Wohn-Ideen für den Garten

Foto: K3-Landschaftsarchitektur VS

Wohnlich gestaltete Sitzplätze für das „grüne Zimmer“

Gute Gärten sind persönliche, erzählende Gärten. Sie können viele Formensprachen sprechen, groß oder winzig sein. Ihre Qualität ist nicht durch die Baukosten bestimmt, sondern durch die gedankliche Auseinandersetzung mit dem freien Raum um das Haus. Den Garten als erweiterten Wohnraum zu betrachten, ist eine uralte Idee, die aber selten konsequent umgesetzt wird. Viele Hausbauer machen den Kardinalfehler, anzunehmen, dass man sich auf einer Terrasse wohl fühlt, die einfach in Verlängerung des Wohnzimmers gebaut wurde, völlig offen und ohne Schatten. Es ist zunächst nicht mehr als eine befestigte Fläche, aber man wird das Gefühl nicht los, auf einem Präsentierteller bloßgestellt zu sein.

Dabei braucht es nicht viel um den Garten bewohnbar zu machen. Fehlender Schatten ist eines der Hauptübel in vielen Gärten, denn so wird zwar im Frühling gern auf der Wiese oder auf der Terrasse gesessen, doch in der prallen Sommersonne verzieht man sich schnell wieder ins kühle Innere. Ein schöner breitkroniger Schattenbaum würde da schon viele Probleme lösen. Die Kosten hierfür sind tatsächlich überschaubar. Eine geräumige Terrasse, vielleicht mit Dach versehen und als nächste Investition ein Laube oder Ähnliches, machen den Garten „wohntauglich“ in dem gefrühstückt, entspannt, gegrillt oder auch gekocht werden kann und in dem die Kinder gerne spielen werden. Gärten sollten immer mehrere Sitzplätze aufweisen. Dieses Prinzip funktioniert auch im kleinsten Garten oder Gartenhof. Wichtig hierbei ist es, eine geschützte Situation zu schaffen, um Geborgenheit zu spüren, Privatsphäre zu erlangen. Der Hauptsitzplatz liegt zweifelsohne in der unmittelbaren Nähe des Wohngebäudes. Eine Südwestlage ist angenehm, da hier nicht den ganzen Tag über die vollste Sonneneinstrahlung auftrifft. Ein weiterer Sitzplatz kann zum Beispiel vor dem Haus platziert sein, im Vorgarten, Platz für eine kleine Sitzgruppe oder auch nur ein Feierabend-Bänkchen reichen völlig aus. Ein weiteres kleines Plätzchen findet sich sicher noch in der äußersten Ecke des Gartenraumes, zum Beispiel an der Rückwand der Garage angeordnet oder in der Ecke des Grundstücks von Sträuchern eingerahmt. Am besten findet man „seine“ Lieblingsplätze im Garten, wenn man sich die unterschiedlichen Sonnen- und Schattensituationen im Laufe eines Tages und eines Jahres auf einer Funktionsskizze des Grundstücks notiert und die Vor- und Nachteile auflistet. Dann finden sich meist rasch auch passende Stilmittel und Gestaltungsansätze, um stimmige raumbildende Elemente einzubauen.


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Lesen Sie den ausführlichen Bericht ab Seite 134 in der Ausgabe Mai/Juni 2016 mein schönes zuhause°°°


Carola Ettwein

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