Und ewig grüßt das Sommerloch
Tritt im Garten die Blühpause ein – ein Vorgang ebenso erklärlich wie natürlich –, werden manche Gartenbesitzer zu...

Ertragssteigerung durch frühe Bodenarbeit und Versteher-Strategien
Tomaten brauchen eine möglichst konstante warme Temperatur (Ganztagssonne), Nährstoffe und Wasser. Allerdings ist es eine Frage der Erfahrung, die Pflanzen richtig zu düngen. Leichter und effektiver ist es, vor der Aussaat den umgegrabenen Boden mit Dung und Kompost anzureichern. Manch ein Tomaten-Versteher schwört sogar auf Algen-Flüssigdünger und eingeweichten Schafsmist. So versorgt können die roten Gaumenfreuden viele Jahre am gleichen Ort platziert werden. Die Pflanze selbst muss stets mit ausreichend Wasser versorgt werden. Ausgebreiteter Mulch minimiert die Verdunstung.
Aussaat, Anzucht und kleine Tricks
Experten bevorzugen Samen aus Qualitäts- oder Neuzüchtungen, statt Jungpflanzen zu kaufen, die selten als Sorte gekennzeichnet werden und somit die Auskunft über Krankheitsresistenz, Fruchtansatz und Erntezeitraum schuldig bleiben. Mitte Februar wird der Samen in der Keimbox ausgesät. Sobald die Keimlinge nach zwei bis drei Wochen vier Blätter entwickelt haben, werden sie in Einzeltöpfe pikiert und ganz klassisch nach den Eisheiligen im Mai ins Freiland oder Gewächshaus ausgesetzt.
Die Tomentenzucht unter Glas ist in unseren Breitengraden erfolgversprechender als im Freiland. Hat man kein Gewächshaus zur Hand, liefert ein Topf vor besonnter Wand am ehesten Gärtnererfolge. Um die Nährstoffversorgung zu optimieren, wird die Pflanze bis zu den unteren Blättern eingegraben. So treibt sie zusätzliche Wurzeln zur Wasseraufnahme. An windgeschützten Standorten hilft man der Bestäubung der Blüten auf die Sprünge, indem die Pflanze vorzugsweise in den Mittagsstunden leicht geschüttelt wird.
Stab- und Buschtomaten
Stabtomaten wachsen bis zu 6 Meter Höhe und sterben dann ab. Sie benötigen von Anfang an eine Stütze. Ab Juni bindet man die Pflanzen locker an Holzstäben auf. Die Früchte reifen über einen Zeitraum von sechs Monaten, in denen regelmäßig geerntet werden kann.
Buschtomaten erreichen eine geringere Höhe von etwa 80 Zentimetern. Sie werden nur aufgebunden, damit die Früchte nicht an der Erde liegen und faulen. Die Ernteperiode beträgt kurze zwei bis vier Wochen.
Entgeizung und sorgfältiges Blattwerkeln
Alle Tomatenpflanzen entwickeln ständig kraftraubende Seitentriebe. Diese müssen an den Blattachseln ausgebrochen werden, aber bitte so, dass der Haupttrieb unverletzt bleibt. Das gelingt am einfachsten in den Morgenstunden, wenn die Blattstängel wegen des prallen Gewebes glatt und knackig sind. Damit der Boden viel Licht bekommt und um Pilzkrankheiten vorzubeugen, müssen untere Blatttriebe ebenfalls entfernt werden. Gleiches gilt für jene, die Fruchttrauben beschatten oder sich gelb verfärben und ohne Effekt nur Energie ziehen. Hier darf man ruhig beherzt vorgehen, denn für den Fruchtansatz reicht der Haupttrieb aus.
Ernte, Lagerung und nachreifende Sommererinnerungen
Die Fruchtreife bei den neuen Sorten dauert etwa 50 bis 70, bei alten Sorten um die 90 Tage. Sobald die Früchte Farbe annehmen, entzieht man der Tomatenpflanze die Feuchtigkeit, um die Entfaltung des Geschmacks zu maximieren. In der Phase der Rotfärbung wird geerntet. In den ersten Herbstfrösten sterben die Pflanzen langsam ab, dann sollten alle Früchte geerntet sein.
Die geborgenen Tomaten, die man zusätzlich in Zeitungspapier einwickeln kann, reifen an einem kühlen dunklen Raum nach. Kleine Sorten kann man in Eierkartons nachreifen lassen.
Grüne Tipps gegen Genussverderber
Krautfäule
Tomaten sind Nachtschattengewächse. Daher sollte man sie im zeitlichen Sicherheitsabstand von zwei Jahren in ehemaliger Kartoffelerde anbauen. Krautfäule macht sich durch hellbraune Flecken auf den Blättern bemerkbar, der später auch den Fruchtbestand in Begleitung von Schimmelrasen zum Absterben bringt. Ein Sud aus Knoblauch- und Zwiebelschalen hilft bei den ersten Symptomen.
Viren
Welkende, vergilbende und fleckige Blätter sowie schwacher Fruchtansatz sind die klassischen Anzeichen für eine Vielzahl von Virenarten. Gesunde Jungpflanzen und regelmäßiger Bodenaustausch gelten als die beste Prophylaxe.
Blütenfäule
Eine verhärtete Stelle am Boden könnte ein erstes Anzeichen dafür sein, dass die Pflanze zu wenig Wasser und dadurch nicht genügend Kalzium bekommen hat. Das passiert verstärkt auf Torf oder saurem Boden. Kleinfruchtige Sorten kommen mit solchen Widrigkeiten relativ gut zurecht.
Weisse Fliege
Die Fliegeneier finden sich auf der Blattunterseite, sie verursachen Fraßschäden, saugen den Pflanzensaft und sondern einen Honigtau ab, auf dem sich ein Pilz ansiedelt. Weiße Fliegen überwintern auf Stauden, deshalb sollten diese Pflanzen nicht im gleichen Gewächshaus stehen, in dem später Tomaten gezüchtet werden. Die Nachbarschaft von Zinnien, Tagetes oder auch Basilikum wirkt Wunder.
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