Grüne Helden: Kai Golchert

Moderner, professionell gestalteter Garten

Lernen Sie den Gartenarchitekt Kai Golchert und seine Arbeit kennen ... und erfahren Sie mehr über ihn im ultimativen Trendscout Kurz-Interview für Grüne Helden.

In welchem Garten möchten Sie aufwachsen?


Kai Golchert: Es wäre ein Garten, den ich als das Paradies beschreiben würde. In der Mitte dieses natürlichen, mit vorwiegend geschwungenen Linien gestalteten Landschaftsgartens befände sich ein See, der sein Quellwasser aus einem plätschernden Bach erhielte. Dieser magische Ort wäre erfüllt vom Duft der Gräser und Wiesenblüten und von dem geschäftigen Treiben von Schmetterlingen, Libellen und dem Zwitschern der Vögel. Dieser sonnendurchflutete Gartenmittelpunkt wäre hügelig modelliert und läge eingebettet in eine den Raum gliedernde Pflanzung von Großsträuchern und Bäumen. Die auch im Uferbereich des Sees arrangierten Felsen und Felsgruppen würden sich im Seewasser spiegeln und am Rande dieses kleinen Pardieses würde die Quelle aus einer zu einer Mauer aufgebauten Felswand entspringen.


Welche ist Ihre Lieblingspflanze?


Kai Golchert: Der Sonnenhut, Rudbeckia fulgida Goldsturm. Er darf in keinem meiner Gärten fehlen, da er mit seinen intensiv leuchtenden goldgelben Blüten in der Lage ist, selbst bei schlechtem Wetter die Sonne scheinen zu lassen und dem sich schon ankündigenden Hebst Einhalt zu gebieten.


Welchen Ort auf dieser Welt möchten Sie gern gestalten?


Kai Golchert: Der Ort wäre mir nicht so wichtig, sondern sehr viel mehr die Menschen, die diesen Ort bewohnen. Ich durfte in der Vergangenheit Gärten vorwiegend für Menschen planen und realisieren, für die ein schöner Garten sehr wichtig ist und ein Gewinn an Lebensqualität und Lebensart bedeutet.


Was ist für Sie ein Garten No-Go?

Kai Golchert: Der Gartenzwerg.



Wo meditiert der Gartenarchitekt?


Meditation möchte ich das, was ich mache, wenn ich einen meiner Lieblingsplätze innerhalb des Hauses oder im Gartens aufsuche, nicht nennen. In jedem Fall suche ich aber einen geschützten intimen Raum, der mir Geborgenheit und Stille bietet und wo ich regenerieren kann.


Welche Pflanze wird in Ihren Augen unterschätzt?


Kai Golchert: Es ist nicht nur eine Pflanze, sondern eine ganze Gruppe von Pflanzen. Es handelt sich dabei um die sogenannten "Waldhumusstauden". Diese Stauden wurden züchterisch kaum oder gar nicht verändert und sind heute von daher mit nicht ganz so leuchtenden Blütenfarben ausgestattet, wie es z.B. die Blütenprachtstauden (Rittersporn, Schafgarbe, Phlox etc.) sind.


In den meisten Baumärkten und überall dort, wo dem Verbraucher kein gut ausgebildetes Personal beratend zur Seite steht, werden diese Stauden erst gar nicht angeboten, weil sie nahezu chancenlos mit den auffallend großblumigen Prachtstauden konkurrieren müssen. Richtig verwendet, d.h. großflächig angepflanzt, erzielen diese Waldhumusstauden eine tolle Fernwirkung. Hinzu kommt, dass diese Stauden auch durch ihr schönes und unterschiedlich gefärbtes, z.T. auch immergrünes Laub zusätzlich Farben und Strukturen in den Garten bringen.


Weil sie i.d.R. keine besonderen Ansprüche stellen und eher genügsam sind, gedeihen sie auch und besonders gut an Standorten, wo die klassischen (Blütenpracht-) Stauden schnell versagen (z.B. im Schatten und zwischen Baum- und Strauchwurzeln). Eine überwiegend mit Waldhumusstauden gestaltete Beetfläche erreicht ihr optisches Optimum schon innerhalb von ca. zwei bis drei Jahren und kann diese Attraktivität ohne Zutun des Menschen über sehr viele Jahre halten!


Demgegenüber nimmt die Attraktivität einer mit vorwiegend Blütenprachtstauden bepflanzten Beetfläche schon nach ca. vier bis fünf Jahren wieder ab. Dafür ist das ringförmige "Auseinanderlaufen" der Stauden und die Bildung sogenannter "toter Nester" verantwortlich. Spätestens dann müssen diese Stauden aufgenommen, geteilt und erneut gepflanzt werden. Zu den sehr empfehlenswerten und schöne Teppiche bildenden Waldhumusstauden gehören u.a. Astilbe chinensis pumila, Omphalodes verna, Tiarella cordifolia, Waldsteinia ternata.



Lebenslauf/beruflicher Werdegang als kurzer Abriss

  • Geboren im März 1960 in Hamburg
  • Erlangung der Fachhochschulreife im Juni 1980
  • Ausbildung zum Landschaftsgärtner von Aug. 1982 bis Juli 1984
  • Ausbildung zum Ingenieur der Landespflege/Landschaftsarchitektur an der Fachhochschule Osnabrück von Sept. 1994 bis Jan. 1989
  • Anstellung als Ingenieur in einem Garten- und Landschaftsbaubetrieb von Febr. 1989 bis Sept. 1992
  • Gründung der Firma "Ahrensburger Baumschulen GmbH" im Mai 1990 (Mitgesellschafter), ursprünglicher Gesellschaftszweck: Anzucht von Solitärpflanzen.
  • Diese Firma wandelte sich in den Folgejahren recht schnell zu einem Garten- und Landschaftsbaubetrieb, der sich auch heute noch vorwiegend mit Arbeiten im Bereich der Gartenumgestaltung befasst. 1995 erhält diese Firma von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein die Erlaubnis Landschaftsgärtner auszubilden.
  • Gründung meines Planungsbüros für Gartengestaltung im Okt. 1992
  • Übernahme der Geschäftsführertätigkeit im Aug. 1995.

Heute arbeite ich nach wie vor als Geschäftsführer der Ahrensburger Baumschulen GmbH und bin gleichzeitig als freischaffender Landschaftsarchitekt tätig.


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