Automatische Hausbelüftung – Prima Klima!

Foto: Weberhaus

Wohngesundheit fängt mit der Planung der richtigen Lüftung im Haus an. Denn gerade Neubauten sind heute als Gebäude fast hermetisch „abgeschottet“. Im Verbund mit einer Solaranlage kommt frische Luft zusammen mit dem Strom ins Haus.

Rund 30 Kubikmeter Frischluft in der Stunde benötigt ein Mensch. Zu viel Feuchtigkeit und nicht ausreichender Luftaustausch können auf Dauer zur gefürchteten Schimmelbildung und den damit verbundenen gesundheitlichen Gefahren führen. In den heutigen, dichten Gebäudehüllen von energieeffizienten Häusern ist ein solcher gesunder Luftaustausch durch manuelles Lüften kaum noch möglich.


Neubauten mit Niedrigenergie-Standards werden so gut „eingepackt“, dass sie buchstäblich nicht mehr atmen können. Ritzen wie in Altbauten, durch die ein unmerklicher Luftaustausch möglich wäre, sind tabu. Stattdessen müssten alle zwei Stunden für fünf Minuten die Fenster weit geöffnet werden – schon aus zeitlichen Gründen ist dies für die meisten gar nicht zu machen.


Praktischer ist da eine automatische Belüftung, die gerade in Neubauten die notwendige Frischluft zum Atmen heranführt. Und auch Allergiker atmen buchstäblich auf, da Pollen oder Feinstaub mit einer kontrollierten Lüftung nicht ins Haus gelangen. „Die meisten modernen Lüftungssysteme lassen sich heute zu geringen Kosten mit einem Feinstpollenfilter ausstatten“, sagt Dr. Lothar Breidenbach, technischer Geschäftsführer des Bundesindustrieverbands Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e. V. (BDH).


Kontrollierte Wohnungslüftung ist aus gutem Grund zum Standard moderner Bauplanung geworden. Das zeigt aktuell auch das Resultat der Studie „Zukunft Bauen“, die von der österreichischen Bundesinnung Bau unterstützt wurde: Über 200 Bauexperten wurden zu den Trends und Entwicklungen in der Branche befragt. 86 Prozent der Teilnehmer gaben eine komfortable Wohnungslüftung als die sinnvollste Möglichkeit an, für ein behagliches und gesundes Raumklima zu sorgen.


Die Systeme verstärken auch spürbar die Vorzüge einer energieeffizienten Bauweise. Bereits eine reine Abluftanlage senkt den Energieverlust spürbar, da nur noch so viel warme Abluft aus dem Gebäude abgeführt wird, wie für den gesunden Luftaustausch nötig ist. Für besondere Hausbereiche gibt es speziell angepasste Lüftermodelle. Beispielsweise für Dachgeschosse und Dachwohnungen. Bestehend aus einer Wandeinbauhülse und einem Teleskopkanal, löst das System „iV14V-Top“ das Problem handelsüblicher Lüfter: Diese laufen auf schrägen Dächern oft Gefahr, dass Regen und Schnee eindringen.



Das Lüftungssystem sorgt mit bis zu 91 Prozent Wärmerückgewinnung dafür, dass die Heizkosten sinken. Besonders effizient ist dabei das Querlüftungsprinzip: Während ein Lüfter frische Luft ansaugt, filtert und ins Zimmer abgibt, führt ein zweiter Lüfter verbrauchte Luft parallel dazu ab. Ein spezieller Mechanismus bewirkt, dass die angesaugte Frischluft vorher erwärmt wird – das hilft, die Heizkosten zu senken. Durch Wärmerückgewinnung können die Heizkosten im Vergleich zur Fensterlüftung um 30 bis 50 Prozent reduziert werden.


Die Systeme arbeiten sehr leise und frei von Zugluft. Und optisch sind die Anlagen äußerst dezent und nahezu unsichtbar – einzig unauffällige Luftdurchlässe sind in den Räumen zu sehen. Sparsamer Energieverbrauch und Klimaschutz ermöglichen auch Solarlüftungen, die sowohl Wärme als auch frische Luft ins Haus transportieren. Effiziente Solarluftkollektoren bringen neben reichlich frischer Luft auch solare Wärme ins Haus. Eine solare Lüftung arbeitet unabhängig vom jeweiligen Heizsystem und lässt sich daher einfach und ohne Eingriff in bestehende Haustechnik nachrüsten.


Durch den getrennten Betrieb kann sie auch dann zur Lüftung und Heizung genutzt werden, wenn die Heizungsanlage ausgeschaltet ist, etwa in den Übergangszeiten oder bei Abwesenheit der Hausbewohner. Vielfach ist im Kollektor zusätzlich ein Photovoltaikelement integriert. Dann arbeitet der Gebläsemotor, der die erwärmte Luft aus den Kollektoren ins Haus transportiert, ganz ohne Stromverbrauch. Auch der natürliche Werkstoff Holz als Baumaterial punktet mit einer positiven Ökobilanz.


Qualitätshausanbieter nutzen diese Vorteile standardmäßig. Bei der Gebäudehülle „ÖvoNatur“ von Weber Haus gewährleisten die integrierten Holzfaser-Dämmplatten durch ihre niedrige Wärmeleitfähigkeit einen optimalen Kälteschutz, während im Sommer die Hitze draußen bleibt. Ähnliches gilt für die Wandstrukutren von Herstellern wie Okal oder Sonnleitner. Denn Holz ist in der Lage, die Luftfeuchtigkeit in Räumen zu puffern und für eine gesunde Wohnatmosphäre zu sorgen.


Eine Alternative für gesunde Baumaterialien sind beispielsweise auch Mineralputze: Sie verhindern Schimmelbildung, indem sie Luftfeuchtigkeit von selbst regulieren. In einem durchschnittlich großen Wohnzimmer kann etwa Rotkalk von Knauf bis zu 17 Liter Feuchtigkeit aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben. Zudem ist der Putz alkalisch, das heißt, der pH-Wert ist sehr hoch – den Schimmelpilzen wird damit die Lebensgrundlage entzogen.


Oliver Schönfeld

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