Die schönsten Rasengeschichten unserer Leser

Die schönsten Rasengeschichten unserer Leser

Wir haben unsere Leser aufgerufen uns ihre besten Rasengeschichten zu schreiben. Hier finden Sie die schönsten Geschichten unter den bisherigen Einsendungen! Unter allen Einsendungen verlosten wir acht hochwertige Rasenmäher der neuesten Generation.

Entbindungsstation


Vor acht Jahren, an einem sonnigen Tag im Mai, saß unsere Familie im Garten, ich hochschwanger ... Mein Mann mähte noch den Rasen, zum Grillen war alles vorbereitet – plötzlich hatte es mein Baby immens eilig, auf die Welt zu kommen. Unser Auto war kaputt, aber gottlob ist meine Nachbarin Hebamme. Und so haben wir auf der Wiese meine süße Kleine zur Welt gebracht. Die liebt es bis heute, auf frisch gemähtem Rasen zu liegen, sie ist dann immer ganz weit weg mit den Gedanken. Vielleicht, weil es ihr erster Ort auf Erden war.

Conny W.


Die erste grüne Liebe


Meine Liebe zum Rasen begann – mit meinem Vater. Der war viel auf Montage unterwegs, aber wenn er nach Hause kam, unternahm er immer etwas Besonderes mit uns. So brachte er uns an einem Sommerwochenende das Federballspiel bei. Auf einer Wiese. Mindestens genauso toll, wie nach dem Ball zu hechten, war es, mit nackten Füßen über den Rasen zu sprinten oder beim Hinfallen den erdigen Geruch von Rasen und Sand einzusaugen. Später brachte ich das Spiel meinen Söhnen auf unserem Rasen bei.

Irmtraud Liedke


Ich freu mich drauf


Meine ganz persönliche Rasengeschichte spielt in der Zukunft – im Moment steht gerade einmal der Rohbau unseres Hauses. Aber meine Vision ist klar: Wir sonnen uns auf unseren Liegestühlen in unserem schönen neuen Garten, spielen mit den Füßen im satten Rasengrün und trinken einen kühlen Cocktail.

Dietmar Krüger



Feiner Spielkamerad


Einst war ich sehr verwahrlost. Ein alter Mann ließ das Gras im Sommer himmelwärts wachsen, die Maulwürfe buddelten viele Gänge und Haufen. Das war eine ruhige und etwas langweilige Zeit, denn der alte Herr zeigte sich kaum. Seit Kurzem aber wohnen ein kleiner Junge und ein Mädchen hier. Sie toben herum, erleben spannende Wiesenabenteuer mit meinen Bewohnern, ernten Blumen, die sie auch öfter mal kosten. Ihre Mama mäht mich nun fast jede Woche, so bin ich ein feiner Spielkamerad für die beiden Kinder und ihre Freunde.

Antje Reppe


Futterklau


Mit der Gartenarbeit fertig, setzte ich mich auf den frisch gemähten Rasen und träumte vor mich hin. Bis ich Geräusche hinter mir hörte: Meine Katze Mitscher saß erstarrt vor einem Igel, der auf ihr im Gras stehendes Futter schielte. Wer hatte hier Angst vor wem? Die Katze lief schließlich vor dem Igel weg ... Der ließ sich schmatzend und ohne von mir Notiz zu nehmen ihr Abendbrot schmecken.

Heike Hansel


"Modellklau?"


Während wir während eines Spaziergangs mit unserem Baby im Hightech-Kinderwagen auf einer Parkbank eine Pause machten, schaute ein älteres Ehepaar ungläubig zu uns herüber: Warum wir unseren Rasenmäher spazieren fahren würden?, fragten sie zaghaft. Lachend klärten wir die Herrschaften auf, dass nicht Rasen mähen, sondern Baby ausfahren angesagt sei.

Kerstin Fehrenkamp



"Zahnspangen-Versteckspiel"


Wir hatten hinter dem Haus eine große Wiese und meine Schwester, damals 9, eine Zahnspange. Die hasste sie wie die Pest. Eines Tages hat sie das gute Stück einfach ins hohe Gras entsorgt. Meine Mutter war wenig amüsiert. Alle mussten raus und suchen. Eigentlich war es fast unmöglich, die Spange wiederzufinden, dafür war die Fläche einfach zu groß. Aber nach und nach gesellten sich immer mehr Nachbarn zu uns und halfen bei der Suche. Irgendwann fand dann jemand die Zahnspange. Seit dem Tag wurde die Wiese regelmäßig gemäht und war nur noch ein überschaubarer Rasen.

Annett Schmidt


"In die Gänge gekommen"


Mein Sohn (mittlerweile fast 7 Jahren alt) wollte nicht laufen lernen. Krabbel hier, krabbel da, aber bitte nicht laufen. Wir hatten einen schönen Garten mit kurzem Rasen, auf dem Pascal gern herumkrabbelte. Dann ging der Rasenmäher kaputt. Anfangs störte Pascal das höher wachsende Gras nicht, aber irgendwann wurde es ihm unangenehm. Und siehe da: Plötzlich machte er die ersten Gehversuche. Wir haben uns dann viel Zeit gelassen mit dem Rasenmähen – bis unser Sohn laufen konnte.

Cornelia Wittmann


"Die Wiese meiner Kindheit"


Ich wuchs Ende der 70er-Jahre zwischen den gigantischen Hochhäusern der Berliner Gropiusstadt auf. Die großen grünen Flächen zwischen diesen Wolkenkratzern waren für mich der erste Kontakt mit dem, was allgemein als Rasen bekannt ist. Dieser Rasen war immer kurz geschnitten. Er schien keinem Zweck zu dienen. Es sei denn, etwas grüne Farbe in diese Wüste aus Waschbeton zu zaubern. Im Sommer tobten wir unter den Wasserfontänen der Rasensprenger, im Winter bestückten wir die Fläche mit Schneemännern.


Als wir eines Jahres aus dem vierwöchigen Sommerurlaub zurückkamen, traute ich meinen Augen nicht. Das war nicht der vertraute Rasen! Hier wuchsen wilde Blumen in allen erdenklichen Farben. Unkraut – wie die älteren Nachbarn proklamierten. Es flogen Schmetterlinge in Schwärmen – Pfauenaugen, wie meine Mutter mir erklärte. Wo kam das alles plötzlich her? Wo war es vorher? Die Fragen eines 6-Jährigen, der vor dem schönsten und saftigsten, von Leben erfüllten Grün stand. Das Paradies hielt eine Woche. Dann stellte das Grünflächenamt die alte Ordnung wieder her und mähte. Die Alten atmeten auf, wir Kinder verstanden diese Welt nicht.


Heute bin ich 36 Jahre alt und habe selbst einen Rasen vor der Haustür. 300 Quadratmeter mit der vorschriftsmäßigen Länge von 4 Zentimetern. Bei 8 Zentimetern gucken die Nachbarn, bei 10 würden sie sich ernsthaft sorgen. Mein Rasen ist vertikutiert, gedüngt, von Löwenzahn befreit und top in Schuss. Nur die Farbe stimmt nicht. Egal, was ich tue, mein Rasen wird niemals so grün wie damals.

Marlon Lenz



"Mein Freund Sisyphos"


Er hat alles versucht, mein Freund Wahnfried. Ein satter grüner Teppich sollte es werden, eine britische Referenz rund um sein kleines Cottage im Berliner Grunewald. Er säte, planierte, vergoss hektoliterweise Schweiß und Wasser, bis die ersten zarten Halme kamen. Dann wollte seine Liebste einen Hund. Carlos, so hieß er, war begeistert von dem großen Buddelkasten, dieser wunderbaren Rennstrecke, die fortan zu seinem Reich gehörte. Der Rasen war es nicht und blieb, wo er war. Unter der Erde.


Im nächsten Sommer war Carlos schon etwas weniger verspielt und so machte mein lieber Freund Wahnfried einen zweiten Anlauf. Pflügen, säen, glätten, gießen, warten. Dann war Fußball-WM, der Garten beliebter Treffpunkt, um den schönen Sommer bei Bier und vor der Mattscheibe im Kreise der Fußballnarren zu verbringen. Die WM war vorbei, der Rasen war auch fertig.


Aber mein Freund blieb seinem Traum treu, auch im nächsten Sommer. Er plagte sich, ackerte und rackerte, verjagte den Hund, reichte den Freunden nur noch lauwarmes Bier, bis ein zartes Grün die Erde überzog. Schon mal ein bisschen mähen? Warum nicht! Abends klagte er über hartnäckigen Juckreiz, der nachts zur Qual wurde. Sein Nachbar, ein bekannter Allergologe klärte ihn auf. Eine Spinnenart, der kleine böse Bruder des Borkenkäfers, lebte in den Wipfeln der Grundstücks-Eichen. Von dort ließ er sich runterfallen und fand Geschmack an dem schwitzenden, halb nackten Körper des gärtnernden Wahnfried.


Es war kein schöner Anblick, wie mein Freund verbittert seinen Rasen durch das Fenster beobachtete, wie er wuchs. Letztens ertappte ich ihn dabei, wie er in einem Baumarkt verschiedene Sorten Kies musterte. Der, so erklärte er mir kess, sei doch viel eleganter als eine Wiese.

Reinhard Laska

 


"Wilde Rase(n)rei"


Meine Verwandtschaft hat einen Bauernhof mit Schweinen. Als mein zweijähriger Neffe die Ferkel im Stall entdeckte, lud er sie mal fix zum Spielen auf dem Rasen ein. Irgendwann sollten die Tiere wieder zurück in den Stall. Raten Sie mal, wer schneller war? Und wer mehr gelacht hat ...

Nadja Hirsch

 


Zurück zu den grünen Wurzeln


Es war heiß. Und rot. Alles war rot. Das Farbspiel des australischen Sandes reichte von Rotbraun bis zu leuchtendem Dunkelrot. Dazwischen ein paar vertrocknete, graue Zweige. Tagelang das gleiche Bild. Nach fast 2.000 Kilometern rotem Wüstensand musste ich mir in Erinnerung rufen, wie fasziniert ich anfangs von diesem Land war.


Jetzt wurde die Sehnsucht nach einer grünen, saftigen Wiese mit jedem Kilometer stärker. In der Nähe von Sydney hatten wir ein paar Gärten mit fein geschnittenem englischen Rasen gesehen, deren Blumen von den Besitzern mit der Flinte in der Hand hartnäckig gegen Kängurus verteidigt wurden. „Mein Gott, machen die ein Gewese um die paar Blumen!“, dachte ich in den ersten Wochen unserer Reise. Für mich war Urlaub bis dato immer mit gelbem Sand, blauem Meer und glühenden Sonnenuntergängen verbunden. Das gab es hier alles zu Genüge.


Nach sieben Monaten zurück im deutschen Lande zog ich mir als Erstes die Schuhe aus und lief mit nackten Füßen über unsere grüne, saftige Wiese. Eigentlich tat ich in den nächsten drei Wochen nichts anderes. Steine fand ich doof, ich wollte Rasen. Von morgens bis abends nur grüne Wiese. Ich mähte sie freiwillig, um den Geruch frisch gemähten Grases einzusaugen. Ich legte mich nicht auf eine Decke, sondern direkt auf den Rasen. Nach drei Wochen überfiel mich wieder Sehnsucht. Mir fehlte das australische Rot. Ich bin aber auf deutschem Rasen geblieben, ich schätze, liebe und – pflege ihn.

Petra Engelhoff


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