Die Grasgebote

Gras will gepflegt werden - lesen Sie was das genau bedeutet.

Damit Ihr Rasen jene satte Matte wird, von der Sie den ganzen Winter träumen, schenken Sie ihm Nächstenliebe! Mithilfe der Experten von WOLF-Garten verkündet Ihnen Reiner Oschmann - demütig und konfessionsübergreifend - seine Zehn Gebote zur Rasenpflege.

Gebot I.

Ich bin der Herr, dein Gras, du sollst ... ... durch regelmäßiges Mähen die Dichte des Rasens mehren. Wichtig: eine Schnitthöhe zwischen 3,5 und 5 Zentimeter einhalten - im Schatten nicht unter 4,5 Zentimeter - und nie mehr als die Hälfte der Aufwuchshöhe auf einmal abschneiden!


Gebot II.

Du sollst durch gelegentliches Mulchen im Schnittgut enthaltene Nährstoffe den Gräsern wieder zuführen. Das erspart auch die manchmal teure Entsorgung des gemähten Grases. Doch gib Obacht: Du sollst dazu einen Mulchmäher verwenden und auf richtige äußere Bedingungen warten: Der Rasen soll möglichst trocken, das Schnittgut nicht zu lang und mineralisiert sein!


Gebot III.

Viele Rasenflächen leiden unter Nährstoffmangel. Deshalb sollst du sie regelmäßig mit speziellem Hausrasendünger fruchtbar machen. Ohne Wachstum gibt es keinen dichten, grünen Rasen. Die wichtigsten Nährstoffe sind: Stickstoff (N) – er lässt das Gras wachsen und trägt zur besseren Grünfärbung bei. Sodann Phosphor (P). Er fördert das Wurzelwachstum und ist Energieträger. Schließlich Kalium (K). Es stärkt die Belastbarkeit der Gräser gegen Trockenheit, Kälte und Krankheiten.


Gebot IV.

Liegen gebliebenes, nicht mineralisiertes Schnittgut und abgestorbene Pflanzenreste bilden Filz. Das musst du vereiteln.


Gebot V.

Du sollst keine fremden Götter neben dem richtigen Rasendünger haben: Landwirtschaftliche oder gärtnerische Dünger sind wegen falscher Nährstoffzusammensetzung ungeeignet. Sie wirken zu schnell, ihr Effekt ist kurz, die Reue lang. Außerdem regen sie vor allem das Höhenwachstum an und bringen mehr Schnittgut hervor, als unter Gottes Himmel gut sein kann.



Gebot VI.

Du sollst das Wasser ehren - und beim Wässern klotzen, nicht kleckern. Bei Trockenheit wird der Rasen ein- bis zweimal pro Woche beregnet. Und bedenke: Gräser unter Bäumen dürsten öfter nach Labsal.


Gebot VII.

Du sollst den Zeitpunkt des Düngens heiligen. Zierrasenflächen werden zweimal pro Jahr gedüngt, das erste Mal mit Langzeitdünger zu Wachstumsbeginn im Frühjahr, Mitte April, dann im Juli. Belasteter Rasen braucht dreimal jährlich Langzeitdünger – April, Juni und August. Eine vierte Gabe im Oktober mit speziellem kaliumreichen Dünger hilft dem Rasen besser über den Winter.


Gebot VIII.

Dazu sollst du mindestens einmal pro Jahr im März/April vertikutieren. Auch wenn der Rasen danach wüst und öd aussieht, sorge dich nicht! Kleinere Löcher schließen sich, unterstützt durch nachfolgende Düngung, von selbst. Größere Lücken erhalten eine Nachsaat. Alle Vertikutiergeräte haben scharfe Messer. Achte stets darauf, dass diese leicht den Boden berühren, ihn aber nicht aufschlitzen. Nur der Filz soll entfernt, nicht der Boden bearbeitet werden.


Gebot IX.

Du sollst die Rasenpflege durch Lüften ergänzen. Beim Lüften kämmen rotierende Federn den Zwischenraum zwischen den Rasenpflanzen durch. Die Narbe wird luftiger und gottgefälliger, denn so finden Nährstoffe und Wasser wieder besser den Weg an die Rasenwurzeln. Doch bedenke zugleich: Auf keinen Fall kann Lüften das Vertikutieren ersetzen!


Gebot X.

Du sollst nicht begehren minderwertiges Saatgut. Fast alle Rasenprobleme lassen sich durch die Wahl des richtigen Saatguts, regelmäßiges Mähen, Düngen, Wässern und Vertikutieren beseitigen oder aber so klein- halten, dass sie nicht weiter ins Gewicht fallen. Sollten dennoch Moos und Unkräuter dem Rasen das Leben schwer machen, finde die Ursachen heraus und gehe direkt und gezielt dagegen vor!


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