Urlaub, Liebe...Haus!
Mit ihrem Schwörer-haus haben sich Diana, Michael und Emily Larisch ihren Mittelpunkt der Welt geschaffen. Von dem...

Dem Zufall überlassen sie ungern ihr Schicksal. Elisabeth und Bernd Töpfer nehmen ihr Leben am liebsten fest in beide Hände. Und das ist immer gut so? „Unser Zuhause ist der beste Beweis“, freuen sich die Siegener mit Blick auf den Neubau, nachdem sie mit dem quietschgelben Tandem in die Hauseinfahrt eingebogen sind und vor dem Eingang stoppen. Das schicke Haus in Grau-Weiß schmiegt sich tadellos in die sanften Hügel des Siegerlandes. Der moderne Kubus strahlt eine Ausgeglichenheit aus, die auf souverän-charmante Weise die typische Schieferhaus-Architekur der Region ergänzt. Doch dass aus einem Traum Wirklichkeit wurde, dafür mussten elf Jahre vergehen.
1995 entstand die Idee: ein Haus fürs Alter. In dem das Paar über jedes Detail von der Steckdose über die Positionierung des Badezimmerfensters, den stufenlosen Übergang zwischen Wohnzimmertür und Terrasse bis hin zur Gartenbeleuchtung mitbestimmen wollte: „Wir haben dabei einige Architekten verschlissen“, sagt Peter Töpfer und seine Augen blinzeln keck hinter der Brille.
Der Abteilungsleiter einer Siegener Bank verteidigt seinen Bauherren-Perfektionismus: „Wir waren nicht einfach. Aber es ging schließlich um unser ureigenstes Haus und um unsere Selbstständigkeit im Alter“, sagt er und seine Frau nickt. Das Älterwerden wollen die 58-Jährige und ihr 61-jähriger Mann, Eltern von zwei längst erwachsenen Söhnen, bewusst angehen: „Ignorieren nützt da gar nichts“, sagt Peter Töpfer gut gelaunt.
Grundsätzlich wünschten sie sich ihr 140- Quadratmeter-Haus in beiden Etagen stufenlos, die Türen breit, damit im Falle des Falles problemlos auch ein Rollstuhl Platz hat und eine Treppe aus Buchenholz im Wohnzimmer, die sich für einen Treppenlift umrüsten lässt. „Und den Himmel wollten wir sehen – vom Wohnzimmer, vom Schlafzimmer, vom Bad “, sagt die Hausherrin. „Geht nicht“, diese Abwehrreaktion hörten die Töpfers oft bei den Planungen. Zu oft. „Wir verloren allmählich die Lust.“
Als die beiden 2005 ihr Projekt endgültig aufgeben wollten, trafen sie auf Büdenbender. Anfangs steckte Peter Töpfer voller Skepsis beim Stichwort Fertighäuser: „Ich hatte die Vorstellung, ein Haus müsste Stein auf Stein gebaut werden.“ Irrtum. Und alles lief wie am Schnürchen. Selbst die Angst, die ihn zuvor manchmal nicht schlafen ließ, die Kosten könnten aus dem Ruder laufen, löste sich in Wohlgefallen auf. Stattdessen kehrte die Lust aufs Bauen zurück. Eine so große, dass sich das Ehepaar in Klausur begab: Drei Tage mietete es sich in einem Hotel samt Konferenzsaal ein, um Platz zu haben für die ausgebreiteten Pläne und en détail über die Ausstattung beraten zu können.
Ihre Hartnäckigkeit hat sich gelohnt, sind sie im Rückblick überzeugt. „Ein Zuhause zu planen, hat uns jungen Schwung gegeben. Denn hier konnten wir all das optimieren, was wir im alten Haus vermisst haben.“