Terrassen-Steinwelten

Beispiel für eine moderne Terrasse

Wege, Terrassen, Sitzplätze, Stufen, Einfassungen und Rahmungen – wer da einfach irgendeinen Stein nimmt, liegt schnell daneben mit seiner Gestaltung. Verlassen wir uns lieber auf die Tipps und Trend­prognosen von Michael Pieler, Steinexperte beim österreichischen Gartenteam Lederleitner.

Im Wechsel der Jahreszeiten sind Terras­sen, Mauern und Wege die größten Kons­tan­ten im Garten. Von buntem Schiefer-Kalksand­stein bis hin zu coolem Beton reicht die Pa­lette für Terrassenböden, Wege und Co. Einfallsreich und professionell eingesetzt, unterstreichen die Werkstoffe eine wohnliche At­mosphäre oder setzen Kontraste in der Architektur. Auf der Suche nach natürlichen Bauma­te­rialien hat Naturstein in jüngster Zeit wieder Hochkonjunktur.


Als bewusster Ge­gen­satz zur künstlichen und schnelllebigen Zeit wird der natürliche Stein als der Inbegriff für Ru­­he, Besinnung und Entspannung in und um das eigene Heim wiederentdeckt. „Die mediterranen Farben der Na­tursteine sind im Ga­r­­ten noch immer ungeschlagener Trend“, be­­stätigt Michael Pieler. „Man verbindet mit den Tönen von Terra­kot­ta bis Orange am ehesten die Gefühle von Ur­laub, Erholung und Wohlbe­finden.“


Auch Klinkersteine gibt es in neuen, warmen Rottönen und Gelbnuancen. Mit den klassischen rechteckig oder quadratisch geformten Tonsteinen lassen sich außergewöhnliche Kombinationen zaubern: Als Trittsteine inmitten eines Kiesbeetes etwa wirken die traditonellen Klinker äußerst modern.


Ob als Sichtschutz, Einfriedung oder Ein­fas­sung geplant: Natursteine sehen durch ihr Farbenspiel und die unregelmäßigen Fugen auch als Mauerstein besonders lebendig aus. Ihre Grenzen finden sie allerdings in ei­nem modernen Garten. „Ein Naturstein mit Patina kann durchaus gewollt Kontraste zur modernen Stilistik setzen. Aber das ist schon die hohe Kunst der Gestaltung“, warnt Mi­chael Pieler. „Zu der klaren Strenge einer gradlinigen Haus­ar­chitektur passt eher ein Grey­stone, Schiefer oder ein einfarbiger Kalk­stein“, findet der Österreicher. Selbst wenn die Oberfläche der Steine wie beim Schiefer uneben ist, spiegelt sowohl die küh­le Farbe als auch ihr gerader Kanten­schliff die strikte Linie der Archi­tektur wider. Und, hier die kleine Schule der Gartenharmonie, nur wenn Haus, Wege, Ter­rasse und Garten stimmig sind, brauchen sich Platten und Steine auch in kargen Zei­ten nicht zu verstecken.


„Die neuen Großformate unterstreichen dieses Selbstbewusstsein noch“, sagt der Stein­fachmann. Formate mit Maßen von 90 mal 60 Zen­ti­metern stellen das Verlegema­terial in den Vordergrund. Auch werden die Steine und Platten sehr viel einfacher verlegt. „Obgleich die technischen Möglichkeiten heu­te unendlich größer sind als noch vor einigen Jahren, verzichtet man auf aufwendige or­­na­­mentale Muster und verlegt stattdessen schlichte Reihen mit Kreuz­fugen. Das unterstreicht nochmals den Eindruck von Ruhe und Weite“, beschreibt es Michael Pieler.


Apropos Technik: Den Fortschritt kann man trotz aller Sehnsucht nach Vertrautem nicht aufhalten. Und so gibt es, quasi als Nach­fol­ger der Steinimita­tionen aus Beton, sogenannte Techno- oder Kunststeine. Wie das Wort schon erahnen lässt, sind dies technisch hergestellte Steine aus Naturquarz, Por­­zellanerde oder Kunstharz.


Ob diese Nach­ah­mungen nun besser oder schlechter ausschauen, liegt im Auge des Be­trachters. „Letztlich muss man seinem Ge­fühl vertrauen“, sagt Michael Pieler. Wer sich in ein Pro­dukt verliebt hat, wird es auch nach Jahren noch gern haben.



Tun und lassen


Die Grundsätze gelungener Gestaltung:


  • Der Terrassenboden sollte nicht mit dem Mobiliar konkurrieren.
  • Das Material und die Farbe der Haus­fassade müssen mit der Pflasterung im Garten harmonieren.
  • Vor allem bei bodentiefen Fenstern gilt es die Wechselwirkung zwischen Innen- und Außenraum zu bedenken: Verlege­rich­tung, Farbe und Material müssen aufeinander ab­gestimmt sein.
  • Wege im Garten sollen das Grundstück räum­lich teilen und einen Spannungs­bo­gen zwischen Nutzen und Ästhetik schaffen.

Die häufigsten gestalterischen Fehler:


  • Weitläufige, komplizierte ornamentale Pflas­terung ohne Bezug zur Umgebung
  • Falscher Verband für die Funktion der Flä­­che, wie etwa Kreuzverband auf Zu­fahrts­wegen
  • Bunte, lebhafte Pflasterung zur kleinteiligen Prachtbepflanzung
  • Terrassen mit aufwendigem Pflastermus­ter, das durch zu viele Pflanztöpfe, Contai­ner-Schirme und Stühle verdeckt wird
  • Plumpe, ungekonnte Übergänge von ei­nem Belag zum anderen
  • Pflasterbilder an Plätzen, die keiner sieht

Mehr zum Thema Moderne Terrassen

Moderne Terrassen: Tipps zur Planung

Moderne Terrassen: Tipps zur Planung

Wie man die Terrasse einrichtet, das ist eine persönliche Stil- und Geschmacksfrage. Die Möglichkeiten sind schier...

Terrassen-Ideen: Harmonisch - Holz & Blumenmeer

Endlich wieder draußen sitzen: Terrassen-Ideen

Gut geplant macht länger Freude. Wir stellen Ihnen gelungene Terrassen-Ideen vor und holen Expertenrat ein, welche...

Mehr zum Thema Moderne Gartengestaltung

Kleiner Garten, großes Erlebnis!

Kleiner Garten, großes Erlebnis!

Die Natur ruht – gute Gelegenheit, den Garten mal wieder kritisch zu beäugen. Diese Familie hat sich professionelle...

Der Garten wird immer mehr zur Ganzjahresattraktion. Das gilt sowohl für die Optik als auch für die Nutzung.

Willkommen in der neuen Garten-Saison

Eigentlich ist der begriff Trend für Gärten unpassend. Eine gute Gestaltung sollte schließlich locker 25 bis 30...

Zeitschrift: Mein Schönes Zuhause³ – Hier bestellbar.

Mein Schönes Zuhause³

Schöne Häuser, schöne Gärten, schöner Leben. Hatte Ihr Mann nicht versprochen, dass Sie es schön haben werden …?