Als Team unschlagbar
Sinnlichkeit, Duft und Schönheit adeln sie zur Königin. Doch im Garten ist’s wie im Leben: Sogar Rosen brauchen...

Ebenso wichtig wie die äußeren Qualitäten von Rosen sind ihre inneren Werte. Beim Kauf hat ein Laie kaum Anhaltspunkte für die Gesundheit der Pflanzen. Bleibt nur, den Deklarationen der Anbieter zu glauben oder, noch besser, einer unabhängigen Institution, wie der Allgemeinen Deutschen Rosenneuheitenprüfung (ADR). An ihrer Gründung war in den Nachkriegsjahren übrigens maßgeblich Wilhelm Kordes II. beteiligt.
Die Auszeichnung „Anerkannte Deutsche Rose“ („ADR-Rose“) erhalten neue Züchtungen erst, wenn sie in elf verschiedenen „ADR-Prüfungsgärten“ angepflanzt wurden und dort über drei Jahre gesund geblieben sind. Außerdem werden Eigenschaften wie Duft, Frosthärte und Blühverhalten geprüft. Auf die Behandlung mit chemischen Pflanzenschutzmitteln wird verzichtet. Nur wirklich widerstandsfähige Sorten überstehen diese Prozedur. Ursprünglich war diese ADR-Prüfung ein rein fachlicher Test.
Im Vergleich zu glamourösen gesellschaftlichen Ereignissen, dem Neuheitenwettbewerb in Baden-Baden etwa, leidet die Prüfung deshalb noch ein wenig unter ihrem etwas amtlichen, nüchternen Charakter. Trotz der fehlenden Romantik schauen Fachkreise im Ausland neidisch auf diese „härteste Rosenprüfung der Welt“: Nirgendwo sonst werden Rosen so eingehend und an so vielen Standorten auf Herz und Nieren geprüft. Deshalb ist das ADR-Prädikat ein Gütesiegel, das nicht nur deutschen Rosenliebhabern ein willkommenes Indiz ist, wenn es um die Auswahl besonders zuverlässiger und widerstandsfähiger Sorten geht.
In der Liste der 153 aktuellen „ADR-Rosen“ (Information unter www.adr-rose.de) stellt Kordes mit 54 Sorten den größten Anteil – ein Beleg für engagierte, kompetente Züchtungsarbeit und für eine Erfolgsstory, die auf ihre Fortsetzung 2008 wartet.
Edelrosen oder Teehybriden ...
... sind mit ihren besonders edel geformten Blüten die populärsten unter den verschiedenen Rosengruppen. Sie bringen meist nur eine Blüte am Stiel hervor, duften aber betörend. Die meisten Edelrosen eignen sich gut für einen Vasenschnitt. Je nach Sorte und Standort werden sie zwischen 70 und 120 Zentimeter hoch. Leider sind ältere Züchtungen nicht so resistent gegenüber Blattkrankheiten. Deshalb sollte ein optimaler Standort gewählt und eine zu enge Bepflanzung vermieden werden.
Kleinstrauchrosen ...
... finden sich in einigen Katalogen auch unter der Bezeichnung „Bodendeckerrosen“. Mit ihnen lassen sich reizvoll Flächen und Hänge begrünen und gleichzeitig der Unkrautwuchs unterdrücken.
Es gibt jedoch nicht nur Sorten, die flach auf der Erde liegen, sondern auch buschig aufrechte Typen. Viele sind außerdem als Rosenstämmchen erhältlich. Die meisten Kleinstrauchrosen erweisen sich als äußerst blühwillig und erfreulich widerstandsfähig gegen Blattkrankheiten. Die pflegeleichten Schönheiten eignen sich besonders gut für „Rosen-Anfänger“.
Strauchrosen ...
... werden gemeinhin Rosen genannt, die besonders starktriebig sind. Sie erreichen Höhen von 1,20 bis 2,00 Meter. Man unterscheidet zwischen einmal blühenden und öfter blühenden Strauchrosen. Letztere zeigen in der Regel nach der Hauptblüte im Frühsommer noch ein zweites Mal im Spätsommer bis Herbst ihre Pracht. Die meisten Sorten trotzen erfolgreich Krankheiten und zeigen eine gute Frosthärte. In geschützten Lagen lassen sich einige sogar als Kletterrose ziehen.
Englische Stars?
Schon seit Jahren finden sich die Züchtungen des Engländers David Austin in deutschen Gärten. Ihr romantischer Charme hat auch hierzulande die Herzen vieler Rosenliebhaber im Sturm erobert. Aber wussten Sie eigentlich, dass viele deutsche Rosenzüchtungen in Großbritannien, dem Mutterland der Gartenkunst, genauso beliebt sind, wie ihre englischen Schwestern bei uns? Besonders Vertreter aus dem Hause Kordes sind wegen ihrer guten Blattgesundheit englischen Rosenfreunden sehr willkommen. Weil man auf der Insel mit unseren deutschen Namen aber nur schwer klarkommt, werden die Sorten einfach umbenannt. So mancher deutsche Rosenfreund im Englandurlaub bestaunt die dortigen Schönheiten, ohne zu ahnen, dass sie eigentlich ein Gruß aus der Heimat sind.
Zwei Beispiele: In Deutschland wurde die Beetrose ‘Lions-Rose‘ im Jahr 2002 als „ADR-Rose“ ausgezeichnet. In England wählte man sie zur „Rose of the Year 2006“ – nur hört sie dort auf den wohlklingenden Namen ‘Champagne Moment‘. Die Beetrose ‘Gebrüder Grimm‘ (rechts) beeindruckt durch die Leuchtkraft ihrer Blüten, weshalb sie bei den Engländern ‘Eternal Flame‘ heißt.
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