Pflanzen am Haus – So findet man den richtigen Platz

Nicht nur die Himmelsrichtung ist von Bedeutung, wenn man Pflanzen für die jeweilige Hausseite auswählt – auch auf die Windrichtung kommt es an.

Ein gut geplanter Garten sollte ein Haus einfassen wie ein individuell abgestimmter Rahmen. Vor allem in Hausnähe sind eine Menge wichtiger Regeln zu beachten.

Unverrückbar steht das Haus auf seinem Grundstück. Eine Immobilie eben. Allein durch seine bloße Existenz spielt es eine maßgebliche Rolle für die Gestaltung des Gartens, wenn sich ein harmonisches Ganzes ergeben soll. „Das Haus hat auf jeden Fall einen deutlichen Einfl uss auf das Kleinklima in seiner unmittelbaren Umgebung“, erklärt Britta Cox von der Mönchengladbacher Firma Terra baut Gärten.


Die studierte Agraringenieurin beschäftigt sich seit langem mit der Planung, Anlage und Pflege privater Gärten und richtet dabei ihr Augenmerk immer besonders auf die standortgerechte Pflanzenauswahl. „Wie überall im Garten müssen wir natürlich bei der Suche nach Pflanzen für die unmittelbare Hausumgebung zunächst einmal schauen, wie die mikroklimatischen Verhältnisse sind.“


Vollsonnig oder komplett im Schatten, völlig geschützt oder in einer Windschneise – Extreme gibt es ihrer Erfahrung nach direkt am Haus häufiger als im sonstigen Garten. „Auch Farbe und Beschaffenheit des Mauerwerkes sind Faktoren, die wir immer genau unter die Lupe nehmen“, so Cox. Ist die Fassade hell, reflektiert sie das Licht, speichert aber die Wärme nicht unbedingt, dunkle Mauern hingegen absorbieren Licht und geben je nach Material auch Stunden nach Sonnenuntergang noch Wärme an die Umgebung ab. „Davon können Pflanzen durchaus profitieren“, hat Britta Cox beobachtet.


Die Fassadenfarbe ist für Gartenprofis wie Cox, deren Arbeitgeber Terra baut Gärten wie rund 60 andere Garten-Landschaftsbau-Betriebe in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu den Gärtnern von Eden gehört, bei der Pflanzenauswahl auch unter einem anderen Gesichtspunkt wichtig. Sie sollte Einfluss auf das Farbkonzept der Bepflanzung haben. „Dunkellaubiges verschwindet optisch geradezu vor einer allzu dunklen Wand“, warnt sie, und ist damit gleich bei den ästhetischen Aspekten, die es bei der Bepflanzung der unmittelbaren Hausumgebung zu berücksichtigen gilt.


„Proportionen spielen hier eine ganz besonders große Rolle. Die Bepflanzung darf das Haus auch nach einigen Jahren nicht erschlagen. Deshalb ist es sehr wichtig, vor dem Pflanzen zu wissen, welches Größenwachstum zu erwarten ist.“


Und das ist nur ein Grund, warum Britta Cox die Zusammenarbeit mit einem Gartenprofi empfi ehlt. „Außerdem muss man sich immer klar machen, dass das Haus für eine Pflanze, die in seiner unmittelbaren Umgebung gepflanzt wird, ein Hindernis darstellt und berücksichtigen, wie sie damit umgehen wird.“ Konkret nennt sie die Entwicklung der Wuchsform: „Viele Gehölze haben die Tendenz, sich von diesem Hindernis wegzubewegen, also nicht ihren natürlichen Habitus auszubilden, wie sie es täten, wenn das Haus dort nicht stünde.“


Doch nicht nur die oberirdische Entwicklung einer Pflanze kann mit dem Haus kollidieren. „Wir berücksichtigen bei der Wahl der Bepflanzung immer auch deren Wurzelausbildung. Denn neben ästhetisch unschönen Dingen wie gehobenen Bodenplatten kann allzu großer Wurzeldruck tatsächlich auch gravierende Schäden am Haus selbst verursachen“, so die Expertin.


Es gibt also Einiges zu bedenken, bevor rund um die Immobilie der Spaten geschwungen werden kann. Doch wer das – am besten mit Unterstützung eines Profis – tut, dem sind eigentlich kaum Grenzen gesetzt, so das Resümee von Britta Cox: „Die Auswahl an Pflanzen ist so riesig, dass es selbst unter Berücksichtigung aller Standortfaktoren, ästhetischer und stilistischer Vorlieben immer genug Möglichkeiten gibt, um einen ganzjährig attraktiven grünen Rahmen für das Haus zu schaffen.“


Christiane Stoltenhoff , Michael Schweer

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