Und ewig grüßt das Sommerloch
Tritt im Garten die Blühpause ein – ein Vorgang ebenso erklärlich wie natürlich –, werden manche Gartenbesitzer zu...

Zuerst die schlechte Nachricht: Auch wenn die Züchter unentwegt suchen, bislang haben sie keinen winterharten Oleander gefunden. Das ist schade, denn der Zierstrauch gehört zu den schönsten mediterranen Pflanzen im Garten.
Auch in der Größe variieren die Oleander stark. Es gibt Giganten wie ‘Splendens Giganteum‘, die 3 Meter hoch werden können und durch regelmäßigen Schnitt im Zaum gehalten werden müssen, damit sie nicht die Dimensionen einer Kübelpflanze sprengen. Eine schöne, nicht überbordend wachsende und zugleich gesunde Sorte für die Terrasse ist die rosa blühende ‘Hardy Pink‘. Das Pendent zu den Riesen sind die Zwerge, deren Heimat in Hochgebirgsregionen liegt.
Ein Vertreter der Minis ist die ‘Petit Salmon‘, die ein Größe von ein 1 mal 1 Meter in der Regel nicht überschreitet. „Bei der Auswahl sollte man die maximale Größe kennen, weil ein üppig wuchernder Oleander von Jahr zu Jahr mehr Raum einnimmt und sich irgendwann nur noch mühsam ins Winterquartier verfrachten lässt“, gibt Maria Köchel zu bedenken. Sie rät bei kleinen Gärten eher zu schwächer wachsenden, kompakten Sorten wie ‘Marie Mauron‘ oder die dauerblühende, dichte und gesunde ‘Maurin des Maures‘ – eine ihrer Favoriten.
Oleander hat viel Durst.
Er wächst am Mittelmeer und im Orient oft an Bach- und Flussläufen. Im Kübel muss die Pflanze deshalb regelmäßig gegossen werden. Sie nimmt es nicht übel, wenn im Untersetzer Wasser steht.
Kalkhaltiges Leitungswasser ist kein Problem
Die Pflanze benötigt Kalk. Das Substrat im Kübel sollte Ton enthalten oder mit Betonit verbessert werden.
Für üppige Blüten braucht die Pflanze üppige Nährstoffe.
Ein- bis zweimal in der Woche sollte der Vielzehrer mit flüssigem Volldünger versorgt werden. „Ein steter, vereinzelter Abwurf gelber Blätter ist beim Oleander normal“, sagt Maria Köchel. Auf diese Weise tauscht er sein immergrünes Laub gegen junge Blätter aus. Im Sommer braucht er einen Standort in voller Sonne, um gut zu gedeihen. Im Winter ist ein kühler, heller und luftiger Platz unter 10 Grad wichtig. „Sind diese Bedingungen nicht gegeben, wirft der Oleander vermehrt Blätter ab, blüht weniger und wird anfällig für Schädlinge und Krankheiten.“
Häufig wird der Zierstrauch von Spinnmilben befallen. Sie sind kaum zu sehen, saugen die Blätter an und lassen sie silbrig schimmern. In einem späten Stadium sind weiße Spinnennetze zwischen den Blättern zu erkennen.
Auch Schildläuse machen dem Oleander zu schaffen. Ist er einmal befallen, helfen in beiden Fällen nur spezielle Pflanzenschutzmittel.
*Ascochyta ist eine Pilzkrankheit*, an der viele Oleander leiden. Sie kann alle oberirdischen Teile der Pflanze befallen und tritt hauptsächlich im Winterquartier auf. Die Blütenstände wirken wie vertrocknet und sterben ab. Diese Trockenfäule kann zum Tod der Pflanze führen. Ein befallener Trieb muss herausgeschnitten werden, damit sich der Pilz nicht Richtung Basis ausbreiten kann.
Eine typische Krankheit ist Pseudomonas
Sie wird durch Bakterien verursacht und oft als Oleander-Krebs bezeichnet und kann mehr oder weniger sämtliche Sorten befallen. Sichtbar wird diese Krankheit durch Wucherungen an Trieben, Blättern und Blütenständen. An den Blättern entstehen braune Flecken, die aufplatzen. Ein schwacher Befall kann durchaus toleriert werden. Stark befallene Triebe und Blüten müssen herausgeschnitten werden.
Wuchsstarke Sorten kommen mit Pseudomonas gut zurecht, durch den Rückschnitt entstandene Lücken werden schnell mit frischen Trieben geschlossen. Die Behandlung mit Antibiotika ist hierzulande nicht erlaubt, in den Ländern, aus denen die Pflanzen importiert werden, dagegen schon. Eine als gesund im Gartencenter gekaufte Pflanze kann daher bereits nach wenigen Wochen Symptome der Pseudomonas zeigen.
Ein wichtiger Aspekt beim Oleander ist der Duft. Die einfachen Blüten duften in der Regel nicht, eine der wenigen Ausnahmen ist die rosa blühende Sorte ‘Kirke‘. Der Oleander mit gefüllten Blüten, der seinen Ursprung in Indien hat, bezaubert dagegen mit einem feinen Wohlgeruch, der an Nelken erinnert. Nachteil der Gefüllten: Sie kleben bei Regen zusammen, öffnen sich nicht und welken.
Alles Gute ist eben selten beieinander. Aber wer weiß, vielleicht gelingt den Profis irgendwann ein Oleander, der zugleich robust und krankheitsresistent ist, duftet, ohne zu verkleben – und natürlich strengen Frösten widersteht. Wünschen muss erlaubt sein.
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