Endlich wieder draußen sitzen: Terrassen-Ideen
Gut geplant macht länger Freude. Wir stellen Ihnen gelungene Terrassen-Ideen vor und holen Expertenrat ein, welche...

Heutzutage finden sich exotische Pflanzen längst nicht mehr nur dort, wo sie zu Hause sind. Südliches Flair wünscht auch der „Terrassier“ an der Nordsee, an der Rheinschiene oder am Zweitausender im Allgäu. Die Sehnsucht ist verständlich, das Verpflanzen vielleicht nicht immer – oder?
Ludger Plaßmann (45) aus Hamburg-Schenefeld zeigt hanseatisch klar Flagge: keine Bedenken! „Ich halte generelle Vorbehalte für Scheinargumente, denn ökologische Einwände kann ich hier vernachlässigen. Die Platzierung von Exoten begünstigt zudem die Biodiversität, und als Dienstleister will ich meinen Kunden ein Optimum an Möglichkeiten bieten. Die Terrasse eignet sich dafür prächtig.“
Unweigerlich lenkt der Streit auf die Frage, wo Exoten anfangen und enden. Herr Plaßmann: „Rechnen Sie schon Oleander und Kamelie dazu oder erst Extrem-Exoten wie die Palme? Wir prüfen den Einzelfall, wozu das Pflegeverhalten des Kunden, die Lage des Grundstücks und das Mikroklima gehören: Ein Trompetenbaum kann schwierig werden. Wenn der nur einmal Frost bekommt, ist er hin. Eine Olive ist widerstandsfähiger. Im ländlichen Raum gibt es größere Reserviertheit gegenüber exotischer Bepflanzung, aber in Ballungsräumen sind Aufgeschlossenheit und Wunsch nach Exoten groß. An der Elbchaussee haben wir allerhand Palmen, Granatäpfel oder Bananen gesetzt – und die Leute fühlen sich wohl damit.“
Stephan Arnold (44) aus Leinfelden-Echterdingen weiß ebenfalls um den Sprung, den Exoten auf deutsche Terrassen gemacht haben. Durchweg glücklich ist er darüber nicht. „Ich bin nicht gegen fremde Pflanzen in unseren Gärten, solange sie – wie mancher japanische oder amerikanische Ahorn – aus verwandten Klimazonen stammen. Aber Palmen haben in Deutschland nichts verloren.“ Stephan Arnold führt funktionale wie ästhetische Gründe ins Feld. „In kalten Wintern sind Tropenpflanzen akut gefährdet. Sie müssen aufwendig eingepackt werden, was selten schön aussieht. Die meisten Kunden akzeptieren diese Zusammenhänge.“
Hinzu kommt für Stephan Arnold ein emotionales Argument gegen überschießende Importe: „Eine Palme auf einer schwäbischen Holzterrasse wirkt auf mich, als habe sie jemand in Deutschland vergessen oder in der Wohnung nicht genug Platz gehabt. Im Übrigen ist es wie mit italienischer Salami und italienischen Roten: Auch da wundern wir uns oft, wieso die daheim nicht mehr halb so gut schmecken wie auf Capri.“
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