Plusenergiehaus "frame" von LUXHAUS
Die energetisch ideale Form, nämlich das Verhältnis von Außenfläche zum Volumen so gering wie möglich zu halten, ist...

Inmitten der Holsteinischen Schweiz mit ihren sanften Hügeln liegt am Passader See ein spektakuläres HUF-Haus vor adäquater Naturkulisse: der „weiße Schwan“ der Vogtmanns. Edith und Reinhold Vogtmann haben lange nach ihrem Weltmittelpunkt gesucht. Sie lebten fünfeinhalb Jahre in Connecticut (USA), dann am Bodensee. Die ältere Tochter Tanja zog mit ihrer Familie vor einem halben Jahr von Australien in die USA. Lena, die jüngere Tochter, studiert nach drei Jahren Madrid mehrsprachige Kommunikationswissenschaften in Köln.
Für Reinhold Vogtmann (56), der sich als Vertriebschef auf internationalem Parkett bewegt, und Edith Vogtmann (57), die bis vor Kurzem als Direktionsassistentin gearbeitet hat und nun ihrer Neigung zum Schreiben nachgeht, waren Unabhängigkeit und örtliche Ungebundenheit wichtige Voraussetzungen, um den beruflichen Herausforderungen gerecht zu werden.
Ein Haus bauen, um einen sicheren Hafen zu schaffen
Aber Menschen werden nicht nur älter, sondern auch reifer im Umgang mit Erstrebens- und Wünschenswertem: Aus dem permanent hohen Arbeitsengagement und den immer neuen Auslandserfahrungen wuchs langsam, aber sicher der Wunsch, einen Ort zu finden, um den die Sturmwinde radikaler Veränderungen einen Bogen machen. Dessen größtes Plus die Ahnung ist, dass er so schön bleiben wird – ein Liebe-auf-den-ersten-Blick-für-immer-Platz also, ein Ort zum Wurzeln schlagen. Wertewandel ist vielleicht zu hoch gegriffen, obwohl auch Überlegungen dazu gehören, dass der Cash-flow im III. Quartal nicht alles sein und man in Aktien nicht einziehen kann.
Mit Architektur der verschiedensten Klassen und Formate hatten die umtriebigen Vogtmanns ihre Erfahrungen: In den USA bewohnten sie zwei Oktaeder, am Bodensee ein 60er-Jahre-Haus, einen schlossartigen Herrensitz in Stockach, ein modernes Hang-Eckhaus über fünf Ebenen in Uhldingen.
Sie sahen sich etliche Immobilien an. Verlockende Angebote darunter, große Reetdachgehöfte auf dem Lande, repräsentative Anwesen in traumhaften Ecken – aber alle würden nur funktionieren, wenn sie sich das Ideal der Vorbesitzer zu eigen machten. Schwer für anspruchsvolle, kompromissunlustige Freigeister.
Gevatter Zufall half. 2007 fiel den Eheleuten Vogtmann die HUF HAUS-Anzeige in einem Managermagazin auf. Ein Haus wie für Vogtmanns erfunden: Gläserne Transparenz macht Licht und Natur zu Protagonisten. Ein HUF-Haus sei das vollkommene Leben in einer Baumkrone – diesen Gedanken des Unternehmens liebt man oder findet ihn befremdlich. Der Schöpfer des Haustyps, Manfred Adams, unterscheidet deshalb in diese Transparenz und Offenheit genießende „Nestmenschen“ und in Wände liebende „Höhlenmenschen“.
Besuche im HUF-Dorf in Hartenfels und im Musterhaus Poing bei München brachten Edith und Reinhold Vogtmanns Lieblingsentwurf schnell auf den Punkt: ein „ART 8 special editon“. Mit offenem, doppeltem Pultdach, weißen Holzbalken und der klaren, ästhetischen Formensprache. Ein passendes Grundstück für so ein Haus zu finden ist keine leichte Aufgabe. Es braucht die besondere Lage, unverstellt lange Sichtachsen nach mindestens zwei, besser nach drei Seiten.
Der Hausherr schätzt den Blick auf die Berge. Edith Vogtmann dagegen spürt schon immer eine Affinität zum Meer. Der Such-Radius wurde also entschlossen und voller Neugierde gen Norden ausgeweitet. Konsequenz: Das Bergpanorama wurde gegen den pittoresken Landstrich zwischen den Meeren eingetauscht, dessen höchste Erhebung von schlappen 150 Metern nur Einheimische ohne Fernweh in Staunen versetzt. Inmitten dieser Nordwelt ein nach drei Seiten offenes 5.000-Quadratmeter-Grundstück mit eigenem Zugang zum See und vom Wind bizarr modellierten alten Obstbäumen, einer Wiese, die in einen Naturschutzstreifen mit altem Pappel-Bestand übergeht. Der ideale Ort für Ex-Weltenbummler? Gewiss.
Durch die Yves-Klein-blaue Haustür gelangt man in eine sonnenklare Galerie. Der Mittelteil um den Kamin schwingt sich bis in die Gesamthöhe des Hauses von sechs Metern hinauf – ein überwältigendes Raumgefühl. Das aber nicht in Gigantismus ausartet, sondern dank der vielen XXL-Glasflächen wieder behutsam geerdet wird. Das klare Weiß der Balken und Wände mit dem Galeriegeländer aus Glas und Edelstahl strahlt innen wie außen. Ein interessantes Spiel unmerklicher Übergänge und weiterer Beleg für die Metapher „Baumkrone für Nestmenschen“.
Diese wiederkehrenden Elemente bilden die elegante Kulisse für die Vogtmannschen Arrangements von Skulpturen, Gemälden und ausgewählten Möbelsolisten. In den zentralen Blickachsen des 250 Quadratmeter messenden Hauses findet sich großformatige Kunst aus der Südsee, aus Amerika und Australien – demonstrativer Mut zur Farbe, zur Schönheit naturgegebener, unbekümmerter Symbolik, auf den wenigen weißen Flächen entsprechend vital wirkend.
Edith Vogtmann, die mit Leidenschaft und sicherem Gespür für unkonventionelle Kompositionen einrichtet, war überrascht, mit wie extrem wenig Mobiliar ein HUF-Haus auskommt: „Alles konzentriert sich auf elementare und starke Möbelstücke. Funktional und charaktervoll – wie man sich gutes Design vorstellt. Anfangs befassten wir uns nur nebenbei mit dem StilArt-Konzept des Unternehmens. Je detaillierter die Planungen voranschritten, desto mehr vereinnahmte uns das minimalistische Prinzip: Schränke sind als perfekte Einbauten die Fortsetzung der äußeren klaren Linienführung in die Innenräume. Die Formensprache des Hauses geht auf die Möbel über.“ Sogar die Matratze bekam einen StilArt-Bettkasten und zeigt sich nun als Individual-Möbel.
Die Küchenplanung war bereits beim Besuch des HUF-Hauses „Art 9“ in Hartenfels beschlossene Sache: Die weißen Hochglanz-Oberflächen geben der Kochinsel ihren Schick. Zwei der StilArt-Annehmlichkeiten zur Kostprobe: die komfortable, in die Arbeitsfläche integrierte Teppan-Yaki-Stahlpfanne und die handwerkliche Finesse der Einbauten. Schubladen können beispielsweise per Hüftschwung bewegt werden. Viel Freiheit für Akteure am Herd, für gemeinsames Gemüseschnippeln und für gesellige Rotweinrunden.
Der besondere Reiz dieses Hauses besteht in seiner verschwenderischen Offenheit, die Räume von sinnlicher Qualität hervorbringt. Jeder Platz, sei es am Küchentresen, am großen Esstisch, auf dem roten Sofa vor dem Kamin oder in der weißen Sitzgruppe bietet den Wünsch-dir-was-Blick: als feste Größe das Panorama auf den See, nach innen aus jeder Position die Möglichkeit, das Haus als Ganzes zu erfassen oder Details zu fokussieren. Jede Perspektive ist schön, in der A- wie in der B-Note. Der Platz, von dem aus eine Wand das Auge bremst, will erst einmal gefunden werden.
Der grauschwarze matte Schieferboden, der das Erdgeschoss als Einheit optisch zusammenhält, findet seine Korrespondenz im Wellness-Bad im Obergeschoss. Zugunsten einer clever hinter der XXL-Dusche und der frei stehenden Wanne platzierten Sauna wurde das Schlafzimmer in der Dimension etwas reduziert, dafür aber mit einem atemberaubenden Blick vom Bett aus auf den See und den stadtfern blinkenden Sternenhimmel aufgewertet.
Die umlaufende Galerie des Obergeschosses führt aus den privaten Gemächern in den offenen Gäste- und Arbeitsbereich. Die erhöhte Position verschafft den Haus-Durchblicken und diagonalen Sichtachsen der Räume die Faszination der dritten Dimension. Reinhold Vogtmann war zu Beginn der Bauphase sehr gespannt, wie es wohl sein würde, eine Baustelle, knapp 1.000 Kilometer entfernt von Friedrichshafen, nur alle paar Wochen in Augenschein nehmen zu können: „Es war eine logistische Glanzleistung. Austariert wie ein Uhrwerk. Eine so saubere, aufgeräumte Baustelle habe ich selten gesehen. Und dann das Aufbauteam: fachlich professionell, mit sichtlichem Enthusiasmus für eine Arbeit, die höchste Anforderungen stellt, und berechtigtem Stolz auf das Produkt: Wir sind schließlich HUF HAUS!“
Schon die Zusammenarbeit im Vorfeld mit dem Architekten Volker Heinz in Stuttgart und Michael Baumann von der HUF Geschäftsleitung empfanden die Bauherren als sehr angenehm. Für Reinhold Vogtmann, dem ein tönend gespreiztes Geschäftsgebahren ein Gräuel ist, eine positive Überraschung: „Hier gilt noch das Wort, man kann sich auf den Handschlag absolut verlassen.“
Die Gartengestaltung, in Kooperation mit Gartenarchitekt Holger Muhs und dem einheimischen Landschaftsbau Smid, wird nun die nächste Herausforderung. Ein meisterlich geführter Bogen markiert die gestaltete Natur um das Haus mit seinen Terrassen (es gibt mehrere, um beim Lauf der Sonne nichts zu verpassen), den weitläufigen Rasenflächen, dem Whirlpool und Seerosenteich. Die Beeteinfassungen nehmen die klaren Linien des Hauses auf, um dann mit floraler Farbwucht gefüllt zu werden. Weitere Akzente werden später Bambuspflanzen um das Haus am See ohne Berge setzen.