Auf die Sonnenseite

Zwei Geschosse ohne beengende Schrägen unterm Zeltdach, gut belichtet.

Sie zogen vom Norden in den Süden, umschifften galant die restriktiven Bauamts­diktate und erdachten für ihre fünfköpfige Familie ein Haus, das ihnen in diesen Tagen wie auch in ferner Zukunft stets zu Diensten ist.

Manchmal werden Sesshafte zu Nomaden. Beispielsweise, wenn ein interessanter Job winkt. So auch im Fall von Stefan Gust. 2002 machte GUSSEK HAUS dem Bauberater das Angebot, das Mannheimer Mus­­terhaus des Familienunternehmens zu füh­­ren. Den Abschiedsschmerz von Hamburg haben die künftige Wohnadresse – die ehemalige Heimat von Frau Gust – und die Aussicht auf ein neues Haus – natürlich von GUSSEK – gemildert. Seit 15 Jahren mit der Planung von Einfamilienhäusern befasst, durfte Stefan Gust nun familienintern Kompetenz beweisen.


Trotz restriktivem Bebauungsplan das richtige eigene Haus bauen


Der Beginn war erst einmal enttäuschend. Die Dogmen des Bebauungsplanes machten das ursprünglich erdachte Haus zur Makulatur. „Wir hätten gerne größer gebaut und klassisch mit Satteldach“, so Stefan Gust. Grundrissform, Hausgröße, selbst die Farbe von Putz und Fensterrahmen diktierte das Amtspapier. Das Mitspracherecht des Inves­tors, also der künftigen Hausbesitzer, beschränkte sich auf die Fassadenaufteilung und die Organisation der Räume. Aber die fünfköpfige Familie ließ sich von den baurechtlichen Widernissen nicht beirren, holte dreimal tief Luft und dachte alles noch einmal von vorn. Der Triumph über starre Vorgaben zeigt sich als intelligentes, ansehnliches, Geborgenheit vermittelndes Familiendomizil, das unterm Zeltdach auf zwei Geschossen alle Bedürfnisse vereint.


Prinzip Raumoptimierung


Das Eingangsgeschoss beherbergt die Küche mit Abstellraum und den offenen Wohn-Ess­Bereich mit gemütlichem Kaminofen.

Ein kleines Bad mit bodengleicher Dusche im Erdgeschoss sorgt für zusätzliche Kapazitäten wäh­rend der morgendlichen und abendlichen Rushhour.


Im Obergeschoss befinden sich die privaten Schlafräume der Familie. Die vier Schlafzimmer sind gleich groß und trotz ihrer überschaubaren Fläche keineswegs beengt. Auch das Familienbad ist von eher kompakter Gestalt, verwöhnt aber mit allen Wohltaten und dank des großen Fensters auch noch mit viel Licht und Ausblick.


Der Keller bietet neben den Abstell- und Technikräumen zwei schön belichtete, helle Räume an der Südseite. Die sind der Abböschung des Grundstückes zu verdanken und werden als Gäste- und Arbeitszimmer genutzt. Ergänzt werden sie durch ein Gästebad.



Prinzip Flexibilität


Ein gutes Haus ist seinen Bewohnern nicht nur heute und morgen, sondern auch noch übermorgen zu Diensten. Als Vater von drei Kindern im Alter von 4 bis 13 Jahren weiß Stefan Gust, dass ein Dauerzustand im Familienalltag heißt: Veränderungen. Flexibilität stand also ganz oben auf der Agenda der angestrebten Hausqualitäten. Die annä­hernd identisch großen Schlafräume, dazu die beiden Bäder im Erd- und Obergeschoss schaffen Spielräume für eine generationen­übergreifende Umgestaltung. So könnte zum Beispiel der Gästebereich im Untergeschoss später mal zum Wohnbereich für Teen­ager werden. Noch viel später ließe sich das Erdge­schoss möglicherweise zur barrierefreien Wohnung umbauen.


Prinzip Energieeffizienz


Auf Wohlbehagen zugeschnitten ist auch die Haustechnik. Etwas ungewöhnlich: Die Räume werden über Heizkörper mit Wärme versorgt. „Meine Frau findet Fußbodenheizungen unangenehm“, erklärt Stefan Gust. Die Alternativen wurden verglichen, auch unter Kostenaspekten, und so fiel die Entscheidung schließlich auf den Klassiker.


Überdurchschnittlich energiesparend ist das Gebäude aufgrund der gut gedämmten und dichten Haushülle in Holzfertigbauweise. Die lässt kaum Wärme entweichen – und wo fast nichts verloren geht, da muss auch nur wenig neu produziert werden.


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