Winter in der Vase
Setzen wir dem Grau und Weiß vor der Tür doch etwas Herzerwärmendes entgegen. Der 28-jährige Meisterflorist Felix...

Die Menschen haben die Vorteile von Hecken schon früh erkannt. Bereits in der Jungsteinzeit wurden Hecken angelegt, um Weiden von Äckern zu trennen. Sie eignen sich als idealer Sichtschutz für den, der seinen Garten als Rückzugsraum schätzt. Nebenbei bieten Hecken auch einen idealen Lebensraum für viele nützliche Tiere. Und nicht zuletzt sind die Anpflanzungen ein hervorragendes Mittel, um einen Garten oder eine Landschaft auf attraktive und vielfältige Weise zu gestalten.
Wer in seinem eigenen Garten eine Hecke anlegen will, sollte folgende Fragen klären:
Soll die Pflanze Laub oder Nadeln tragen? Soll die Pflanze immergrün sein oder kann/soll sie im Winter trister aussehen und ihr Laub abwerfen? Wie groß ist der Pflegeaufwand, um Laub wegzufegen und die Hecke zu schneiden? Soll es eine Hecke sein, die gerade und ordentlich wächst und einfach in Form zu halten ist? Oder soll die Hecke wilder wachsen?
Heimische Pflanzen
In Deutschen Gärten verwendet man eine Vielzahl heimischer und nicht heimischer Gehölze für diese sehr künstlichen Pflanzungen, die meist mehrmals im Jahr geschnitten werden müssen. Hecken wie Liguster-Hecken sind leicht anzulegen und zu pflegen, was einer der Gründe ist, warum Hecken immer öfter, anstatt des altbekannten Gartenzauns, eingesetzt werden. Als Hecke kann man von Bambus, über Eibe, Kirschlorbeer oder Liguster. Auch die Thuja Hecke ist sehr beliebt.
Herbstzeit ist die beste Pflanzzeit.
Das trifft besonders für laubabwerfende Gehölze zu. Im September und Oktober gesetzt, können die Pflanzen im noch warmen Boden gut vor dem Winter anwurzeln. Bei immergrünen Laubgehölzen und Koniferen sollte man schon im August zur Tat schreiten, denn sie brauchen etwas mehr Zeit zum Anwurzeln. Den Boden 40 bis 60 cm breit umgraben, Unkraut entfernen, zur Bodenverbesserung Humus oder Torfmull verwenden. Dann Graben ausheben, der so tief ist, dass die Pflanzen (Containerware) nicht tiefer stehen als sie auch im Topf gestanden haben. Ansonsten reicht eine Pflanztiefe von etwa 20 cm. Pflanzen einsetzen. Beim Abstand die zu erwartende Ausbreitung berücksichtigen. Je nach Bodenbeschaffenheit ein wenig mineralischen Dünger dazu geben, Graben mit Erde verfüllen, Boden antreten und gut wässern, evtl. einen kleinen Gießrand um die Pflanze anlegen.
Um ein einheitliches Bild zu erzielen, kann man die Pflanzen auf eine Höhe zurückschneiden. In der Wachstumsphase sollte man immer für ausreichend Wasser und Nährstoffe sorgen. Besonders wenn es im Sommer heiß wird, muss regelmäßig gegossen werden.
Laubhecken: Buchen sollst du suchen
Hecken aus Laubgehölzen bieten im Sommer einen dichten und satt grünen Sichtschutz mit einer interessanten Struktur. Allerdings werfen viele Arten ihr Laub im Herbst ab und geben dann die Sicht auf das Grundstück frei. Wenn man aber im Sommer den Sichtschutz einer hohen Hecke nutzen will und doch im Winter gern etwas mehr Licht einfallen sieht, dann sind Laubgehölze genau das Richtige. Die Klassiker bei den Laubhecken sind Hainbuche, Rotbuche und Kirschlorbeer.
Der Kirschlorbeer ist immergrün und darüber hinaus attraktiv, weil er im Mai mit zierlichen weißen Blütentrauben blüht. Die Rotbuche ist schnellwüchsig und hat den Vorteil, dass sie ihr trockenes Herbstlaub den Winter über behält und somit auch ihre sichtschützende Funktion. Empfehlenswert ist auch der Feuerdorn, ein immergrüner Strauch aus der Familie der Rosengewächse mit attraktiven roten Früchten. Sehenswerte Früchte weist auch der Sauerdorn (Beberitze) auf, der zudem ebenfalls einige wintergrüne Sorten zu bieten hat. Empfehlenswert für Laubhecken ist auch der Liguster.
Hecken aus Nadelgehölzen: Immergrünes besonders attraktiv
Nadelgehölze werden immer beliebter als Heckenpflanzen. Nicht nur, weil sich unter ihnen zahlreiche immergrüne Exemplare befinden, die auch im Winter ihre Farbwirkung behalten, sondern auch, weil sie - zum Beispiel in bezug auf den Schnitt - recht pflegeleicht sind. Gebräuchlich sind die Eibe, der Lebensbaum (Thuja), die Scheinzypresse, der Wacholder und die Fichte. Einige immergrüne Nadelgehölze - wie die Eibe und die Thuja - sind giftig. Sie verdrängen oft andere Pflanzen in der Umgebung und sind auch für viele Vögel und Kleinlebewesen kein geeigneter Lebensraum.
Buchsbaum: Nichts für Ungeduldige
Der Buchsbaum ist gerade in den vergangenen Jahren sehr beliebt geworden. Als immergrüne Heckenpflanze ist er allerdings nur dem zu empfehlen, der Geduld hat, denn selbst die schnellwüchsigeren Sorten gehören nicht gerade zu den Pflanzen, die schon nach kurzer Zeit einen dichten und hohen Sichtschutz bieten. Einige Sorten eignen sich allerdings hervorragend als Mini-Hecken zur Beeteinfassung, wie man sie aus Bauerngärten und französischen Schlossgärten kennt. Allerdings ist Buchs recht teuer.
Der Heckenschnitt: Gewusst wann und wie
Gerade in dichten Laubhecken brüten viele Vögel. Deshalb sollte man auf keinen Fall vor Mitte Juli mit dem Heckenschnitt beginnen. Hecken zu fällen bzw. zu roden ist wegen der brütenden Vögel vom 15. März bis 15. Oktober ganz verboten. Form- und Pflegeschnitte sind allerdings erlaubt. Beim Schnitt größerer Formhecken wird der Neuaustrieb aus dem laufenden Jahr etwa bis auf 1 bis 2 cm eingekürzt. Dies ist gerade bei jungen Hecken wichtig, damit sie nicht zu schnell in die Höhe wachsen, ohne sich im unteren Bereich kräftig zu verzweigen. Die Oberseite der Hecke wird einfach auf einer Höhe gerade geschnitten. Wer es dabei ganz genau nimmt und nicht nur nach Augenmaß vorgehen will, sollte eine Schnur spannen, um eine gleichmäßige Schnitthöhe zu erzielen.
Für die Seiten ist ein Schnitt ideal, der sich nach oben hin in der Art einer Pyramide verjüngt. Bei 2 m Höhe ist eine solche Hecke dann oben auf jeder Seite 10 bis 2o cm schmaler als an ihrem Fuß. Diese Schnittform benötigt zwar mehr Platz, hat aber den Vorteil, dass auch die unteren Zweige immer noch genügend Licht bekommen, dauerhaft grün bleiben und nicht verkahlen. Bei wenig Platz ist aber auch der "Kastenschnitt" (gleichmäßige Seiten) möglich.
Auf Dauer werden dabei aber die unteren Äste kahl. Der Schnittabfall wird zerkleinert und unter den Komposthaufen gemischt. Mit einem Verjüngungsschnitt, das heißt dem radikalen Zurückschneiden einer Hecke, weil sie nicht mehr optimal austreibt oder teilweise verkahlt ist, sollte man sehr vorsichtig sein. Heckenpflanzen vertragen eine solche Behandlung je nach Sorte unterschiedlich gut. Und bei fast allen Nadelgehölzen verbietet sich solch ein Rückschnitt absolut. Deshalb sollte man besser vor einer solchen Maßnahme fachlichen Rat einholen.