Alles im grünen Bereich

Kieselsteine für Flächen verschönern den Garten

Der Garten eine korrekt ökologische Grünzone? Tun wir was dafür! Drei Experten geben Ratschläge, was ihn tatsächlich grüner macht.

Das Gute ist so nah: Pflanzen der Region


Nachhaltigkeit bei der Pflanzenwahl – was bedeutet das?

Christian Dolezal: Die Verwendung mehrjähriger, einheimischer Pflanzen, die möglichst von einem lokalen Produzenten stammen. Die Vorteile sind kurze Transportwege und die Möglichkeit, sich jederzeit die Produktionsmethoden vor Ort anzuschauen – wird selbst gezüchtet? Wie wird mit Spritzmitteln umgegangen? Dazu hat man die Garantie, dass die Pflanzen an die örtlichen klimatischen Gegebenheiten gewöhnt sind. Finden sie optimale Standortbedingungen vor, lassen sich Wasser und Dünger sparen, was ebenfalls die Umwelt entlastet.


Weshalb sind Standortfaktoren so wichtig?

Christian Dolezal: Nur bei dem Standort angepasster Bepflanzung ist Nachhaltigkeit gegeben. Denn Nachhaltigkeit schließt auch Langlebigkeit ein. Dabei müssen die Bodenbeschaffenheit vor Ort, die Sonneneinstrahlung und sonstige mikroklimatische Faktoren beachtet werden.


Wie prägen heimische Pflanzen das Bild des Gartens?

Christian Dolezal: Sie sorgen für einen ganz natürlichen, den Jahreszeiten angepassten Wechsel im Garten: Blüte und Fruchtaustrieb erfolgen ohne „künstliche“ Unterstützung, die Pflanzen vermehren sich oft durch Selbstaussaat. Diesen Wechsel zu wollen und zu akzeptieren – auch das ist Nachhaltigkeit. Allerdings muss man in Kauf nehmen, dass der Garten weder sein Anfangsbild behält, noch von Anfang an seinen Endzustand zeigt.


Und wer das Baugrundstück erst noch in einen Garten verwandeln muss?

Christian Dolezal: Auch da lässt sich umsichtig handeln. Bagger mit einem Humussieblöffel können beispielsweise auf der Baustelle ab- getragenen Rasen sowie Aushub aussieben. Das gewonnene Material ist brauchbar für Beete. So werden nicht nur Kosten gespart, sondern auch Abfallmengen reduziert.


Christian Dolezal ist Gartengestalter aus Gleisdorf in Österreich und Mitglied im genossenschaftlichen Zusammenschluss der Gärtner von Eden.



Der Schatz vor der Tür: Natursteine


Was macht das Gestaltungselement Stein nachhaltig?

Ulrich Heft: Die Grundsatzentscheidung zwischen Beton- und Natur- stein. Beim Aspekt Langlebigkeit ist Naturstein immer der klare Sieger, er ist ja quasi für die Ewigkeit. Ansonsten hängt die Bilanz sehr von der Herkunft des Steins ab. Wir empfehlen unseren Kunden am liebsten Natursteine aus der unmittelbaren Umgebung, schließlich haben wir in Deutschland tolle Vorkommen. Dann stimmt auch die Ökobilanz in Sachen Transport.


Wo lässt sich Stein außer bei Bodenbelägen in einen nachhaltig gestalteten Garten integrieren?

Ulrich Heft: Ein Bachbett mit großformatigen Kieselsteinen bestärkt den naturnahen Charakter eines Gartens und bietet Insekten und Amphibien Unterschlupf. Oder Gabionen. Diese oft mit Bruchstein gefüllten Metallkörbe werden von Insekten und Kleintieren gleichfalls gern als Rückzugsort genutzt.


Wie steht es um die Ökobilanz bei der Verlegung von Bodenmaterialien?

Ulrich Heft: Je größer das einzelne zu bewegende Element, desto unumgänglicher ist der Einsatz von schwerem Gerät. Bodenverdichtung kann die Folge sein. Kleinformatige Platten dagegen lassen sich auch mit geringerem maschinellem und finanziellem Aufwand ausbessern, falls es irgendwann Frost- oder Wurzelschäden gibt. Die Verfugung der Bodenplatten sollte so gewählt sein, dass die Fläche nicht komplett versiegelt wird und Regenwasser gut versickern kann.


Gärtner von Eden Ulrich Heft, Roßwein



Aus dem richtigen Wald: Holz


Mit Holz im Garten dürfte man auf der sicheren umweltfreundlichen Seite stehen.


Cornelia König: Wenn es nicht schon vor dem Einbau mit umweltschädigenden Mitteln imprägniert wurde. Die machen den Natur- und Nachhaltigkeitsgedanken gleich wieder zunichte. Unter den einheimischen Gehölzen sind Robinie, Edel-Kastanie und Lärche sehr robust. Man sollte auf gerbstoffreiche Hölzer achten. Gegen das neue Thermo-Holz gibt es keine Einwände, damit werden Esche und Buche in eine vergleichbare Haltbarkeit wie Tropenhölzer versetzt. Bautechnisch sollte auf schützende Überstände oder Abtropfkanten geachtet werden. Holzterrassen am besten frei schwebend auf Metallunterkonstruktion aufbauen: Das Holz liegt frei, kann atmen, abtrocknen und ist dadurch lange haltbar.


Wie lässt sich feststellen, ob es tatsächlich Ressourcen schonend angebaut worden ist?

Cornelia König: Heimische Laubhölzer sollten aus zertifizierter, nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammen. Wer leider nicht auf Tropenholz verzichten möchte – beim Kauf auf das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) achten. Es garantiert Holzprodukte aus ökologisch und sozial gerechter Waldwirtschaft.


Gibt es lebensverlängernde Pflegetipps?

Cornelia König: Viele Holzarten, beispielsweise Lärche, benötigen keine extra Pflege. Sie bekommen eine schöne Patina, wie etwa Teakholz. Auf keinen Fall einen Hochdruckreiniger verwenden, der zerstört, wenn auch nicht unbedingt sichtbar, die Oberfläche. Das Holz wird dann immer schneller grün. Wer sich für Pflege entscheidet, sollte auf biologische Holzpflegemittel oder Lasuren zugreifen.


Wie steht es um Holzmöbel?

Cornelia König: Klassiker waren lange Zeit Teakmöbel, die zumindest bei günstigen Angeboten einen schlechten Ruf bezüglich Abbau und Nachhaltigkeit haben. Mittlerweile werden Möbel aus Robinie, Eukalyptus und auch Eiche angeboten. Eiche wird allerdings im Laufe der Zeit recht unschön und ist daher eher etwas für Liebhaber.


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