Audienz beim Thronfolger
Die Englische Rose begeht dieses Jahr ihr 40. Jubiläum. Seit Langem ein Klassiker und mit ihrem Erfinder David...

Die Echte Pfingstrose (Paeonia officinalis), heimisch im gesamten Mittelmeerraum und in den Höhenlagen Mittel- und Südeuropas, wurde einst von Benediktinermönchen im Mittelalter über die Alpen gebracht. Sie diente einst als Heilpflanze. Aus ihren Wurzeln und Samen wurden Mittel gegen Krampfanfälle, Darmstörungen, Gicht und Epilepsie gewonnen. Von den Klöstern aus nahmen sie ihren Weg in die Bauerngärten. Heute gedeihen in den heimischen Gärten jedoch überwiegend Edel-Pfingstrosen aus Ostasien (Paeonia lactiflora). Ihre immer neuen Blüten- und Farbvariationen scheinen unerschöpflich: 3.000 Sorten, darunter Stauden- und Strauchformen gibt es bislang.
In der christlichen Symbolik steht die auch als „Marienblume“ bekannte Pfingstrose für Reichtum, Gesundheit und Schönheit. Also kaum verwunderlich, dass die „Rose ohne Dorn“ schon auf mittelalterlichen Tafelbildern auftaucht. Später zählte sie, wie an den opulenten Gemälden zu erkennen, zu den Lieblingen der Impressionisten wie Manet, Delacroix und Renoir.
Die beste Pflanzzeit der Päonie ist Oktober bis November, dann, wenn sie ihr altes Laub verloren hat. Wer sie dennoch im Frühjahr oder Sommer in die Erde bringen möchte, kann auf getopfte Pflanzen zurückgreifen. „Sonnig und auf nährstoffreichem Boden sollten sie stehen“, sagt Aglaja von Rumohr, Inhaberin der Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin in Sulzburg-Laufen, die knapp 200 Sorten in ihrem Sortiment führt.
Nicht immer blüht die Päonie gleich im ersten Jahr, mitunter tut sie es erst im zweiten oder dritten. Doch hat die knapp ein Meter hohe Staude endgültig Wurzeln geschlagen, blüht sie Jahr für Jahr üppiger. Aufs Umpflanzen reagiert sie mitunter mit einem mehrjährigen Blühstreik. Wie auch immer: Die robuste, pflegeleichte und überaus standorttreue Pfingstrose gilt unter Kennern als „Pflanze für ein ganzes Leben.“