Und ewig grüßt das Sommerloch
Tritt im Garten die Blühpause ein – ein Vorgang ebenso erklärlich wie natürlich –, werden manche Gartenbesitzer zu...

Orangerot, Scharlachrot, Karminrot, Purpurrot, Weinrot ... suggerieren Energie und Wärme, vermitteln Leben, Freude und Leidenschaft, symbolisieren aber auch Blut, Feuer, Gefahr, Sünde. Und verstehen sich als die Farbe der Gefühlsausbrüche.
Im späten Mittelalter wurde Rot dem Bösen zugeschrieben, farbintensive Mohnblüten nannte man „Teufelsblumen“. Als kriegerisch galt es in Kombination mit Schwarz: Die römische Antike assoziierte mit dem roten Planeten den Kriegsgott Mars. Signalrot kennzeichnete die griechischen Kriegsgötter Phoebus und Ares. Die Höhlenmaler schrieben der Farbe magische Kräfte zu, ein verbreiteter Glaube besagt, dass die Farbe vor bösen Einflüssen schützt.
Wie bei den römischen Kaisern waren purpur gefärbte Gewänder den deutschen Kaisern und den Kardinälen vorbehalten. Reine Farben durften im Mittelalter ausschließlich von Adligen getragen werden. Im 18. Jahrhundert heirateten reiche Patrizierinnen in Rot. Goethe spach von der würdevollen und anmutigen Wirkung des Rots, von der Farbe, die für die reine Gegenwart stehe. Das näher und aufdringlicher als alle anderen Farben erscheinende Rot gilt nach der Lehre des Feng-Shui als Energiespender. Um das Glück im Garten zu halten, empfiehlt es sich, rote Blumen in seinem südlichen Teil zu platzieren.
Die Dynamischste aller Farben wirkt allgemein anregend. So ist es nicht verwunderlich, wenn sich beim Gartenliebhaber bei ihrer bloßen Wahrnehmung der Stoffwechsel um über zehn Prozent steigert und sich der kleine Hunger meldet – Rot stimuliert den Appetit. Der Gartenbesitzer sollte beachten: Rot ist die Farbe für Nähe, sie verliert in der Ferne an Intensität, erscheint kraftlos und unattraktiv dunkel.
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