. Wir laden sie gewissermaßen positiv auf. Die Positiveffekte der nachhaltigen Naturbauweise wie die enorme cO2-Speicherfähigkeit und die spätere Rückgabe aller verwendeten Naturmaterialien in den Kreislauf sind Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie des „cradle-to-cradle” –„von der Wiege bis zur Wiege“.


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