Ruhe & Frieden - Stressabbau zu Weihnachten
Die Festtage verlangen uns allerhand ab, da kippt die Vorfreude schnell mal in Stress. Dabei lässt sich mit...

Die Aloe ist eine sukkulente Pflanze aus der Familie der Liliengewächse, sie gedeiht überall dort, wo ein tropisches oder subtropisches Klima herrscht. Rund 300 Arten sind weltweit bekannt, jedoch nur etwa drei bis vier enthalten die heilenden Wirkstoffe, für die die Pflanze berühmt ist. Dazu gehört vor allem Aloe vera (Syn. barbadensis ,Miller‘), die von den Kanarischen Inseln stammt und die ertragreichste Gel-Produzentin ist, sowie auch die weniger verreitete Aloe arborescens, die in Südafrika beheimatet ist (auch ,Kap-Aloe‘ genannt).
Trotz ihrer tropischen Herkunft ist es möglich, die Aloe auch im heimischen Garten oder auf dem Balkon zu ziehen – solange sie im Winter Unterschlupf findet: Sie verträgt keinen Frost. Als wasserspeichernde Wüstenpflanze ist sie extrem pflegeleicht, robust und übersteht Durststrecken mühelos. Hell und sonnig will sie stehen. Zur sommerlichen Hauptwachstumszeit verlangt sie wöchentlich nach einer Wassergabe (und gelegentlich auch nach Dünger), im Winter sollte man nur mäßig gießen. Niemals darf die Aloe jedoch zu nass stehen. Geerntet und genutzt werden jeweils die äußeren Blätter der Blattrosette, so wächst die Pflanze stets weiter und sorgt für Nachschub des kostbaren Gels.
Immerhin können Aloe-Pflanzen über zehn Jahre alt werden – diese betagten Exemplare sind natürlich wesentlich ergiebiger. Entgegen der Annahme, das volle Spektrum der Wirkstoffe entfalte sich erst in einer vier- bis fünfjährigen Pflanze, weiß man mittlerweile, dass Jungpflanzen dieselben Eigenschaften besitzen.
Die Heilwirkung der Aloe-Pflanze ist seit Jahrtausenden bekannt, auch deshalb erleben Aloe vera und ihre Artgenossen eine regelrechte Renaissance. Der Markt ist übersät von Aloe-Pro dukten, mit denen man den Körper innen wie außen stärken und pflegen kann. Für den Anwender bequem – doch ist nichts ist besser, als die Wirkstoffe unverfälscht direkt aus dem frischen Blatt zu nutzen, ist Karl Werner Beisel vom Kakteenland Steinfeld überzeugt. Der Betrieb ist auf die Aufzucht von Aloe spezialisiert, außerdem ist dort das Deutsche Aloe Vera Zentrum angesiedelt, in dessen Auftrag Untersuchungen zur Wirksamkeit der Jungpflanzen durchgeführt wurden. www.kakteenland.de
Das frische Blatt
Die Aloe vera ist zwar prominenter, die A. arborescens (unten) für bestimmte Anwendungsgebiete – vor allem innerlich – aber wirkungsvoller. Großflächig angebaut werden die „Wüstenlilien“ auf ihrer ökologischen Aloe-Farm auf den Kanaren, wo sie ideale Wachstums bedingungen vorfinden, ehe die Pflanzen dann zum weiteren Verkauf in den Steinfelder Betrieb verschifft werden.
Wer die Aloe selbst nutzen will, sollte den Blattaufbau kennen: Direkt unter der ledrigen Haut findet sich der gelbe, bittere Aloe-Saft, der die Pflanze vor Tierfraß schützt. Hier ist auch das Aloin angesiedelt. Der gesamte Rest des fleischigen Blattes wird vom durchsichtigen Gel ausgefüllt, Grundlage der Aloe-Produkte und daher ihr wertvollster Bestandteil. Das Gel besteht zu 98,5 Prozent aus Wasser, der Rest enthält die rund 170 Wirkstoffe, darunter Amino säuren, Vitamine, Saponine, Mineralstoffe, Enzyme sowie Mono- und Polysaccharide. Ein einmal angeschnittenes Blatt lässt sich gut einige Zeit aufbewahren – etwa in ein feuchtes Tuch eingewickelt – und nach und nach verwenden.
Rund 170 Wirkstoffe wurden bislang im durchsichtigen Gel der Aloe vera nachgewiesen. Vor allem äußerlich angewandt, etwa bei der Behandlung von Brandwunden, leichten Schnittverletzungen, zur Linderung von Sonnenbrand oder Juckreiz bei Insektenstichen, überzeugt die Aloe durch ihre schnelle Wirkung. Über die innere Anwendung scheiden sich die Geister. Anhänger schwören auf die synergetischen Effekte zur Immunstimulanz, Kritiker bemängeln vor allem die fehlenden wissenschaftlichen Nachweise.
In ihrer biochemischen Zusammensetzung ist die Aloe eine „Apotheke in einer einzigen Pflanze“, so Dr. Windel Winters vom University of Texas Health Science Center. Aloe-Experte Michael Peuser spricht von einem „einzigartigen Heilmittel-
Cocktail, welcher von keinem Pharma-Betrieb synthetisch hergestellt werden kann“. Von den 20 für den Menschen essenziellen Aminosäuren, den Bausteinen des Lebens, sind 17 in der Aloe enthalten.
Ihre Nutzung als Heilpflanze zieht sich durch fast alle Kulturen. Schon den alten Ägyptern galt sie als Lebenselixier, im 6. Jahrhundert wurde von den Römern erstmals ihr Einsatz als Wundheilmittel erwähnt. Marco Polo berichtete von der Anwendung der Aloe bei den Chinesen, die nordamerikanischen Indianer zählten die dort heimische Sukkulente zu den „heiligen Pflanzen“. Kolumbus nannte sie schlicht den „Arzt im Topf“ und stach nicht ohne sie in See.