Blütengrüße aus dem Süden

Oleander - Blütengrüße aus dem Süden

Rosa ist die typische Farbe des Oleanders, aber längst nicht die einzige. Das üppig blühende Zier­gehölz und Inbegriff für mediterranes Gartenflair zählt unter seinen mehr als 200 Sorten auch viele gelbe, weiße, orange und rote Schönheiten. Wir sprachen mit der Oleander-Expertin Maria Köchel über bewährte Standardsorten für die Terrasse, interessante Neu­züchtungen und Regeln für die Pflege der beliebten Kübelpflanzen.

Zuerst die schlechte Nachricht: Auch wenn die Züchter unentwegt suchen, bis­lang haben sie keinen winterharten Olea­nder gefunden. Das ist schade, denn der Zier­strauch gehört zu den schönsten mediterranen Pflanzen im Garten.


Auch in der Größe variieren die Oleander stark. Es gibt Giganten wie ‘Splendens Gi­gan­­teum‘, die 3 Meter hoch werden können und durch regelmäßigen Schnitt im Zaum gehalten werden müssen, damit sie nicht die Dimensionen einer Kübelpflanze sprengen. Eine schöne, nicht überbordend wachsende und zugleich gesunde Sorte für die Terrasse ist die rosa blühende ‘Hardy Pink‘. Das Pendent zu den Riesen sind die Zwerge, de­ren Hei­mat in Hoch­gebirgsregionen liegt.


Ein Vertreter der Minis ist die ‘Petit Salmon‘, die ein Größe von ein 1 mal 1 Meter in der Regel nicht überschreitet. „Bei der Auswahl sollte man die maximale Größe kennen, weil ein üppig wuchernder Oleander von Jahr zu Jahr mehr Raum einnimmt und sich irgendwann nur noch mühsam ins Winterquartier verfrachten lässt“, gibt Maria Köchel zu bedenken. Sie rät bei kleinen Gärten eher zu schwä­­­­cher wachsenden, kompakten Sorten wie ‘Marie Mauron‘ oder die dauerblühende, dich­­­te und gesunde ‘Maurin des Maures‘ – eine ihrer Favoriten.


Oleander hat viel Durst.


Er wächst am Mit­telmeer und im Orient oft an Bach- und Flussläufen. Im Kübel muss die Pflanze deshalb regelmäßig gegossen werden. Sie nimmt es nicht übel, wenn im Untersetzer Wasser steht.


Kalkhaltiges Leitungswasser ist kein Pro­blem


Die Pflanze benötigt Kalk. Das Substrat im Kübel sollte Ton enthalten oder mit Be­to­nit verbessert werden.


Für üppige Blüten braucht die Pflanze üppige Nährstoffe.

Ein- bis zweimal in der Woche sollte der Vielzehrer mit flüssigem Volldünger versorgt werden. „Ein steter, vereinzelter Abwurf gelber Blätter ist beim Oleander normal“, sagt Maria Kö­chel. Auf diese Weise tauscht er sein immergrünes Laub gegen junge Blätter aus. Im Sommer braucht er einen Standort in voller Sonne, um gut zu gedeihen. Im Winter ist ein kühler, heller und luftiger Platz unter 10 Grad wichtig. „Sind diese Beding­ungen nicht ge­geben, wirft der Ole­ander vermehrt Blätter ab, blüht weniger und wird anfällig für Schäd­­­linge und Krankheiten.“



Häufig wird der Zierstrauch von Spinn­milben befallen. Sie sind kaum zu se­hen, saugen die Blätter an und lassen sie silbrig schimmern. In einem späten Stadium sind weiße Spinnennetze zwischen den Blättern zu erkennen.


Auch Schildläuse machen dem Oleander zu schaffen. Ist er einmal befallen, helfen in beiden Fällen nur spezielle Pflanzenschutz­mittel.


*Ascochyta ist eine Pilzkrankheit*, an der vie­le Oleander leiden. Sie kann alle oberirdischen Teile der Pflanze befallen und tritt hauptsächlich im Winterquartier auf. Die Blü­­­­­­tenstände wirken wie vertrocknet und sterben ab. Diese Trockenfäule kann zum Tod der Pflanze führen. Ein befallener Trieb muss herausgeschnitten werden, damit sich der Pilz nicht Richtung Basis ausbreiten kann.


Eine typische Krankheit ist Pseudomonas


Sie wird durch Bakterien verursacht und oft als Oleander-Krebs bezeichnet und kann mehr oder weniger sämtliche Sorten befallen. Sichtbar wird diese Krank­heit durch Wuche­rungen an Trieben, Blättern und Blüten­stän­den. An den Blättern entstehen braune Fle­cken, die aufplatzen. Ein schwacher Befall kann durchaus toleriert werden. Stark befallene Triebe und Blüten müssen herausgeschnitten werden.


Wuchs­starke Sorten kommen mit Pseudomonas gut zurecht, durch den Rück­schnitt entstandene Lücken werden schnell mit frischen Trieben geschlossen. Die Be­hand­lung mit Antibiotika ist hierzulande nicht erlaubt, in den Ländern, aus denen die Pflanzen importiert werden, dagegen schon. Eine als gesund im Gartencenter gekaufte Pflanze kann daher bereits nach wenigen Wochen Symptome der Pseudo­monas zeigen.


Ein wichtiger Aspekt beim Oleander ist der Duft. Die einfachen Blüten duften in der Regel nicht, eine der wenigen Ausnahmen ist die rosa blühende Sorte ‘Kirke‘. Der Oleander mit gefüllten Blüten, der seinen Ursprung in Indien hat, bezaubert dagegen mit einem feinen Wohlgeruch, der an Nelken erinnert. Nachteil der Gefüllten: Sie kleben bei Re­­gen zusammen, öffnen sich nicht und welken.


Alles Gute ist eben selten beieinander. Aber wer weiß, vielleicht gelingt den Profis ir­gend­­wann ein Oleander, der zugleich robust und krankheitsresistent ist, duftet, ohne zu verkleben – und natürlich strengen Frösten wi­dersteht. Wünschen muss erlaubt sein.


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