Das Gründach: Vorteile der Dachbepflanzung

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Ein Gründach ist mehr als ein Blickfang in den Häuserfluchten der Großstadt. Dachbepflanzungen geben der Natur einen Teil davon zurück, was ihr durch das Bebauen großer Flächen genommen wurde. Darüber hinaus profitieren Bauherren von zahlreichen Vorteilen.

Die einen schaffen mit ihrer Dachbegrünung einen pflegeleichten Lebensraum für Pflanzen und Tiere in der Stadt, andere gönnen sich einen eigenen Dachgarten mit Rasen, Blumenbeeten, Gehölzen und einer Terrasse. Solange die Statik des Daches ausreicht, lassen sich fast alle Träume erfüllen. Und bei korrekter Ausführung können Gründach-Besitzer mit weiteren Vorteilen rechnen.


Nutzen der Dachbegrünung


Bepflanzte Dächer sehen nicht nur gut aus, sie bieten eine Reihe von Vorteilen für Bauherren und die Natur. Gründächer schützen die Dachabdichtung vor extremen Umwelteinflüssen wie Sonneneinstrahlung, Hagel, Wind und Temperaturschwankungen. Während ein nacktes Flachdach etwa 15-25 Jahre hält, ist die Lebensdauer eines Gründachs doppelt so lang. Das liegt daran, dass die Dachabdichtung in einem gleichmäßig temperierten Bereich liegt und Witterungseinflüsse nicht so schnell zu Materialermüdung, Rissbildung und undichten Stellen führen.


Darüber hinaus sorgt eine Dachbepflanzung dafür, dass die Schallreflexion der Dachoberfläche um drei Dezibel verringert wird. Des Weiteren verbessert sie die Schalldämmung des Daches im Gebäudeinneren um bis zu acht Dezibel. Eine starke Leistung, wenn man bedenkt, dass der Mensch die Abnahme des Schalls um zehn Dezibel als Halbierung der Lautstärke empfindet.


Ein weiterer Vorteil der Dachbegrünung ist ihre wärmedämmende und hitzeabschirmende Wirkung. Der grüne Teppich sorgt dafür, dass im Winter nicht so viel Wärme über das Dach verloren geht. Durch spezielle Dachbegrünungsaufbauten mit garantiertem Wärmedurchlasswiderstand erreichen sogar schlecht gedämmte Altbauten die gesetzlich vorgeschriebenen Wärmedämmwerte der Energieeinsparverordnung (EnEV). Im Sommer profitieren die Zimmer unter dem Dach von einem kühleren Raumklima, da das Verdunsten des Regenwassers in der Substratschicht die Dachoberfläche kühlt.


Neben den Vorteilen für Bauherren ergibt sich ein großer Nutzen für Umwelt und Gesellschaft. Gründächer kompensieren zum Teil Flächen, die durch Baumaßnahmen versiegelt wurden. Sie bieten Ersatzlebensräume für seltene Pflanzen, Insekten, Vögel, Flora und Fauna. Des Weiteren leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Kanalisation . Ein grünes Dach sorgt dafür, dass über die Hälfte des Jahresniederschlags auf dem Dach verdunstet und gar nicht erst in das Kanalsystem abfließt. Auf diese Weise beugen Dachbepflanzungen bei Starkregen Überschwemmungen vor.


Ein weiterer positiver Einfluss ist die Verbesserung der Stadtluft . Ein Gründach bindet sowohl Schadstoffe als auch Staub aus der Luft. Zudem wirkt es wie eine natürliche Klimaanlage. Es mildert das durch Industrie, Wohnraumheizungen und Abgase aufgeheizte Stadtklima.


Drei Arten der Dachbepflanzung


Insgesamt unterscheiden Fachleute drei Arten der Dachbegrünung: Extensiv-, Intensiv- und einfache Intensivbegrünung. Das Portal www.bauen.de hat die Unterschiede hinsichtlich Kosten, Gewicht, Aufbaudicke und Pflegeaufwand übersichtlich in einer Infografik dargestellt.


Die extensive Dachbepflanzung besteht aus Moosen, Sukkulenten, Kräutern und Gräsern, die mit extremer Sonneneinstrahlung, Trockenheit und Wind zurechtkommen. Wässern ist nicht nötig. Diese Pflanzen bilden schnell einen geschlossenen Teppich auf dem Dach, sodass es ausreicht, ein bis zwei Mal im Jahr Fremdwuchs und Unkraut zu entfernen.


Etwas mehr Pflegeaufwand ist bei der einfachen Intensivbegrünung nötig. Sie muss periodisch gegossen werden. Neben der Wiesenvegetation der Extensivbegrünung lassen sich auch Stauden auf dem Dach anpflanzen.


Die aufwendigste Dachbepflanzung ist die Intensivbegrünung . Meist handelt es sich hierbei um begehbare Dachgärten, die ebenso viel Pflege wie ein normaler Garten benötigen. Ist die Statik des Daches ausreichend, lassen sich nicht nur Wiesengewächse, sondern auch Sträucher, Stauden und Bäume anpflanzen


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