Und ewig grüßt das Sommerloch
Tritt im Garten die Blühpause ein – ein Vorgang ebenso erklärlich wie natürlich –, werden manche Gartenbesitzer zu...

"Regenbogen" bedeutet Iris im Griechischen. Und wie dieser fasziniert auch das pflanzliche Pendant. Mit ihrer Vielfalt verwandeln Iris selbst unscheinbare Gärten in kleine Farbenmeere. Die wegen ihrer schwertähnlichen Blätter im Volksmund auch „Schwertlilien“ genannten Stauden blühen in Weiß, Apricot, Rosa, Rotbraun, Gelb, Blau, Violett und in diversen Kombinationen. „Irispflanzen sind Multitalente im Garten und sehr anpassungsfähig“, so Gärtnermeisterin Brigitte Stürzenhofecker von der Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin in Sulzburg-Laufen.
Wer pflegeleichte Beete mag, dem empfiehlt sie die weit verbreitete, bescheidene Bart-Iris (Iris barbata). Die wartet mit spektakulären Sorten auf. Beispielsweise mit der ‘Frimousse‘, deren gewellte, aprikosenfarbige Blütenblätter einen starken Kontrast zu den himbeerroten Hängeblättern mit dem orangenen Bart bilden. Ebenfalls aufsehen- erregend: die neue Sorte ‘Noctambule‘. Ihre violetten Hängeblätter tragen ein gelbes Bärtchen und wirken mit den weißen Blütenblättern besonders edel.
Schokolade oder Vanille gefällig?
So vielseitig wie die Farben und Formen der Iris ist auch ihr Duftspektrum. Brigitte Stürzenhofecker: „Viele Sorten haben einen fruchtigen Duft, beispielsweise nach Zitrone, andere riechen nach Schokolade oder Vanille. Vor allem bräunliche Sorten tendieren zu einem Schokoladenduft.“ Besonders intensive Aromen verbreiten unter anderem die veilchenblau blühen- de ‘Adrienne Taylor‘ und die rosafarbene ‘Helene C‘.
Die Kleinen machen den Anfang
Für Bart-Iris gilt: Je kleiner die Pflanzen, desto früher blühen sie auf. Die es bei 20 bis 40 Zentimeter Höhe belassenen machen im April den Anfang. Im Mai folgen die mittleren mit einer Wuchshöhe von 50 bis 70 Zentimetern, bevor im Juni die Zeit der Hochwachsenden mit einer Größe von bis zu 100 Zentimetern anbricht. Einige Iris blühen im September oder Oktober sogar ein zweites Mal. Generell zeichnen sich viele Sorten durch eine besondere Robustheit aus und gedeihen auch an Stellen, wo sich andere Pflanzen verweigern. Brigitte Stürzenhofecker: „Bart-Iris vertragen Trockenheit und Sonne ebenso wie die Steppen-Iris (Iris spuria). Am Wasserrand und in Beeten mit eher frischem Boden fühlen sich die japanische Schwertlilie (Iris ensata) oder die sibirische Schwertlilie (Iris sibirica) wohl.“ Die Blüten beschränken sich auf zwei bis vier Wochen, in dieser Zeit ist die Iris aber voll präsent.
Expertentipps für lange Pracht
Gärtnermeisterin Brigitte Stürzenhofecker: „Iris im Topf können von März bis Oktober gepflanzt werden. Die Rhizome sollten flach eingesetzt und nur wenig mit Erde bedeckt werden. Drücken Sie die Pflanze fest an und wässern Sie diese einmal gründlich, weiteres Gießen ist in der Regel nicht nötig.“ Sie warnt vor Staunässe: „Vor allem bei Bart-Iris und Steppen-Iris führt Wasser, das nicht ablaufen kann, zu Fäulnis und Pflanzenausfällen.“ Also auf einen gut durchlässigen Boden achten. Die Düngung sollte mit Bedacht erfolgen. Hohe Stickstoffgaben machen die Pflanzen anfälliger für Fäulnis und Pilzkrankheiten. Die Staudenexpertin empfiehlt daher, Iris mit einem ausgewogenen, eher kalibetonten Dünger im März zu versorgen und im Juni eine Nachdüngung vorzunehmen.
Fürsorge für eine Gefährdete
Die Sibirische Schwertlilie, Iris sibirica – siehe Foto oben –, wächst mit Vorliebe auf feuchten Streuwiesen, Niedermooren, an Teichrändern und Gräben. Sie ist allerdings in ganz Europa stark gefährdet. Durch die Trockenlegung und Versiegelung von Flächen und die Anreicherung von Nährstoffen in Gewässern (Eutrophierung) verschwindet ihr Lebensraum. Nun wurde die Sibirische Schwertlilie von der Loki- Schmidt-Stiftung zur „Blume des Jahres 2010“ gekürt – und erhält damit die nötige Aufmerksamkeit für ihren deutschlandweiten Schutz.
Hallo Garten, ich komme!
Lesen Sie jetzt das neue E-Book „schön + grün“ mit allen Infos und Trends rund um den eigenen Garten. Direkt zum Download!