Faszination Wassergarten Teil 3 - Schwimmteiche

Faszination Wassergarten Teil 3 - Schwimmteiche

Der Schwimmteich ist die S-Klasse unter den Wassergärten. Wer so viel Naturerlebnis und Erholungs-Mehrwert besitzt, will auf beides nie mehr verzichten, weiß Diplom-Biologe Christian Homrighausen

Hol die Badehose raus!


Wasser ist schon seit Jahrtausenden ein Macht- und Statussymbol in Gartenanlagen. Auch der kleineren Ausführung vor der Haustür steht das nasse Element gut zu Gesicht. Seit Jahren ungebrochen ist dabei die Lust am Schwimmteich. Denn anders als ein Pool bietet das naturnahe Badevergnügen ganzjährigen Nutzwert: Während der Saison wird geschwommen, und im Frühjahr und Herbst lässt sich die faszinierende Tier- und Pflanzenwelt eines Teiches beobachten. Solche Naturerlebnisse bietet eine klassische Poolanlage einfach nicht. Gestaltungsmöglichkeiten und technische Ausführungen eines Schwimmteiches sind dabei so variabel, dass er sich harmonisch und natürlich ins umgebende Grün einfügen kann.


Wenig Technik, viel Natur


Die meisten Schwimmteiche haben zwei funktional verschiedene Bereiche: einen tieferen, unbepflanzten Schwimmbereich und außerdem die Regenerationszone mit Substraten, in denen sich Wasserpflanzen festwurzeln können. Beide Teile sind durch Mauern, Steine oder Holzwälle voneinander getrennt. Bei Teichen mit mittlerem Technikeinsatz macht der Schwimmteil etwa 60 Prozent der Fläche aus. Der Regenerationsbereich ist für die Sauberkeit des Wassers und die biologische Stabilität von entscheidender Bedeutung. Befüllt mit einem Substrat, wachsen dort Teichpflanzen und auf den Oberflächen des Substrates Mikroorganismen, die Schadstoffe abbauen und das Wasser klären. Je nach Konstruktion wird die flachere Regenerationszone von unten oder von oben durchströmt, dabei binden das Granulat und die darin lebende Biologie überschüssige Nährstoffe, etwa Stickstoffverbindungen und Phosphat.


Die Schwimmteichtypen


Je mehr Technik eingesetzt wird, desto größer kann der Schwimmbereich im Verhältnis zur Regenerationszone sein und desto kleinere Maße verträgt das Gesamtsystem. Ein Bodenablauf an der tiefsten Stelle sorgt dafür, dass die Pumpen anfallenden Schmutz durch einen Vorfilter oder direkt in den Regenerationsbereich befördern. Ein Oberflächenabzug – auch Skimmer genannt – ist unbedingt empfehlenswert, denn er nimmt Laub, Partikel oder Pollen auf und sorgt für eine saubere Wasseroberfläche. Zusätzlich wird durch das Entfernen der organischen Verunreinigung der Nährstoffeintrag kontrolliert.


Eine Fläche von 10 mal 10 Metern reicht bereits für eine ansprechende, funktionierende Schwimmteichanlage aus. Der Eigenbau ist dabei nur bedingt zu empfehlen, besser ist professionelle Unterstützung durch spezialisierte Garten- und Landschaftsbaubetriebe. Auch viele Anbieter kompletter Systeme bringen langjährige Erfahrung ein. Unser Tipp: Sprechen Sie mit anderen Teichbesitzern und lassen Sie sich vom beauftragten Unternehmen Referenzen zeigen.


Clevere Pflege


Ein Schwimmteich ist ein lebendiges System mit komplexen Stoff- und Nahrungskreisläufen. Je professioneller er angelegt wird, je reibungsloser die Selbstreinigung durch Mikroorganismen und Wasserpflanzen funktioniert, desto weniger Pflegeaufwand fällt an. Organische Reste im Schwimmbereich können selbst abgefischt, abgesaugt oder durch eine Kombination aus Aktivsauerstoff und Bakterien (zum Beispiel „SiltEx“ von Lavaris Lake) abgebaut werden. Ist ein Vorfilter installiert, sollte dieser regelmäßig gereinigt werden, damit beispielsweise durch den Abbau von Blattresten keine algenfördernden Nährstoffe freigesetzt werden.



Entscheidend für die Güte eines Schwimmteiches ist seine Wasserqualität. Die Karbonathärte (KH) sorgt für einen stabilen pH-Wert sowie genügend Calcium- und Magnesiumionen im Wasser. Liegt die KH unter 5° deutscher Härte, funktioniert die gesamte Biologie – speziell in der für Reinigung und Nährstoffverbrauch zuständigen Regenerationszone – nicht optimal. Bei Karbonathärten unter 5 empfiehlt sich „OptiLake“ von Lavaris Lake. Das Pulver wird einfach in den Teich eingestreut. Schwimmer wie auch die gesamte Biologie freuen sich über die dadurch ideal eingestellte Wasserqualität. „OptiLake“ ist übrigens so umweltfreundlich, dass man damit sogar Trinkwasser aufbereiten kann.


Die Nährstoffkontrolle durch Entfernung organischen Materials über Skimmer, Pflanzenrückschnitt oder durch Zugabe von „SeDox“ (ebenfalls von Lavaris Lake) sind ein weiterer wichtiger Pflegehinweis. Je weniger Phosphat im Schwimmteich, desto geringer die Tendenz zur Algenbildung. Algen zu vermeiden, statt sie hernach zu bekämpfen, ist im Übrigen die preiswertere Lösung.


Der klassische Pool


Sie finden einen leichten Biobewuchs auf der Teichfolie nicht akzeptabel und wünschen sich ein supersauberes Schwimmerlebnis? Dann sind Sie eher der Pool-Typ, denn im Gegensatz zu einem Schwimmteich werden hier Artenvielfalt und Biologie durch Chlorung des Wassers reduziert. Die Filtertechnik eines Pools ist meist umfangreicher als beim Schwimmteich, sie besteht aus Oberflächenabsaugung sowie Sandfiltration für die mechanische Reinigung des Wassers. Im direkten Vergleich zum Schwimmteich sind die anfallenden Technik- und Betriebskosten ebenfalls höher.

Für Besitzer von Swimmingpools, die nachträglich auf einen Schwimmteich umsteigen wollen, gibt es spezielle Anbieter, die sich genau hierauf spezialisiert haben und das bestehende Schwimmbad um eine biologische Regenerationszone erweitern.


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