Grasrecycling mit Roboter-Rasenmähern: Rasenmähen 2.0
Gras mähen, die Umwelt schonen, mehr Freizeit haben und dabei gleichzeitig noch sparen – geht das überhaupt? Der...

Was ist das Besondere an Rasen?
Klaus Müller-Beck: Er beruhigt die Sinne und entspannt den Körper. Mir gefällt, dass sich Gräser bei ausreichender Pflege immer wieder regenerieren können.
Was unterscheidet Rasen von Gras?
Klaus Müller-Beck: Gräser der Wiesen und Weiden dienen in der Regel als Tierfutter. Massenwuchs und Inhaltsstoffe sind Qualitätskriterien. Rasengräser müssen demgegenüber vielschnitt- und trittverträglich sein. Eine hohe Triebzahl – also Anzahl Triebe pro Quadratmeter, die bei Golfgrün beispielsweise mehr als 100.000 pro Quadratmeter beträgt – ist wichtig für den Rasenteppich, der in die Breite wächst und möglichst wenig Masse produziert.
Wovon hängen Wohl und Wehe eines saftigen Hausrasens vor allem ab?
Klaus Müller-Beck: Die wichtigsten Voraussetzungen: regelmäßig Mähen, ausreichend Beregnen, angemessen Düngen.
Welche Rasenart mögen Sie auf einem Hausgrundstück warum am meisten?
Klaus Müller-Beck: Eine gute Mischung ist für mich ein Spiel- und Gebrauchsrasen, der aus den Gräsern Wiesenrispe und Deutsches Weidelgras mit einem kleinen Anteil an Rotschwingel bestehen sollte.
Ist Englischer Rasen der König des Rasens oder nur der Gipfel der Langeweile?
Klaus Müller-Beck: Bisher haben mich Rasenflächen in England meist enttäuscht! Steht „Englischer Rasen“ für Tiefschnitt, handelt es sich um eine Komposition aus Agrostis und Festuca, die „hohe Schule". Hier sind Fachleute gefragt, die etwa ein Golfgrün pflegen, auch wenn es auf drei bis fünf Millimeter geschnitten wird.
Wer partout Englischen Rasen wünscht, muss sich worauf einstellen?
Klaus Müller-Beck: Pflegen, pflegen, nochmals pflegen! Regelmäßiger Schnitt bedeutet, dass bei einem Aufwuchs von 30 Millimetern bereits auf 20 zurückgeschnitten wird. In der Hauptwachstumszeit bedeutet das dreimal Mähen pro Woche. Der Golf-Greenkeeper mäht siebenmal!
Sind die neuen Rasenkrankheiten besonders bedrohlich oder bewegen sie sich im Rahmen des üblichen Wandels, dem Krankheitsbilder unterliegen?
Klaus Müller-Beck: Man darf sie weder unterschätzen noch dramatisieren; manche stehen wohl in Verbindung mit dem Klimawandel. Auch wachsende Reisetätigkeit, etwa von Golfspielern, schleppt manche neue Rasenkrankheit ein.
Wie stehen Sie zu Kunstrasen?
Klaus Müller-Beck: Ich bevorzuge im Hausgarten die natürliche Ausführung. Aber auf Flächen, die im Jahr mehr als 800 Stunden belastet werden – manche Fußballplätze – ist Kunstrasen sinnvoll und praktisch.
Was leistet die Deutsche Rasengesellschaft?
Klaus Müller-Beck: Sie betreut Forschungsprojekte, sorgt für Erfahrungsaustausch und entwickelt Empfehlungen für Regelsaatgut-Mischungen. Wir sind zudem maßgeblich bei der Ausbildung der Golf-Greenkeeper beteiligt. In einem Satz: Wir geben dem Rasen eine Stimme.