Serie - Elektroplanung - Teil 3

Foto: SchwoererHaus

Im letzten Teil unserer Serie beschäftigen wir uns mit der Elektro-Installation im Schlafzimmer, der Vermeidung von Elektrosmog sowie der Integration einer intelligenten Haussteuerung

m Schlaf regeneriert sich unser Organismus, schöpfen wir aus Ruhe neue Kraft. Im Schlafzimmer gilt es daher, alles zu vermeiden, was die Nachtruhe stören kann. Gerade die Stromplanung spielt dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle. Elektrosmog, also elektrische Strahlung und elektromagnetische Felder, können unseren Schlaf belasten. Rund ums Bett gilt daher: Weniger ist mehr. Wer Fernseher und Computer aus dem Schlafzimmer verbannt, braucht dafür auch keinen Anschluss legen lassen. Steckdosen sowie Kabel unter oder hinter dem Bett sollten, wenn möglich, vermieden werden.


Schalter für Lese- oder Deckenlicht gehören leicht erreichbar an die Wand neben dem Kopfende; gut, wenn Position und Höhe der Schlafzimmer-Möbel schon bei der Planung bekannt sind. Die derzeit so beliebten Boxspringbetten beispielsweise sind bis zu 70 Zentimeter hoch, während man auf Standardbetten in der Regel nur in etwa 40 Zentimeter Höhe liegt. Sowohl Schalter als auch Lichtauslässe sollte man also entsprechend festlegen. Eine smarte Alternative zu Leseleuchten an der Wand sind Deckenauslässe über den Nachttischen. Hier lassen sich dezente Hängeleuchten anbringen, deren Höhe man durch längere oder kürzere Kabel später jederzeit dem Bett anpassen kann.

Idealerweise lässt sich das Leselicht nicht nur am Bett, sondern auch von der Eingangstür aus schalten, sehen Sie hier gegebenenfalls eine Wechselschaltung vor. Ob zusätzlich eine zentrale Deckenleuchte im Schlafzimmer sinnvoll erscheint, ist Geschmackssache, sollte aber vorher feststehen. Alternativ kommen auch Wandstrahler oder Downlights in Betracht, für die selbstverständlich Auslässe vorgesehen werden müssen. Gleiches gilt für Leuchten an einem Schminktisch oder für die Beleuchtung von Schränken.


Last, but not least: Denken Sie über die Installation eines Panik-Schalters am Bett nach. Auch wenn in der Regel vor allem ältere Menschen diese Sicherheitstaste beruhigend finden – sie macht in jedem Alter Sinn, mindestens sollte die dafür nötige Verkabelung rechtzeitig geplant werden. Einmal installiert, schalten Sie damit das Licht in Haus und Garten an, sobald Sie ein verdächtiges Geräusch hören und Einbrecher im Haus vermuten. Auch die Verknüpfung mit der Alarmanlage ist selbstverständlich möglich.


Elektrosmog

Menschen reagieren unterschiedlich sensibel auf elektromagnetische Strahlung. Vor allem Frauen scheinen häufiger „elektrosensibel“ zu sein. SPD und Grüne fordern deswegen im Bundestag geringere Grenzwerte speziell für Schlafräume. Fakt ist: Radios, 
Handys, DECT-Telefone, Fernseher, Router, Computer, Steckdosen, Verlängerungskabel und sogar die unterputzverlegten Stromleitungen erzeugen Strahlung. Je weniger Geräte und Leitungen davon im Schlafzimmer sind, desto vorteilhafter ist dies für einen gesunden Schlaf.


Bauliche Maßnahmen gegen Elektrosmog

In einem Einfamilienhaus sind bis zu 2 Kilometer Elektroleitungen verlegt. Einige Hausbauer setzen speziell abgeschirmte Mantelleitungen im gesamten Gebäude ein, welche die elektromagnetische Strahlung reduzieren. Wer dagegen nachts sein Schlafzimmer komplett vom Strom trennen will, kann dies bequem über den Einbau eines Netzabkopplers realisieren. Er unterbricht die Netzspannung schon im Sicherungskasten, solange kein Strom gebraucht wird. Sobald wieder ein Verbraucher eingeschaltet wird, erkennt der Netzabkoppler dies und schaltet automatisch und ohne Verzögerung wieder die Versorgungsspannung auf die Leitung. Im Alltag bemerkt man die Netzabkopplung nicht.


Intelligente Haussteuerung

Die drei Ausstattungsrichtlinien für die Elektroinstallation hatten wir unseren Lesern ja bereits in den vorausgegangenen Heften vorgestellt. Daneben gibt es drei entsprechende Ausstattungsrichtlinien für die intelligente Haussteuerung (siehe Tabelle). Sie bilden die Grundlage zur komfortablen Vernetzung der Heizungs-, Klimatisierungs- und Lüftungsanlagen sowie Verschattungssysteme. In der Praxis gilt hierbei die einfache Regel: Je komfortabler die automatische Haussteuerung ausfallen soll, umso mehr Sensoren für Licht, Bewegung und Strom im Haushalt werden benötigt und umso mehr Kabel müssen verlegt werden. Um später Kosten zu minimieren, ist es sinnvoll diese zusätzlichen Leitungen schon während der Bauphase zu verlegen. Ob als Bussystem, Datenleitung oder mit dem Stromnetz selbst (Digitalstrom), hängt vom gewünschten Smarthome-System ab. Wichtig ist zu beachten, dass alle Kabel abgeschirmt von den restlichen Stromleitungen, also am besten in extra Leerrohren verlegt werden, damit keine Störspannungen die Übertragungswege negativ beeinflussen. In der Tabelle sind die Empfehlungen für Aktoren, Schalter, Dimmer und Szenarien in Abhängigkeit von der Raumgröße aufgelistet. •••


Frank Siebold

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