Ein Garten wird erwachsen
Als es die Kinder auf die Sonnenliege statt in den Sandkasten zog, hat die Familie ihrer grünen Oase noch einmal...

Ein mit Augenmaß gestalteter Vorgarten, und sei er noch so klein, wirkt wie ein Magnet. Der Blick folgt dem Weg zur Eingangstür, man verlangsamt den Schritt und wird neugierig, wer hinter dem Entree wohl sein Zuhause hat. So entstand das Interesse von Eva Ott für Vorgärten. Die werden in der Gartenplanung häufig sträflich vernachlässigt. Grund genug für Eva Ott, ein Buch über den ersten Eindruck eines Hauses zu schreiben.
„Wenn man im Verwandten- und Bekanntenkreis Garten, Inneneinrichtung und Menschentyp vergleicht, staunt man, wie gut da Vieles zusammenpasst“, hat die Ingenieurin für Landespflege und Grünplanung aus Fürstenfeldbruck festgestellt. Vorlieben für verspielte Accessoires, streng geschnittene Hecken oder wuchernde Wildblumen lassen ziemlich verlässliche Rückschlüsse auf den Charakter der Hausbewohner zu.
Wer einen neuen Vorgarten plant, sollte unbedingt im Blick haben, wie der persönliche Stil und die Lage des Hauses zueinanderfinden. Ob es sich nun um einen kleinen Eingangsbereich oder um die Spezies Hanggrundstück handelt: „Planerische Schnellschüsse bringen selten den erhofften Erfolg“, weiß Eva Ott. Vor dem ersten Spatenstich in der Außenanlage sollten sich Hausbesitzer also im Klaren sein, wie sie ihren Vorgarten nutzen möchten: Soll er nur als Zugang zum Haus oder als Stellplatz fürs Auto dienen? Würde man gern auch einen Sitzplatz einrichten und schöne Beete zeigen?
Ob Geröllgärtchen, ein Gärtchen mit fernöstlichem Touch oder der passende Rahmen für Kunstobjekte: Ein Vorgarten eignet sich besonders gut, ein Thema aufzugreifen und zu verfeinern, ohne dabei seine Funktionalität zu vernachlässigen. „Auch eine Farbe kann Thema sein“, findet Eva Ott und rät für diesen Fall, der Farbfamilie treu zu bleiben, die sich auch im Haus findet.
Ein Feuerwerk der Blüten ist so gut wie sicher, wenn der Vorgarten auf der Südseite liegt: Warme Farben wie Rot, Orange oder Gelb vermitteln ein Gefühl von Nähe. „Dieselbe Pflanzengruppe in Blau wirkt kühler, erreicht aber eine optische Vergrößerung“, sagt sie. Dieser Effekt lässt sich auch mit kalten Farben für Wege- und Platzflächen erzielen: Grauer Granit, dunkler Schiefer oder kühl wirkender Kies vermitteln Ruhe.
Zu einem dunklen, schattigen Garten passen gut weiße oder pastellfarbene Töne, gepaart mit Blatt- und Blütenformen. Dennoch rät die Fachfrau gerade bei der Farbe Weiß zur Vorsicht: „Weiß ist momentan zwar ein großes Thema in der Gartengestaltung, kann aber auch schwierig sein. Etwa dann, wenn die Blüten verblühen. Auch sollten Weißtöne nicht gemischt werden, das wirkt unruhig“, rät die Fachfrau das Mischen von strahlendem Weiß mit ins Beige tendierenden Tönen zu vermeiden.
Ein aufmerksamer Willkommensgruß sind Pflanzen in großen und kleinen Töpfen auf dem Treppenabsatz vor dem Hauseingang: „Die Staffelung der verschiedenen Höhen ist wichtig für die Wirkung“, sagt sie. Ein Topfgarten schafft Spielraum, das Entree je nach Jahreszeit umzugestalten. Hierfür eignen sich sowohl immergrüne Formgehölze als auch Kübelpflanzen, Hortensien zum Beispiel.
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