Zauberhafte Pflanze - Hortensien.

Die Hydrangea macrophylla Hovaria ‘Ripple‘ wirkt besonders entzückend durch ihre weißen Blüten mit rotem Rand. Sie blüht im Garten ab Juni.

Hortensien sind Verwandlungskünstlerinnen, Schattenköniginnen, leise Verführerinnen. Sie betören mit üppigen Bällen und Rispen voll hauchzarter Blüten. Gut, dass sich Liebhaber dieser Schönheiten inzwischen vom Frühjahr bis zum Herbst an ihnen erfreuen können.

Mit der Liebe zu den Pflanzen ist es wie mit der Liebe zu Menschen. Ent­weder er­wischt sie einen auf den ersten Blick, auf den zweiten – oder es funkt gar nicht. Rosen zum Beispiel erobern mit ih­rem Duft und ihrer Anmut Herzen im Sturm. Hortensien brauchen etwas länger. Doch wer die Reize der herrlichen Blüten­sträu­­cher für sich entdeckt hat, den ziehen sie wie magische Verführer in ihren Bann: mit ihren üppigen, hauchzarten Blüten, mit ih­rer Vielfalt und mit ihrer Wandlung­s­fä­hig­keit. Kein Wunder, dass sie heute so be­gehrt sind wie nie zu­vor.


Die bekannteste und beliebteste Art ist die Hydrangea macrophylla, die Garten­hor­tensie. Es gibt eine große Auswahl an Sorten, die von kugligen bis tellerförmigen Blüten­ständen reicht. Das Farbspektrum von Rein­­weiß über Rosa und Rot bis hin zu Vio­lett und Blau ist ähnlich umfangreich.


Im Gewächs­haus zur Blüte gebrachte Exem­­plare stehen in Töpfen bereits ab Februar zum Verkauf bereit, doch die eigentliche Gartensaison läutet ‘Endless Sum­mer‘ ein. Die Neuzüchtung beginnt ab Mai zu blühen und hört bis in den Herbst nicht auf.


Garten­hortensien stammen aus Asien. Von dort gelangten sie etwa vor 200 Jahren nach Europa. Zwar akzeptieren die exotischen Schönheiten das ge­mäßigte bis warm-gemäßigte Klima in unseren Breiten, am besten gefallen ihnen jedoch Standorte wie in ihrer Heimat.

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Sie verlangen nach Schatten. Wohl fühlen sie sich in Nordlagen an Mauern oder unter hohen Bäumen, wo sie kein Strahl der Mittagssonne erreicht. Mit ihren leuchtenden Farben verleihen sie den dunklen Plätzen im Garten eine zauberhafte Atmosphäre.


Sie lieben Säure. Der pH-Wert des Bo­­­dens, in dem sie wachsen, sollte zwischen 4­­­ und 6 liegen. Gibt der gewünschte Standort diese Werte nicht her, muss er durch Torf oder spezielle Substrate aus dem Handel ­­verbessert werden.


Sie brauchen viel Wasser. Denn Hortensien sind immer durstig und müssen regelmäßig gegossen werden, damit sie die Blätter nicht schlapp hängen lassen. An warmen, trockenen Tagen sogar zweimal. Doch Vorsicht: Hartes Leitungswasser mögen Hortensien nicht besonders, da es den Säuregehalt des Bodens mindert. Am besten eignet sich Regenwasser, das den neutralen pH-Wert von 7 besitzt.


Auch beim Düngen müssen Hortensienliebhaber den pH-Wert im Blick haben. Der perfekte Dünger für Hydrangeas ist abgelagerter Rindermist, denn er ist nicht alkalisch. Handelsübliche Spezial­dünger sind eine gute Alternative.


Ein spannender Effekt: Mit dem pH-Wert des Bodens lassen sich die Blütenfarben von Rosa bis Blau verändern. Die sind nicht konstant, sondern hängen davon ab, wie viel Aluminium die Pflanze aus dem Boden aufnehmen kann (siehe Kasten). Die Blüten anderer Arten – die Schnee­ball­horten­sie (Hydrangea arborescens), die Rispen­hortensie (Hydrangea paniculata) die Eichenblatthortensie (Hydrangea quercifolia) oder die bis zu 10 Meter an Wänden hochklimmende Kletterhortensie (Hydran­gea pe­tio­laris) ­– verändern sich dagegen nicht mit dem pH-Wert. Sie erscheinen in der Regel in cremigem Weiß. Ein grandioses Schauspiel bieten die zwischen 12 und 18 Zentimeter großen Kugel­blüten der Schnee­ballhortensien, die neben den Garten­hortensien zu den beliebtesten Hydrangea-Arten zählen. Die Aus­wahl an Sorten ist klein. Kultiviert werden in erster Linie ‘Annabelle‘ und ‘Grandi­flora‘.



Das Geheimnis der Blütenfarben

Hortensien sind Verwandlungs­künstle­rin­nen. Ihre Blütenfarbe verändert sich mit dem Säuregehalt des Bodens. Wer eine blau blühende Pflanze im Topf kauft, er­lebt mitunter eine Überraschung. Ausge­setzt im Garten, bringt sie plötzlich rosafarbene Blüten hervor. Unter zwei Voraussetzungen blühen Hor­ten­sien blau:


1. Der Boden muss ausreichend Alu­mi­ni­um ent­hal­­­ten.

2. Der Boden muss sauer sein, der pH-Wert zwischen 4 und 5,5 liegen. Nur dann können die Wurzeln das Alu­mi­ni­um auch aufnehmen.

Findet sich im Boden kein oder nur we­nig Aluminium, können die nötigen Metall-Ionen künstlich durch Kalialaun und Aluminiumsulfat zugeführt werden, das es im Handel gibt. Bei einem pH-Wert der Erde zwischen 5,6 und 5,9 nehmen die Wurzeln weniger Aluminium auf, die Hortensie blüht violett. Hortensien blühen rosa, wenn der pH-Wert des Bodens zwischen 6 und 6,2 liegt, der die Aufnahme von Aluminium über die Wurzeln verhindert.


Die aus Amerika stammende Art hegt, an­ders als die Gartenhortensie, keine Ab­nei­­gung gegen Sonne und kommt an einem Standort nach Süden ebenso gut zurecht wie an einem vollschattigen Platz. Die Ris­­penhortensien lieben sonnige Lagen sogar. Sie sind besonders robust und wachsen auch auf felsigem Boden. Da die Sträucher bis zu drei Meter hoch und breit werden können, sollte ihnen eine Stelle zugewiesen werden, die genug Raum bietet für ihre Pracht. Ein bekannter Vertreter der Hy­dran­gea paniculata ist die ‘Grandiflora‘, die be­sonders große und dichte Blütenrispen hervorbringt. Einige Neuzüchtungen trumpfen mit Rispen auf, die nicht nur weiß blühen. Dazu zählt ‘Kyushu‘, die sich im Verblühen rosa färbt. Besonders attraktiv wirkt ‘Limelight‘ mit ihren zart hellgrünen Rispen. ‘Pinky Winky‘ startet wiederum mit weißen bis limonengrünen Blüten in die Saison. Im Verlauf des Sommers wechseln sie zu einem kräftigen Rot.


Um die Blühfreude anzuregen, können Schneeball- und die meisten Rispen­horten­sien im Frühjahr kräftig zurückgeschnitten werden, denn sie blühen am einjährigen Holz. Die meisten Garten­horten­sien blühen dagegen am zweijährigen Holz. Bei ihnen dürfen im Herbst oder Frühjahr nur die al­ten Blüten­stände abgeschnitten werden. Bei einem starken Rückschnitt würde man die bereits angelegten Knospen für die folgende Saison entfernen. Hortensien ma­chen sowohl als Solitäre als auch in der Ge­­­­meinschaft eine gute Figur. Wer den Ehr­­­geiz hat, sich nicht nur als Lieb­haber, sondern auch als Züchter zu be­weisen – durch Stecklinge, Absenker oder Teile der Pflanze lassen sich Hortensien leicht vermehren.



Bewährte Hortensien mit guter bis sehr guter Winterhärte

Gartenhortensien (mit ballförmigen Blüten) Hydrangea macrophylla ‘Générale Victomesse de Vibraye‘: Blüte kräftig rosa bis hellblau, Höhe 2 m, Breite 1,50 m

‘Endless Summer‘: Blüte rosa, blau und weiß, Höhe 1,50 m, Breite 1,80 m

‘Hörnli‘: kräftig rosarot blühend, Höhe 1 m, Breite 1 m

‘Mme Emile Moullière‘: weiße Blüten, Höhe 1,50 m, Breite 1,50 m


Gartenhortensien (mit tellerförmigen Blüten) Hydrangea macrophylla

‘Lanarth White‘: reinweiße Blüten, Höhe 1,20 m, Breite 1,20 m

‘Veitchii‘: cremeweiß blühend, Höhe 1,80 m, Breite 2 m


Schneeballhortensien Hydrangea arborescens

‘Annabelle‘: cremeweiß blühend, später grünlich, Höhe 2 m, Breite 2,50 m

‘Grandiflora‘: cremeweiß, im Verblühen hellgrün, Höhe 1,20 m, Breite 2 m


Rispenhortensien Hydrangea paniculata

‘Grandiflora‘: cremeweiße Blüten, später zartrosa, Höhe 2 m,Breite 2,50 m

‘Kyushu‘: Blüten cremeweiß, beim Verblühen rosa, Höhe 3 m,Breite 3 m

‘Limelight‘: hellgrün blühend, Höhe 2 m, Breite 2 m

‘Pinky Winky‘: weiß bis limonenfarbig, später rötlich blühend, Höhe 2 m, Breite 1,50 m

‘Wims Red‘: weiß, später bordeauxrot blühend, Höhe 1,50 m, Breite 1,50 m


Eichenblatthortensien Hydrangea quercifolia

‘Harmony‘: Blüte cremeweiß, später rosa, Höhe 2 m, Breite 2 m

‘Snowflake‘: cremeweiß, später rosa blühend, Höhe 1,50 m, Breite 1,50 m


Kletterhortensie Hydrangea petiolaris weiß, Höhe 10 m, Breite 3 m


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