Grasrecycling mit Roboter-Rasenmähern: Rasenmähen 2.0
Gras mähen, die Umwelt schonen, mehr Freizeit haben und dabei gleichzeitig noch sparen – geht das überhaupt? Der...

Wenn Sie Ihren Rasen neu angelegt oder erneuert haben, gilt es jetzt, ihn mit den richtigen Pflegemaßnahmen dauerhaft zu erhalten. Mit den folgenden sieben Schritten haben Sie beste Gewähr für eine schöne, nutzbare Grünfläche:
Das Mähen
Regelmäßiges Mähen fördert die Dichte des Rasens. Die Gräser bilden neue Seitentriebe, Blätter und Ausläufer. Zudem werden nicht schnittverträgliche Kräuter in ihre Schranken gewiesen. Es ist wichtig, eine Schnitthöhe zwischen 3,5 und 5 Zentimeter einzuhalten (im Schatten nicht unter 4,5) und niemals mehr als die Hälfte der Aufwuchshöhe auf einmal abzuschneiden. Je tiefer Sie schneiden, desto empfindlicher werden die Gräser.
Thema Mulchen: Hier verbleibt das Schnittgut auf der Rasenfläche. Es soll durch Bodenorganismen mineralisiert werden, die enthaltenen Nährstoffe sollen dann den Gräsern wieder als Nahrung zur Verfügung stehen. Zudem erspart das Mulchen die oft teure Entsorgung des Schnittgutes. Für ein gutes Ergebnis sind ein geeigneter Mulchmäher und die richtigen äußeren Bedingungen nötig: Der Rasen sollte möglichst tro-cken sein. Das Schnittgut darf nicht zu lang sein, das heißt es muss häufiger als üblich gemäht werden (zweimal pro Woche in der Hauptwachstumszeit), das Schnittgut darf nicht verklumpen und muss gleichmäßig auf der Fläche verteilt sein. Es muss mineralisiert werden und darf sich nicht an der Bodenoberfläche als undurchlässige, schmierige Schicht (Filz) anreichern.Bei feuchtem Rasen empfiehlt es sich, das Schnittgut aufzusammeln.
Das Düngen
Viele Rasenflächen leiden unter Nährstoffmangel. Am Einfachsten erkennbar ist dieser an der nachlassenden Grünfärbung und dem geringen Zuwachs. Ohne Wachstum gibt es jedoch keinen dichten, grünen Rasen. Rotspitzigkeit etwa ist oft Folge unzureichender Düngung. Rasengräser benötigen eine spezielle Rezeptur an Nährstoffen:
Damit alle Nährstoffe ausreichend zur Verfügung stehen, gibt es spezielle Langzeitdünger. Gute Produkte enthalten die Nährstoffe gut portioniert, verbrennen bei richtiger Dosierung den Rasen nicht, wirken lang anhaltend, fördern das Dichtewachstum und verhindern Nitratauswaschungen. Landwirtschaftliche oder gärtnerische Dünger haben für Rasen eine falsche Nährstoffzusammensetzung. Sie wirken zu schnell und der Düngeeffekt ist nur kurz. Außerdem regen sie in erster Linie das Höhenwachstum an. Rein organische Dünger besitzen zu geringen Nährstoffgehalt und ein für Rasen ungeeignetes Nährstoffverhältnis.
Reine Zierrasenflächen ohne Belastung werden zweimal pro Jahr gedüngt. Die erste Gabe mit einem Langzeitdünger erfolgt etwa Mitte April, die zweite im Juli. Belasteter Rasen wird üblicherweise drei-mal im Jahr mit Langzeitdünger versorgt. Empfohlene Zeiträume: April, Juni und August. Je stärker die Nutzung und je höher der Verschleiß der Gräser ist, desto mehr Nährstoffe werden zum Auswachsen der Schäden benötigt. Eine vierte, spezielle Düngergabe mit viel Kalium im Oktober hilft dem Rasen besser über den Winter.
Das Wässern
Da der Wasserbedarf wesentlich von den Temperatur- und Bodenverhältnissen abhängt, lassen sich fürs Wässern keine festen Pläne, wohl aber Faustregeln aufstellen: Wasser nicht in homöopathischen Dosen – vielmehr klotzen, nicht kleckern. Bei Trockenheit wird der Rasen ein- bis zweimal pro Woche gründlich beregnet. Der Boden wird, am besten abends und möglichst über die gesamte Rasenfläche, wurzeltief durchfeuchtet. Das sichert den Wurzelbestand in tieferen Bodenschichten. Bei zu geringen Wassergaben vertrocknen die tiefen Wurzeln, das Wurzelwerk verflacht. Gräser unter Bäumen benötigen übrigens häufiger Wasser.
Das Vertikutieren
Liegen gebliebenes, nicht mineralisiertes Schnittgut und abgestorbene Pflanzenreste bilden Rasenfilz, der auf einige Zentimeter Dicke anwachsen kann. Die Folgen: Luftaustausch sowie Wasser- und Düngerzufuhr werden behindert oder ganz unterbunden. Die Wurzeln verflachen, Rasenkrankheiten breiten sich aus. Mit dem Vertikutieren wird der Rasenfilz wirksam beseitigt – der Rasen kann wieder atmen. Grundsätzlich sollte man mindestens einmal pro Jahr im März/April vertikutieren. Im August/September können durch zusätzliches Vertikutieren noch flach wachsende Unkräuter wie Ehrenpreis (Veronica) entfernt werden. Auch wenn der Rasen nach dem Vertikutieren ramponiert aussieht – kein Grund zur Sorge. Kleinere Löcher schließen sich, unterstützt durch Düngung, von selbst. In größere Lücken nachsäen.
Alle Vertikutiergeräte sind mit scharfen Messern ausgestattet. Achten Sie stets darauf, dass die Messer leicht den Boden berühren, ihn aber nicht aufschlitzen. Auf jeden Fall soll nur der Filz entfernt und nicht der Boden bearbeitet werden. Zu tiefes Vertikutieren schädigt die Rasenwurzeln und verschleißt das Gerät enorm. Idealerweise sind Rasenfläche und Boden zum Vertikutieren bereits an der Oberfläche abgetrocknet. Das Vertikutiergut muss natürlich von der Fläche entfernt werden.
Das Lüften
Beim Lüften kämmen rotierende Federn den Zwischenraum zwischen den Rasenpflanzen durch. Die Rasennarbe wird luftiger, so gelangen Nährstoffe und Wasser wieder besser an die Rasenwurzeln. Daher empfiehlt sich das Lüften besonders vor dem Düngen und während der Sommersaison, wenn der Rasen Wasser benötigt. Auf keinen Fall kann aber durch Lüften das Vertikutieren ersetzt werden, denn beim Lüften werden keinerlei flach wurzelnde Gräser, Moose, Unkräuter oder gar Rasenfilz herausgearbeitet.
Unkraut- und Moosbeseitigung
Nahezu alle Probleme lassen sich durch das richtige Saatgut, regelmäßiges Mähen, Düngen, Wässern und Vertikutieren beseitigen. Moos kommt u. a. bei zu tiefem Mähen oder Nährstoffmangel der Gräser vor. Diese Ursachen lassen sich durch Anheben der Schnitthöhe und optimale Düngung abstellen. Liegt die Vermoosung am ungeeigneten Boden oder zu schattigen Lagen, muss man darauf für einen langfristigen Effekt mit gezielter Düngung, Bodenverbesserung und Nachsaat einer schattenverträglichen Rasenmischung reagieren. Staunasse Böden lassen sich nur durch Drainage nachhaltig verbessern. Unkraut tritt besonders auf lückigen und zu wenig oder mit ungeeigneten Düngern gedüngten Rasenflächen auf.
Übrigens: Kalk beseitigt das Moos nicht. Oft wird unter einer vermoosten Fläche ein niedriger pH-Wert gemessen. Dieser ist aber nicht die Folge von Moos, sondern er entsteht durch ungünstige Bodenverhältnisse, wie Staunässe und Luftabschluss. Diese Ursachen müssen daher beseitigt werden. Ein Aufkalken gegen das Moos nutzt nichts. Im Gegenteil, Kalk fördert sogar noch die Moosbildung.
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