Faszination Wassergarten Teil 3 - Schwimmteiche
Der Schwimmteich ist die S-Klasse unter den Wassergärten. Wer so viel Naturerlebnis und Erholungs-Mehrwert besitzt,...

Wasser. Dichter haben seine Kraft in Versen beschrieben, Maler seine Vielfältigkeit auf Leinwänden festgehalten. Es plätschert, blubbert, gurgelt in kleinen Rinnsalen, klatscht und tropft von hohen Felsen herab und oft fängt sich das Sonnenlicht in tausenden Wassertropfen, wenn Speier und Fontänen mit dem nassen Element spielen. Was in den historischen Mustergärten als purer Luxus galt und was sich in so ausschweifender Weise nur Könige und Fürsten leisten konnten, hat bis heute nichts an Reiz verloren. Zierteiche und Wasserbecken sind in erster Linie dekorative Ausstattungselemente des Gartens, die selbst noch auf kleinster Fläche Platz finden. Streng geometrisch gestaltete Wasserbecken lassen sich ausgezeichnet selbst in beengte Situationen integrieren.
Wasser im Garten
Wasser findet sich in verschiedensten Varianten in heutigen Hausgärten. Ein kleiner Streifzug soll ein paar davon anschaulich machen. Nachmachen ist ausdrücklich erlaubt.
Vogeltränken sind wohl die einfachste Form von Wasserspiel. Eine flache, schlichte Schale oder eine gepflasterte Mulde reicht aus, um die Tiere zu einem Bad einzuladen. Zu ihrem Schutz ist es wichtig, die Tränke frei oder auf einem Sockel erhöht aufzustellen. Andernfalls ist es für Katzen ein Leichtes, sich unbemerkt an die Vögel anzuschleichen.
Eine weitere attraktive Wasserinszenierung sind Quell- und Sprudelsteine, die ebenfalls wenig Platz in Anspruch nehmen und besonders in kleinen Gärten, aber auch in Terrassennähe oder vor den Wohnzimmerfenstern Akzente setzen. In Vorgärten und Eingangsbereichen sorgen sie für ein freundliches Willkommen. Typischerweise werden diese Sprudelelemente belagsgleich gebaut und von großen und kleinen Kieselsteinen umsäumt. Wer es strenger liebt, der kann auch mit einer formal geschnittenen Gehölzhecke – zum Beispiel aus Buchs – oder mit einem breiten Plattenstreifen abschließen.
--
Figuren im Wasser
Sehr edel erscheint Wasser, wenn es in Verbindung mit Figuren oder Skulpturen arrangiert wird. Oft sieht man die in Verbindung mit Gartenbrunnen. Diese Brunnenkunst ist mitunter recht aufwendig, präsentiert sich aber in ihrer Individualität als ganz besonderes Schmuckstück im Garten. Eine frei stehende Brunnenform sollte auf einer großzügigen Rasen- oder Belagsfläche platziert und von allen Seiten gleichermaßen anzuschauen sein. Die Wasserzufuhr erfolgt meistens mittig, da alle Seiten gleichwertig sind. Längliche große Wasserbecken werden oft an ihrer schmalen Stirnseite mit figürlichen Speiern verziert: Das Wasser läuft aus Krügen, rinnt über Muscheln oder spukt aus breiten Fischmäulern. All diese Beispiele haben einen Vorteil: Die Brunnen wirken dekorativ, auch wenn die Anlage mal nicht in Betrieb ist.
Eine weitere Variante, mit der sich manches kombinieren lässt, sind Wandbrunnen. Sprudelndes Wasser aus Mauern und Wänden kennt man vor allem aus den historischen Gartenanlagen der Mittelmeerländer, wo es für angenehme Kühle in Höfen und Atrien sorgt. Masken- und Tierköpfe als Wasserspender sind oft recht verspielt. Manchmal ist ein zurückhaltender Speier die schönere Lösung. Durch einen breiten, leicht nach unten gebogenen Auslass kann das Wasser als gleichmäßiger Vorhang fließen. Ein Wandbrunnen stellt gewissermaßen die Quelle dar, während das Wasser dann über Treppen, Kaskaden oder in Rinnen seinen Weg bis zum Teich oder zum Wasserbecken bahnt.
Des Wassers Lauf
Solch ein Wasserlauf erfüllt noch eine andere Funktion: Er trennt einzelne Gartenbereiche voneinander ab, beispielsweise Pflanz- oder Rasenflächen von Belagsflächen. Bei einem breiten Wasserlauf kann man flache Trittblöcke einbauen oder über Teilabschnitte stabile Roste legen, zwischen deren Stäben das Wasser hindurch- schimmert. Unter einem „Wasserbecken“ versteht man landläufig ein Behältnis mit senkrecht abfallenden Wänden und einem möglichst großen Volumen. Es ist das streng gestaltete Gegenstück zum naturnahen Gartenteich, ohne dass es starr und unbelebt wirken muss.
Bei einer ausreichenden Tiefe von mehr als 80 Zentimeter können Wasserpflanzen und Fische im Freien überwintern. Für eine dauerhafte Lösung empfehlen sich Wände und Boden aus armiertem Beton. Betonwinkelsteine erfüllen dieselbe Funktion, müssen aber mit einer Folie ausgekleidet werden. Alternativ bietet der Handel auch fertige Kunststoffbecken an, die leichter und preisgünstiger einzubauen sind. Der Rand ist meist mit schweren Steinplatten ausgebildet, die etwas überkragen, um so den Beton- oder Kunststoffrand besser zu kaschieren. Sind die Beckenränder um 30 bis 40 Zentimeter erhöht, bilden sie einen idealen Sitzplatz in nächster Wassernähe.
Was bei ausgedehnten Wasserelementen oft unterschätzt, aber bei der Planung unbedingt berücksichtigt werden sollte: die hohe Wasserverdunstung und der damit verbundene Wasserverlust. Ökologisch verantwortungsbewusst handelt, wer vor der Errichtung der Anlage prüft, wie viel Regenwasser sich einspeisen lässt und ob möglicherweise andere natürliche Vorkommen kostbares Leitungswasser ersetzen können. Weiches, kalkarmes Regenwasser eignet sich ohnehin am besten zur Befüllung der Schalen und Becken, denn im Leitungswasser ist oft zu viel Kalk enthalten, der sich dann in unschönen und nur schwer zu entfernenden Rändern an den Wandflächen ablagert.
Nicht zu vergessen ist ein ausreichend großer Auffangschacht, aus dem das Wasserspiel versorgt wird. Wer sich ein Wasserspiel im Garten zugelegt hat, wird sich fragen, wie er es bislang ohne aushalten konnte