Der Feind in meinem Beet: Trifolium (Klee)
Klee ist wie Spam: beides eine Plage in meinem Leben! Unaufhaltsam, unkontrollierbar, zeitraubend frisst es sich...

Für mich heißt es angesichts dieser monarchischen Fehlleistung: Nur die Ruhe bewahren, wenn ich die Herkules-Staude - oder auch Riesen-Bärenklau, der bis zu zwei Meter hoch wächst - im eigenen Garten entdecke. Die Holzhammermethode, reflexhaft alles mit der bloßen Hand rauszureißen, hätte fatale Auswirkungen und würde mich bei der Bekämpfung der Staude nicht weit bringen. Höchstens ins nächste Krankenhaus.
Keep cool – also schnappe ich mir den Schutzanzug aus Plastikfolie, den entsprechenden Kopfschutz und, nicht vergessen, dicke Handschuhe. In diesem nicht gerade kleidsamen Plastikoutfit – aber wer sollte mich schon erkennen? – nähere ich mich dem ungebetenen, ursprünglich aus dem Kaukasus stammenden Gast namens Heracleum mantegazzianum. Wenn ich mir das Gewächs so aus der Nähe anschaue, kann ich schon verstehen, dass manch unwissender Gärtner stolz ist, ein derart imposantes, wundervolles, rosafarbenes Blütenwunder sein Eigen zu nennen.
Aber Mitbürger mit Expertenblick sind sich der Gefahr bewusst, die von diesem Exoten ausgeht. Denn was habe ich da neulich gelesen: von Kühen, die nach dem Verzehr der Pflanze gestorben sind, und von jungen Enten, die nach dem Kontakt mit der Staude Deformationen an Schnäbeln und Füßen aufwiesen? Diese Herkules-Staude hat wahrlich so gar nichts mit dem Gott des Heils gemein.
Jetzt das Gewächs ungeschützt berühren, würde meine Haut in Irritation versetzen. Jucken und Brennen wäre nur die schmerzliche Ouvertüre. In Verbindung mit dem Sonnenlicht verursachen die Entzündungen nach einigen Stunden Blasen, die mit Verbrennungen dritten Grades zu vergleichen sind. Nach der nur langsam folgenden Abheilung sind Narben sowie Pigmentierungen keine Seltenheit.
Jetzt stehe ich unmittelbar vor dem durchtriebenen Gewächs. Die Zeit ist reif, wir haben Herbst. Mein Killerinstinkt ist geweckt. Der grüne Neubürger muss weg, und zwar sofort, sonst müsste ich bis zum Frühjahr warten, bis zum zweiten optimalen Zeitpunkt. Ich steche mit dem Spaten tief in die Erde, um den kompletten Pflanzenballen herauszunehmen, und werfe die ausgehobene Pflanze ins Feuer. Minutiös muss ich vorgehen und Abgeschnittenes oder Abgerissenes ebenso verbrennen, denn schnell verstecken sich unter den Pflanzenresten Samen, die mein akribisches Tabula rasa wegen ihres Nachreifens zunichte machen würden.
Lasse ich meinen Blick über den Zaun schweifen, graust es mir. Hinten an der Waldlichtung Der Riesen-Bärenklau breitet sich munter in unseren Gefilden aus: im Wald, an Gräben, Uferbereichen, an Flussniederungen und verführt allzu oft spielende Kinder – die die hohlen Stängel zum Blas- oder Fernrohr umfunktionieren.
Jenseits meines Gartenzauns bin ich nicht mehr gefragt, hier greife ich zum Telefon, um die Feuerwehr zu verständigen. Die hat auch die schickeren Schutzanzüge.
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