Japanische Gärten – die Lust am Minimalen

Alle Fotos: Gärtner von Eden

Fernöstliche Gärten leben von einer Vielzahl von Detaillösungen. Wasser, Wege, Brücken und so manches geformte Gehölz gehören dazu

Aus einem Bambusrohr tröpfelt Wasser, ein Bächlein murmelt, ein Pfad schlängelt sich scheinbar endlos vorbei an moosbedeckten Steinen und sorgsam geharkten Kiesflächen: Japanische Gärten haben eine ganz eigene Stimmung – geprägt vom Minimalismus und der Ästhetik, die geschickt gestaltete Gehölze erzeugen. „Damit diese Elemente zu einem harmonischen Ganzen verschmelzen, bedarf es eines professionellen Gartengestalters“, stellt Alexander Jehle vom Unternehmen Schleitzer baut Gärten in München fest, einem von rund 60 Top-Gartengestaltern in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich unter dem Namen Gärtner von Eden zusammengeschlossen haben. Jehle, der Spezialist, ist ein Liebhaber japanischer Gärten, weil sie sich für Grundstücke jeder Größe eignen. „Und natürlich kann man auch Teile eines Areals entsprechend gestalten“. Weil im Reich der aufgehenden Sonne der Grund und Boden knapp und deshalb teuer ist, haben sich die Japaner zu Spezialisten entwickelt, wenn es um die Gestaltung kleiner Flächen geht. Jehle: „Schon wenige Quadratmeter reichen aus.“Zu den typischen Elementen eines japanischen Gartens gehören harmonisch zueinander gefügte Ensembles aus einzelnen Stauden, Gehölzen und Steinen, eine kleine Wasserfläche – vielleicht die Heimat einiger Kois –, grob gepflasterte Wege oder auch eine kleine Brücke. In einem aber sollte man sich nicht täuschen: Klein heißt hier nicht pflegeleicht. Alexander Jehle: „Um das Gesamtbild zu erhalten, ist es unverzichtbar, dass man die Pflanzen in Form hält – damit die Illusion einer Miniaturlandschaft erhalten bleibt. Und das sollten Fachleute erledigen.“ Der Experte rät deshalb, einmal im Jahr Spezialisten mit dem Rückschnitt zu beauftragen. „Unter fachkundigen Händen entwickeln sich Bonsais, Kiefern und Co dann garantiert zu kleinen Kunstwerken.“



Weil Japan ähnliche klimatische Bedingungen hat wie Mitteleuropa, sind nahezu alle Pflanzen, die dort zum Gartenbild gehören, auch in Deutschland einsetzbar.

Hier ein paar Beispiele:


Azaleen

Ob rot, rosa, gelb oder reinweiß, diese Staudenfamilie ist immer eine Augenweide.

Sternmoos

Schöne grüne Teppiche, die sich auch über Steine hinweg ausdehnen können.

Fächerahorn

Ein Baum, der bis zu 15 Meter hoch werden kann, aber besser per Schnitt in Form gehalten wird. Er entwickelt herrliche Herbstfärbungen.

Bambus

Die Art „Phyllostachys bissetii“ übersteht Temperaturen bis zu 20 Grad minus und überlebt so gut alle Winter.

Hartriegel

Ein wunderbarer Winterschmuck. Hartriegel entwickelt je nach Art kaminrote, aber auch gelbe und weiße Rinde. Er blüht weiß, seltener gelb.


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Lesen Sie den ausführlichen Bericht ab Seite 134 in der Ausgabe März/April 2015 mein schönes zuhause°°°


Christiane Stoltenhoff/Michael Schweer de Bailly

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