Moderne Terrassen: Tipps zur Planung
Wie man die Terrasse einrichtet, das ist eine persönliche Stil- und Geschmacksfrage. Die Möglichkeiten sind schier...

Der Domino-Effekt: Ursprünglich sollte dem Haus nur ein Carport zugefügt werden, was Konsequenzen hatte für den Eingangsbereich. Wenn schon neue Zugänge, dann auch gleich einen überdachten Gartenfreisitz – und wünschen wir uns nicht schon lange einen kleinen Schwimmteich?
Die ansässigen Landschaftsarchitekten der Firma arbol Landschaft waren Ideenlieferant und Wunscherfüller für das Projekt. Gerade begrenzte Platzverhältnisse verlangen Disziplin und Akribie: Viele kleine Nischen oder zu dominante Untergliederungen würden Kleinteiligkeit noch befördern statt zu kaschieren. Wie für Innenräume gilt auch für Außenräume: Wohnlichkeit lässt sich eher durch die Konzentration auf einige ausgewählte, hochwertige Materialien herstellen denn durch ein Sammelsurium. In diesem Fall bestimmen moderne Baumaterialien wie Stahl, Glas, Beton und hochwertige Natursteine die Szenerie.
Im Mittelpunkt aber, Zentrum für Auge, Seele und Körper: das Naturelement Wasser. Und zwar in Gestalt eines kleinen, streng gefassten Schwimmteichs, dessen nutzbare Größe rund 4 mal 4 Meter beträgt. Er ist dreigeteilt: in den Schwimmbereich mit den Abmessungen 4 mal 3 Meter und einer Wassertiefe von 2 Metern. Außerdem gibt es den hausnahen Wassertretbereich, 4 mal 1 Meter groß, und das Aufbereitungsbecken mit den integrierten Filterpaketen, das 4 mal 2,5 Meter misst.
Der Schwimmteich wurde zuerst mit Betonschalsteinen aufgemauert, anschließend mit einer maßgeschneiderten Folie ausgekleidet und zum Schluss komplett mit vorgestellten Granitstelen verkleidet. Die Folienkonstruktion ist an keiner Stelle des Schwimmteichs sichtbar. Für die neue, direkt ans Wohnzimmer grenzende Terrasse haben sich die Landschaftsarchitekten eine filigrane Stegkonstruktion ausgedacht, die Verbindungsweg zur zweiten überdachten Terrasse ist. Die Terrassenbeläge wurden in schweizerischem Andeer-Granit ausgeführt, die Stegkonstruktion in Granit auf einem durchlaufenden Stahlträger.
Ein auffälliger Blickfang mit Mehrfachnutzen ist die rückwärtige, brüstungshoch mit Cortenstahl verkleidete Wand. Sie fängt die bestehende Hangsituation auf, belebt mit integrierten, separat zuschaltbaren Wasserspeiern den Schwimmteich und reichert das Gewässer mit Sauerstoff an. Eine weitere frei stehende Cortenstahlwand am Grundstücksende schließt das Areal gegen Blicke von außen ab. Auch die Treppenanlage zwischen neu gestaltetem unteren Gartenbereich und bestehendem oberen gab es in dieser Stimmigkeit vorher nicht.
Hand legten die Landschaftsarchitekten natürlich auch bei der Bepflanzung an. Manche Pflanzen erhielten einen neuen Standort, andere neue Nachbarn. Immer aber unterstützen sie die Harmonie des Gesamtensembles und verbinden die einzelnen Abschnitte effektvoll miteinander. Nachts wird die Anlage mit punktuellen Lichtern in Szene gesetzt.
Jedem Detail wurde in diesem Garten die nötige Sorgfalt zugebilligt, da wegen der Überschaubarkeit immer alles im Blick ist. Ein Grund, weshalb kleine Gärten vergleichsweise kostenintensiv sind. Hier fehlen zum Beispiel Rasenflächen, die den Aufwand pro Quadratmeter reduzieren. Dafür bereiten kleinere Anlagen schnell Freude und sind meistens auch weniger pflegeaufwendig.