Ein Garten wird erwachsen
Als es die Kinder auf die Sonnenliege statt in den Sandkasten zog, hat die Familie ihrer grünen Oase noch einmal...

Die reizvolle Lage des Grundstücks am Rande des Südschwarzwaldes bietet grandiose Ausblicke in die Voralpenlandschaft der Schweiz. Aber Hanglagen haben ihre Tücken, sie sind in Anlage und Pflege immer aufwendiger als ebene Grundstücke.
Um sich nicht mit schwer beherrschbaren steilen Böschungen plagen zu müssen, sind Zwischenebenen für Sitzplätze und Aufenthaltsbereiche eine kluge Lösung. Aber selbst wer jahrelang mit diesen Geländeterrassen gut klarkam, stellt irgendwann fest: Es geht noch besser. So auch bei diesem Projekt.
Dem Besitzer schwebte eine großzügige, exponiert gelegene Terrasse vor, zugleich wollte er sich der mühseligen Aufgabe entledigen, eine Wiesenböschung mit der Sense mähen zu müssen. Den Garten prägende Elemente – beispielsweise der Teich, der durch eine eigene Quelle gespeist wird, sowie die vorhandenen Treppenverbindungen und Zugangswege – blieben in ihrer Grundstruktur erhalten. Allerdings verwandelten sich baufällige Treppenstufen aus alten Bahnschwellen in solide gepflasterte Wege mit bequemen, seitlich auslaufenden Stufen aus Granitstein.
Der naturnahe Teich wurde den speziellen Bedürfnissen der Koi-Karpfen angepasst. Ein Holzdeck an seinem Ufer entlang bietet nun die schöne Gelegenheit, die Fische aus nächster Nähe in ihrem Lebensraum beobachten zu können. Ein steiler Hang, den es bisher bei starken Gewitterregen oft ausschwemmte, erhielt eine dauerhafte, dichte und robuste Flächenbegrünung aus Bodendeckern (Vinca minor), er ist nun bedeutend leichter zu pflegen. Die schlanken, immergrünen Zypressen in lockeren Gruppen dazwischen sorgen für optische Kurzweil und für die notwendige vertikale Betonungen, vor allem im pflanzenarmen Winter.
Der Wiesenhang musste einer senkrechten Gabionenwand weichen, im Gefolge ergab sich oben am Teich entlang eine größere ebene Fläche. Am Böschungsfuß breitet sich nun ein gleichmäßiger, gepflegter Rasen aus. Die auffälligste Neuheit des Gartens ist jedoch die Südterrasse. Nachdem der abfallende Hang ebenfalls mit Gabionen abgefangen wurde, entstand eine breite Platzfläche. Hier stehen nun das ganze Jahr über die bequemen Loungemöbel und versprechen im milden südbadischen Klima angenehmste Stunden im Freien.
Wer den Pflegeaufwand seines Gartens reduzieren möchte, sollte strategisch über die Bepflanzung nachdenken. In diesem Garten ist es auf der Südseite tagsüber oft heiß und trocken – ideale Bedingungen für dickblättrige, wasserspeichernde Pflanzenarten wie den Mauerpfeffer oder die hier gezeigte Fetthenne (Sedum). Ergänzend entschieden sich die Besitzer für eine sehr schlichte, nach dekorativen Gesichtspunkten ausgewählte Bepflanzung. Die wurde mit einem feinen Splitt abgedeckt, um die einzelnen Pflanzen besser in Szene zu setzen.
Buchskugeln sind hervorragende Strukturgehölze, sollten aber immer ausreichend Feuchtigkeit vorfinden und niemals ganz austrocknen. So umsorgt, steht der Buchs auch gerne mal in der Sonne. Die rotblättrigen Ziergräser bilden einen idealen Kontrast.
Auch die Beleuchtung wurde mit Sorgsamkeit gewählt.Tagsüber dürfen sich die Leuchten als edle Dekorationselemente zeigen, nachts schimmert ihr Licht gedämpft zwischen den Pflanzen hindurch. Unterm Strich hat die Runderneuerung den Garten klarer strukturiert, seine Pflege erleichtert und das Verhältnis von Arbeit und Genießen erheblich zugunsten des schönen Müßiggangs verschoben.
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