stommel / albatros
Diese Holzfassade des ,,Albatros" birgt ein tiefes Geheimnis, im wahrsten Sinne des Wortes: In darunter befindlichen...
Drei Wünsche müssten in ihrem Leben unbedingt in Erfüllung gehen. Das stand für die Floristin Doris Holländer aus Bergisch-Gladbach schon fest, als sie noch in die Lehre ging:
Erstens wollte sie unbedingt einen Gärtner oder Floristen kennen lernen und heiraten. Zweitens ein eigenes Blumengeschäft eröffnen. Drittens wollte sie eines Tages in einem wunderschönen Haus in genau der Straße von Bergisch-Gladbach leben, in der sie aufgewachsen war – am Kierdorfer Wald.
Der erste Wunsch ging vor vierzehn Jahren erst einmal zur Hälfte in Erfüllung. Da war sie auf einer Geburtstagsparty und lernte den Landschaftsgärtner Manfred Schmitz kennen, der wie sie Blumen, Pflanzen, Bäume, Gärten über alles liebte. Er war damals 22, sie 24. Die beiden waren sich auf Anhieb sympathisch, fuhren zwei Monate später nach Griechenland und beschlossen dort, irgendwann in ferner Zukunft gemeinsam ein Blumengeschäft zu eröffnen. Ihr zweiter Wunsch! Auf seine Erfüllung musste Doris Holländer zwar neun Jahre warten, aber wie so oft wird gut, was lange währt. Der Laden in Bergisch Gladbach-Schildgen ist eine Augenweide: prachtvoll gebundene Blumensträuße, Farne, Sukkulenten, Rhipsalis, Töpfe, Vasen, Terrakotta, schönes für Haus und Garten so weit das Auge reicht. Und genauso oft kommt unverhofft ein neues Glück, denn nur wenige Wochen später schenkten die Eltern von Doris Holländer ihr ein Grundstück, 600 Quadratmeter groß, genau in der Straße am Kierdorfer Wald – der Bauernhof der Eltern gegenüber, die Schwester nebenan. Ganz in der Nähe das Elternhaus von Heidi Klum. Aber das nur nebenbei.
Im Frühling 2000 heirateten sie und gaben ein großes Hoffest. Damit nun aller guten Dinge drei (a und b inklusive) beisammen sind, beschlossen die beiden im Juli 2000, endlich das wunderschöne Haus zu bauen, von dem Doris träumte. An einem ruhigen Sonntagnachmittag kochten sie sich deshalb einen Kaffee und begannen, im Internet nach Holzhäusern zu suchen. Zuerst wollten sie ihren Augen nicht trauen: Es wimmelte nur so von Schwarzwaldstil, der sie überhaupt nicht interessierte. Erst als sie die Homepage des Blockhausverbands anklickten, stießen sie endlich auf eines, das sie auf der Stelle neugierig machte: ein Massivholzhaus von Stommel.
„Wir fuhren sofort nach Neukirchen-Seelscheid zum Firmensitz, denn auf der Homepage stand, dass die Musterhäuser auch am Sonntag zu besichtigen sind“, erzählt Doris Holländer. „Wir sahen uns drei Stommel-Häuser an, rochen den Duft des Holzes, genossen seine Wärme und das gute Klima in den Räumen. Wir waren begeistert. Vor allem vom „Zaunkönig“. Obwohl wir unangekündigt kamen, nahm sich Alfred van Neuss, der Fachberater, sehr viel Zeit, um uns eingehend zu beraten.“
Vor allem die Qualität des patentierten Wandaufbaus aus beidseitig senkrecht gestellten Blockbohlen mit einer dazwischen liegenden Dämmschicht, die zusätzlich für einen ausgezeichneten Wärme-schutz sorgt, überzeugte die beiden. Da die Restfeuchte des technisch getrockneten Holzes bei fünfzehn Prozent liegt, ist es für Pilze und Schädlinge kein Objekt der Begierde mehr und eine Imprägnierung dadurch völlig unnötig. Alle Holzoberflächen im Innenbereich bleiben somit absolut frei von Chemie. Manfred Schmitz: „Wir fuhren später noch in eine Musterhausausstellung nach Wuppertal und ließen uns von anderen Firmen Prospekte schicken, aber an den „Zaunkönig“ von Stommel kam nichts heran.“
Sie wussten nun: es wird ein Stommel-Haus, und verabredeten sich mit Alfred van Neuss, um ihm zu erzählen, wie ihr neues Zuhause aussehen soll: Das Wohnzimmer, das Esszimmer, die Küche groß und hell mit vielen Fenstern, um das Bergische Land ringsum, den schönen großen Garten, die Wiesen und Felder und die Kühe nebenan genießen zu können. Alle drei Räume sollten ineinander übergehen, in die Mitte muss ein Kamin, die Treppe bildet das Zentrum des Hauses. Eine Galerie wäre schön.
Van Neuss stellte ihnen einen Architekten zur Seite, mit dem sie all ihre Vorstellungen umsetzen konnten. „Wir wussten nur noch nicht, wie viele Kinderzimmer wir brauchen, als wir mit ihm konkret zu planen begannen“, erzählt Manfred Schmitz. „Aber eine Woche später war klar: eins ganz sicher.“
Als der Grundriss fertig war, lud sie Alfred van Neuss in sein Haus ein, um dort gemeinsam mit Franz Stommel den Kaufvertrag bei einem Glas Wein zu unterschreiben. Diese Einladung gefiel den beiden sehr. Auch von Patrick Rötzel, dem technischen Berater von Stommel, waren sie angetan. Er betreute sie unter anderem bei der Bemusterung, gab ihnen gute Tipps, war sehr klar und ehrlich, für sie der Inbegriff der Stommel-Philosophie: Der Kunde ist König.
Die Bemusterung fand am 10. Januar 2001 statt. Am 18. März stand ihr „Zaunkönig“ samt Monteuren pünktlich vor der Gartentür, obwohl es irre kalt war und ein eisiger Regen fiel. Nur wenige Wochen später stand der Rohbau. Den Innenausbau übernahmen sie weitestgehend selbst, Freunde und die Familie halfen dabei. Am 28. Februar kam Konrad zur Welt und das Glück von Doris Holländer und Manfred Schmitz war damit komplett.
Konrads auch, denn seine Eltern haben dafür gesorgt, dass ihr kleiner Sohn in einem Traumhaus aufwächst. Auf der Südseite erstreckt sich unter dem Giebel ein rundum verglaster Vorbau über beide Geschosse, der den Himmel ins Haus holt und in Korrespondenz mit der schönen Treppe das Zentrum bildet. Herzstück ist hier ein gemütlicher Kamin, hinter dem die Treppe ins Obergeschoss führt und in eine Galerie mündet. Ringsum gibt es ein großes Bad, ein Schlafzimmer und zwei Kinderzimmer. Eins davon gehört Konrad. Das zweite wartet noch auf seinen Bewohner.
Am 14. Juli 2001 haben die drei das erste Mal im neuen Haus geschlafen. „Bei weit geöffneten Fenstern“, erzählt Doris Holländer, „ich konnte mein Glück kaum fassen. Vorher wohnten wir Parterre, da war immer alles zugezogen und abgeschottet. Hier brauchen wir keine Gardinen mehr, denn jetzt wohnen wir am schönsten Ende der Welt.“ Nur am Abend, wenn es draußen langsam dunkel wird und Doris, Manfred und Konrad im Esszimmer am Tisch sitzen und ihre Brote schmieren, sehen sie, dass es hinterm Horizont doch irgendwie weitergeht. Dann nämlich gehen in Köln die Lichter an, und der Dom erstrahlt in seiner ganzen Pracht.
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