Einer für Alle - Ein Garten für Kinder

Genau der richtige Garten für Kinder!

Kinder brauchen die Natur für ihre seelische Entwicklung. Einen Käfer auf der Hand krabbeln zu lassen, Matschkuchen zu backen, Verstecken zwischen Bäumen zu spielen, gehört wie Schlafen, Essen, Zuwendung zu ihren Grundbedürfnissen.

Wer bietet mehr Freiheit und Animation als der eigene – kindgerechte – Garten? Ein Beispiel auf 600 Quadratmetern.


"Wir haben Kinder“, wird gern als Argument dafür ins Feld geführt, dass es sich nicht lohne, Zeit und Geld in die Gartengestaltung zu investieren. Anscheinend laufen in den Köpfen dann Filme von Rosen niedermähenden Fußbällen, Rasen schädigenden Planschbecken und Beete durchwühlenden Schatzsuchern ab. Dass Kinder und schöner Garten durchaus zusammenpassen und Profis sogar das Kunststück vollbringen können, eine kindgerechte Grünzone zu planen, in der auch Mama und Papa auf ihre Kosten kommen, zeigt dieses Beispiel.


Mutter, Vater, drei Kinder und 600 Quadratmeter Grundstück in idyllischer Ortsrandlage am Niederrhein in Nordrhein- Westfalen. Dazu ein Gartengestalter, den – nicht zuletzt aus eigener Familiensituation – das Thema kindgerechte Gartenplanung seit Jahren umtreibt: Das sind die Zutaten dieser Gartengeschichte. „Die erste Herausforderung einer solchen Planung besteht darin, die Bedürfnisse jedes Familienmitgliedes einzubeziehen und über Langzeitperspektiven zu sprechen“, erklärt Josef Grütters.


Der Fachmann aus Sonsbeck ist Mitglied der Gärtner von Eden, eines genossenschaftlichen Zusammenschlusses von Gartengestaltern in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich auf anspruchsvolle Privatgärten spezialisiert haben. „Oft werden nur die gegenwärtige Lebenssituation und die aktuellen Bedürfnisse der Kinder bedacht. Doch ein Garten muss auch in 20 oder 30 Jahren für seine Besitzer noch sinnvoll nutzbar und attraktiv sein.“


Die Wunschliste der fünfköpfigen Familie vom Niederrhein: Ihr Garten sollte robust und bespielbar sein, ansprechend gestaltet werden und Rückzugsmöglichkeiten für die Erwachsenen bieten. Josef Grütters setzte auf natürliche Materialien und natürliche Spielräume: „Gekaufte Spielgeräte nehmen sich oft wie ein Fremdkörper im Garten aus“, findet der Gärtner von Eden. „Außerdem sind sie teuer und müssen nach Ablauf ihrer Zeit aufwendig entsorgt werden.“



So pflanzte er Weiden, deren biegsame Zweige zu einem Tunnel verbunden wurden, ein Tipi – ebenfalls aus Weide – dient den Kindern als viel geliebtes Rückzugsörtchen. Lediglich die Rutsche wurde gekauft aber schlau platziert: Sie ruht auf einem aufgeschütteten Hügel und endet im großen Sandspielbereich. Der wurde ebenfalls harmonisch in den Garten integriert. Findlinge und senkrecht stehende Hölzer rahmen ihn, locken zum Ausruhen und Klettern. Eine einfache Viehtränke verwandelt die Sandecke in den unent- behrlichen Matschplatz.


Zum Toben und für Ballspiele gibt es eine große Rasenfläche, Schaukel und Kastanienholzstämme zum Klettern machen den Garten auch für größere Kinder attraktiv. Wie sich pädagogisch Wertvolles und ansprechende Gartenplanung kombinieren lassen, zeigt sich auch bei der Bepflanzung: Die Eltern wünschten, dass der Garten ihren Kindern nicht nur als Spielfläche dient, sondern ihnen auch die Natur näher bringt. Beerensträucher und Gehölze mit essbaren Früchten laden zum Naschen im Vorbeigehen ein und lehren: Früchte wachsen nicht im Supermarktregal.


Und die Erwachsenen? Denen spendierte Josef Grütters mehrere, zum Teil von Schirmplatanen überdachte Sitzplätze, die einen entspannenden Ausblick auf den Garten bieten, aber immer auch Seitenblick auf die Spielbereiche zulassen. Eines Tages werden die Kinder dem Garten entwachsen sein: „Dann lässt sich der Sandspielbereich mit relativ geringem Aufwand in ein großes Staudenbeet oder auch in einen Teich umwandeln. Findlinge, Sitzquader und Baumstämme bleiben als Sitzgelegenheiten und optische Bezugspunkte erhalten. Auch dem Weidentunnel und dem Tipi könnten ein Weiterleben vergönnt sein – als Sichtschutz.“


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