Am Steilhang gebaut: Ganz schön schräg

Am Steilhang gebaut: Ganz schön schräg

Ein Steilhang, ein Fluss und ein alter Eiskeller als Fundament für ein modernes Zuhause. Die Lage ist traumhaft – mit freier Sicht auf die Altstadt und Festungsanlage von Burghausen. Bautechnisch betrachtet war diese Idylle eine enorme Herausforderung. Die Bauherren sind ihren Weg gemeinsam mit Wolf Haus gegangen.

Hochburg-Ach in Oberösterreich, die Salzach schlängelt sich als Grenzfluss zwischen Deutschland und Österreich durch die Landschaft. Hier sind die Weinbergers zu Hause. Schon immer. Lange wohnten sie unmittelbar bei ihrem Gasthof in einem jahrhundertealten Haus mit kleinen Fenstern und dunklen, engen Räumen.


Mit ihrem neuen Wolf-Haus „Combino: Nova“ erfüllten sie sich einen großen Wunsch. „Wir wollten endlich Licht, weite, offene Räume, keine Schnörkel und als Fertigstellungstermin meinen 60. Geburtstag“, erinnert sich die Hausherrin. Der engagierte Sohn, der übrigens nicht mit ins Traumhaus seiner Eltern zog, kümmerte sich hingebungsvoll um alles Organisatorische. Der 36-Jährige plante mit viel Liebe jedes Detail – von der Farbe der Zierleisten bis hin zum Lichtkonzept.


Er erzählt auch von der Beharrlichkeit, die nötig war, um das Steilhang-Projekt zu realisieren: „Wir wollten auf Nummer sicher gehen, deshalb ließen wir ein Team von Lawinenbauexperten aus Tirol anreisen. Sie stützten den Hang mit Holzankerwänden aus Metallschienen und Akazienholz ab.“ Der Steilhang besitzt immerhin eine Neigung von 35 Grad. Bevor mit dem Bau des Wohnhauses begonnen wurde, mussten außerdem die Wände und Decken des alten Eiskellers, der weiterhin als Garage und Keller dient, verstärkt werden.


Damit waren die Rahmenbedingungen für das neue Domizil geschaffen und eine enge, reibungslose Zusammenarbeit mit Wolf Haus begann. Der Grundriss sah vor, die Rückwand des Hauses nicht in den Hang hinein zu setzen, sondern mit gut 3 Meter Abstand. „So wird eine gleichmäßige Luftzirkulation gewährleistet und Schimmelbildung verhindert“, erklärt Irmentraud Weinberger. „Außerdem haben wir dadurch Tageslicht von allen Seiten.“



Die 148 Quadratmeter Wohnfläche werden durch eine knapp 80 Quadratmeter große Terrasse erweitert. Da die Veranda weit vorgelagert wurde, ist der unten am Haus vorbeifließende Verkehr faktisch nicht zu hören. Irmentraud und Josef Weinberger haben weitsichtig mögliche Lebenseventualitäten bei der Planung bedacht. Für den Fall, eines Tages nicht mehr so agil zu sein, wurde ein Schacht für einen Aufzug vorgesehen.


Für die Hoffnung, dass Photovoltaikanlagen in Österreich in einigen Jahren stärker gefördert werden, sind auf dem Flachdach schon mal Leerschächte und Leitungen vorinstalliert. Und für die Unlust, in sehr kalten und sehr langen Wintern zu viel Geld in Heizkosten zu investieren, ist im Wohnbereich ein Schacht für einen Kamin angelegt, mit dem sich budge tschonend zuheizen ließe. Was aber möglicherweise niemals nötig ist:


Der farbenfrohe Neubau an der Salzach ist ein Niedrigenergiehaus mit einer Luftwärmepumpe und mit aktiver Wohnraumentlüftung. Dem Sohn, der den Hausbau von der ersten Stunde an täglich begleitete, hat die Umsicht und Akkuratesse des Wolf-Teams imponiert. „Selbst während der Bauphase wurden ohne Aufheben zu machen noch einige verspätete Wünsche meiner Eltern umgesetzt.“ Die genießen mittlerweile seit einigen Monaten den Panoramablick auf die Salzach und die Altstadt.


Auch für die zweite Lebenshälfte gibt es kein Verbot, alles noch mal anders zu machen. Also haben Irmentraud und Josef Weinberger ihr altes, dunkles Mobiliar zurückgelassen: „Wir wollten ein modernes Haus, das zu uns und unserem Alter passt.“ Glück ist eben nicht draußen in einem exotischen Anderswo. Sondern mitten im Leben selbst.


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