Die ADR-Erfolgsstory

Rose Sunstar

Da bei W. Kordes‘ Söhne konsequent auf Chemie verzichtet wird, ist die hohe Zahl der ADR-Prädikate für die Rosen keineswegs eine Überraschung. Erst im vergangenen Jahr stammten von den 14 prämierten ADR-Ro­sen wieder 7 aus dem Hause Kor­des.

Ebenso wichtig wie die äußeren Quali­tä­ten von Rosen sind ihre inneren Werte. Beim Kauf hat ein Laie kaum An­halts­punkte für die Gesund­heit der Pflanzen. Bleibt nur, den De­klarationen der Anbieter zu glauben oder, noch besser, einer unab­hän­gigen Insti­tu­tion, wie der All­ge­meinen Deut­schen Rosen­neuheiten­prü­fung (ADR). An ihrer Gründung war in den Nach­kriegs­jahren übrigens maßgeblich Wilhelm Kor­­­des II. beteiligt.


Die Aus­zeichnung „Anerkannte Deutsche Rose“ („ADR-Rose“) erhalten neue Züch­tun­gen erst, wenn sie in elf verschiedenen „ADR-Prü­fungs­gärten“ angepflanzt wurden und dort über drei Jahre gesund geblieben sind. Außerdem werden Ei­gen­schaften wie Duft, Frosthärte und Blüh­­­­­ver­halten geprüft. Auf die Behandlung mit che­mischen Pflanzen­schutz­mitteln wird verzichtet. Nur wirklich wi­der­standsfähige Sorten über­stehen diese Pro­zedur. Ursprünglich war diese ADR-Prüfung ein rein fach­licher Test.


Im Vergleich zu glamourösen ge­sellschaftlichen Ereignissen, dem Neu­hei­ten­wettbewerb in Baden-Baden etwa, leidet die Prüfung deshalb noch ein wenig unter ih­rem et­was amtlichen, nüchternen Charakter. Trotz der fehlenden Romantik schauen Fach­kreise im Ausland neidisch auf diese „härteste Ro­sen­prüfung der Welt“: Nirgendwo sonst werden Ro­sen so eingehend und an so vielen Stand­­orten auf Herz und Nieren geprüft. Des­halb ist das ADR-Prädikat ein Gütesiegel, das nicht nur deut­schen Rosenliebhabern ein willkommenes Indiz ist, wenn es um die Auswahl besonders zuverlässiger und widerstands­fähiger Sorten geht.


In der Liste der 153 aktuellen „ADR-Rosen“ (In­formation unter www.adr-rose.de) stellt Kor­des mit 54 Sorten den größten Anteil – ein Beleg für engagierte, kompetente Züch­tungs­arbeit und für eine Erfolgsstory, die auf ihre Fort­set­zung 2008 wartet.

www.kordes-rosen.com



Edelrosen oder Teehybriden ...


... sind mit ihren be­sonders edel geformten Blüten die po­pu­lärsten unter den verschiedenen Ro­sen­grup­pen. Sie brin­gen meist nur eine Blüte am Stiel hervor, duften aber betörend. Die meisten Edelrosen eignen sich gut für einen Va­sen­schnitt. Je nach Sor­te und Standort wer­den sie zwischen 70 und 120 Zen­timeter hoch. Leider sind ältere Züchtungen nicht so resistent gegenüber Blatt­krank­heiten. Des­­halb sollte ein optimaler Stand­ort ge­wählt und eine zu enge Bepflanzung vermieden werden.


Kleinstrauchrosen ...


... finden sich in einigen Kata­logen auch unter der Bezeichnung „Boden­de­ckerrosen“. Mit ihnen lassen sich reiz­voll Flä­chen und Hänge begrünen und gleichzeitig der Un­krautwuchs unterdrücken.

Es gibt jedoch nicht nur Sorten, die flach auf der Erde liegen, sondern auch buschig aufrechte Ty­pen. Vie­­le sind außerdem als Rosen­stämm­chen erhältlich. Die meisten Kleinstrauchrosen erweisen sich als äußerst blühwillig und erfreulich widerstandsfä­hig gegen Blattkrankheiten. Die pflegeleichten Schönheiten eignen sich besonders gut für „Ro­sen-Anfänger“.


Strauchrosen ...


... werden gemeinhin Rosen ge­nannt, die besonders starktriebig sind. Sie erreichen Höhen von 1,20 bis 2,00 Meter. Man unterscheidet zwischen ein­mal­ blühenden und öf­ter blühenden Strauch­­rosen. Letz­tere zeigen in der Regel nach der Hauptblüte im Früh­som­mer noch ein zweites Mal im Spät­sommer bis Herbst ihre Pracht. Die meisten Sorten trotzen erfolgreich Krank­heiten und zeigen eine gute Frost­härte. In geschützten Lagen lassen sich einige sogar als Kletterrose ziehen.


Englische Stars?


Schon seit Jahren finden sich die Züch­tun­gen des Engländers David Austin in deutschen Gärten. Ihr romantischer Charme hat auch hierzulande die Herzen vieler Ro­senliebhaber im Sturm erobert. Aber wussten Sie eigentlich, dass viele deutsche Rosen­züchtungen in Groß­bri­tan­nien, dem Mutter­land der Gartenkunst, genauso beliebt sind, wie ihre englischen Schwestern bei uns? Besonders Vertreter aus dem Hause Kordes sind wegen ihrer guten Blatt­ge­sund­heit englischen Rosenfreunden sehr willkommen. Weil man auf der Insel mit unseren deutschen Namen aber nur schwer klarkommt, werden die Sorten einfach umbenannt. So mancher deut­sche Rosenfreund im Eng­land­ur­laub be­staunt die dortigen Schön­heiten, ohne zu ah­­­­­nen, dass sie ei­gentlich ein Gruß aus der Hei­mat sind.


Zwei Beispiele: In Deutschland wurde die Beet­rose ‘Lions-Rose‘ im Jahr 2002 als „ADR-Rose“ ausgezeichnet. In Eng­­land wählte man sie zur „Rose of the Year 2006“ – nur hört sie dort auf den wohl­klin­gen­den Namen ‘Cham­pagne Mo­ment‘. Die Beetrose ‘Gebrüder Grimm‘ (rechts) beeindruckt durch die Leucht­kraft ihrer Blüten, weshalb sie bei den Engländern ‘Eternal Flame‘ heißt.


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