Das Glück des Genießens.

Das Glück des Genießens.

Ein Professor spricht aus, was viele fühlen, aber nicht zu sagen wagen: Hängematte ist gesünder als Squash, Mittags­­schlaf besser als Marathon. Gesundheits­wissen­schaftler Peter Axt über die manch­mal unfassbare Leichtigkeit des Seins.

In welchem Bereich seiner eigenen vier Wände kann man das Glück der Faulheit am besten ausleben?

Peter Axt: Im Schlafzimmer, mit einem gu­ten Buch.


Und wie steht's mit dem Garten?

Peter Axt: Er ist zum Entspannen ideal, sollte aber unbedingt Zonen haben, die von außen nicht einsehbar sind.


Wie sieht für Sie der ideale Garten aus?

Peter Axt: Mit einem Nutz- und Kräuter­bereich, einem Kirschbaum mit Bank, einer Rasenfläche zum Langmachen und unterschiedlichen Blumen und Sträuchern.


Was hat dort überhaupt nichts zu suchen?

Peter Axt: Laute Musik.


Wächst mit der Größe des Gartens die Chance zur Erholung?

Peter Axt: Nein, das ist keine Frage der Grö­ße, sondern der inneren Einstel­lung.


Was halten Sie von Englischem Rasen im eigenen Garten?

Peter Axt: Er kann sehr schön sein. Ich ziehe allerdings die Blumenwiese vor.


Ist Gartenarbeit Glücks-Bringer oder -Ver­hin­derer?

Peter Axt: Auch das kommt wieder auf die Einstellung an. Wer Gartenarbeit mag, wird sein Glück im Garten finden.


Erlaubt der eigene Garten überhaupt ein Leben in der Hängematte?

Peter Axt: Eigentlich nicht.


Das überrascht mich bei Ihnen, ich hätte gerade an dieser Stelle ein deutlicheres Be­kenntnis zum Müßiggang erwartet ...

Peter Axt: Ich weiß. Mein Buch „Vom Glück der Faulheit“ wird hier manchmal etwas kurzschlüssig interpretiert. Mir geht es aber nicht um ein Loblied auf die Faulheit, sondern um ein gemütliches und genussvolles Leben, das Ja sagt auch zu Auszeiten.


Sollte man einen Garten vorzugsweise al­lein, in Familie oder mit Freunden nutzen?

Peter Axt: Kommt auf die Situation an: Zum Entspannen – allein; um zu leben – mit Fa­mi­lie; zum Feiern – mit Freunden.



Sind Nachbarn eine Genussbremse für das Leben im Garten?

Peter Axt: Wenn man sich mit ihnen versteht, können sie den Genuss sogar erhöhen.


Welcher Sport empfiehlt sich im eigenen Garten?

Peter Axt: Die Bewegung, die zur Pflege des Gartens notwendig ist, reicht allemal.


Von welchen entspannungsschädlichen Tä­tig­keiten raten Sie draußen im Grünen dringend ab?

Peter Axt: Von kontroversen Diskussionen mit Gästen.


Hält ein Garten jung - oder einfach nur auf Trab?

Peter Axt: Er hält auf Trab und damit jung, wenn man ihn – bitte – ohne Stress betreibt.


Unterschätzt die gegenwärtige gesellschaftliche Reform­debatte bislang den Gar­ten-Faktor?

Peter Axt: Ich glaube schon. Der Garten besitzt eindeutig einen Gesundheits-Wert, der gesellschaftlich noch längst nicht voll erkannt und anerkannt wird.


Wie stehen Sie zu Musik im Garten?

Peter Axt: Sie kann schön sein, vorausgesetzt, sie ist, wie gesagt, nicht zu laut.


Zu welcher Tages- und Jahreszeit ist der Erholungseffekt im Garten am größten?

Peter Axt: Im Sommer, am späten Nach­mittag oder abends.


Welche Blumen sind für Sie am interessantesten und erholsamsten?

Peter Axt: Duftende Rosen und bunte Berg­blumen. Letztere auch deshalb, weil sie Ur­laubsstimmung in mir wecken.


Warum fällt es vielen selbst im Garten so schwer, faul zu sein?

Peter Axt: Weil von einem Garten letztlich immer wieder Anregung zum Arbeiten ausgeht. Es gibt immer etwas zu tun. Wichtig ist nur, dass man sich die Freiheit bewahrt, sich auch mal ins Gras zu legen und in den Himmel zu schauen.


Prof. Dr. Peter Axt/Dr. Michaela Axt-Ga­dermann: „Vom Glück der Faulheit – So teilen Sie Ihre Lebensenergie richtig ein. Langsame leben länger“


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