Winter in der Vase
Setzen wir dem Grau und Weiß vor der Tür doch etwas Herzerwärmendes entgegen. Der 28-jährige Meisterflorist Felix...

Die Welt ist so klein geworden, dass selbst das exotischste Grün auf der heimischen Insel wie ein Ableger aus Omas Garten wirkt. Pflanzen aus aller Herren Länder, gekonnt inszeniert im Wohnzimmer, wirken wie grüne Kunstwerke.
Alocasia Mit ihren großen, weiß-grün gemusterten, ein wenig metallisch glänzenden Blättern ist die Alokasie ein Hingucker. Die Tropenpflanze aus den Gebieten rings um den Stillen Ozean bevorzugt zwar auch im Haus ein schattiges, warmes und feuchtes Klima. Doch wer ihr diese Umgebung bieten kann, bekommt eines der schönsten Blattgewächse, die es als Topfpflanze gibt. Die im Laufe der Jahre immer größer werdenden Blätter wirken besonders im Kontrast zu knalligen Übertöpfen imposant.
Crassula Um einiges genügsamer ist der Geld- oder Pfennigbaum. Die afrikanische Zierpflanze besitzt die Fähigkeit, in ihren fleischigen Blättern Wasser zu speichern. Ähnlich wie ein Kaktus begnügt sie sich mit einem sandhaltiger Boden, wenig Wasser und voller Tagessonne. Weshalb sie sich auch in das Stillleben mit Baumstamm ohne Murren einfügt.
Fittonien Kompakt und überhaupt nicht zickig – so kann man die Fittonie beschreiben. In den Urwäldern wächst sie im Schatten hoher Bäume und legt dort einen wahren Farbteppich unter ihnen aus. Genauso inspirierend sind die Mosaikpflänzchen in ihren wunderschön marmorierten Farben auch für die Wohnung. Hier heißt die Devise allerdings klotzen statt kleckern, denn die Pflänzchen wirken erst, wenn viele von ihnen beieinander stehen.
Anthurien Die ungewöhnliche Blüte der Anthurie inspiriert zu einer außergewöhnlichen Präsentation: Passend zum Ton des gefärbten Hochblattes wurde sie in einen roten Topf gepflanzt. Mehr braucht die anspruchslose Aufsitzerpflanze der südamerikanischen Regenwälder auch nicht, um Schwung ins Leben zu bringen. Solange sie keine direkte Mittagssonne, kein kalkhaltiges Gießwasser, keine Staunässe zu ertragen hat, wird die Flamingoblume mit permanenter Hochblattpracht beeindrucken.
Echeveria Eine aufregende Kombination sind die absolut symmetrischen Linien von Echeveria und die bizarren, schroffen Formen der Halbedelsteine. Tiefgrün, rötlich, glänzend, flaumig – Echeveria besitzt viele Gesichter, aber immer eine rosettenförmige Form. Alle Sukkulenten haben eines gemeinsam: In der Wachstumszeit können sie Wasser in ihren Blättern sammeln, um auch Besitzern ohne grünen Daumen, die die Pflanzenpflege gelegentlich vergessen, standzuhalten. Je mehr Sonne, umso lieber, lautet das Motto dieser zentralamerikanischen Schönheit. Der Wurzelballen darf ruhig austrocknen, eine Wassergabe alle zwei Wochen reicht aus.
Deko-Objekte Schon immer liebten die Menschen reich bestückte Fensterbänke. Doch wo Großmütter einst eine große Anzahl Usambaraveilchen aufreihten, ist heute die Pflanzenauswahl ständig wechselnden Moden unterworfen. Zudem sind Pflanzen zu Deko-Objekten avanciert, um den Lieblingsplatz noch schöner zu gestalten.
Bromelie Das Sympathische an Tropenpflanzen ist, dass die meisten nicht viel verlangen und ziemlich alles mit sich anstellen lassen. Wie die Bromelie, deren Wurzelballen man einfach mit Moos umhüllen kann, in einen Beutel steckt und dann von der Decke baumeln lässt. Sie nimmt es nicht übel. Die rassige Pflanze benötigt nur regelmäßige, lauwarme Wassergaben, zu nass darf die Topferde dabei nicht werden. Auch Düngen ist nicht erforderlich. Am wohlsten fühlt sie sich bei Zimmertemperatur an einem hellen Platz ohne direkte Sonne.
Calathea Die Indianer flochten aus den langen Blättern des Urwaldgewächses Körbe. Schöne Stücke müssen das gewesen sein, denn alle Arten haben herrlich gezeichnete Blätter in verschiedenen Grüntönen, oft mit rötlicher Unterseite. Und so bedarf es zur Selbstdarstellung lediglich eines schwarzen Topfes. Doch wie jede Schönheit hat auch diese einen Haken: Die Calathea gedeiht nur in feuchtwarmer Atmosphäre. Keine ganz leichte Aufgabe. Aber eine lohnenswerte.