Sanieren + kassieren

Ab kommendem Jahr wird für neu zu bauende Häuser die teilweise Nutzung regenerativer Energien für Heizung und Warmwasser Pflicht. Wärmepumpen, Solaranlagen und Holzpelletsheizungen haben den Praxistest bestanden. Die Investitionen zahlen sich aus. Energieexperte Mike Verhoeven (DEKRA) sagt, was technisch Sache ist – und wohin der Hase läuft.

Ab 1. Januar 2009 ist es keine Privatsache mehr, ob ein Bau­herr Wärme aus Sonne, Erde oder Biomasse gewinnen will. Die Energieeinsparverordnung schreibt den teilweisen Einsatz erneuerbarer Energien bei Neu­bau­ten verbindlich vor.


Die Wärmepumpe, mit der auch das Wolf-Haus von Familie Binner in Osterhofen arbeitet, gilt als eines der Heiz­systeme mit Zukunft. Sie kann Erde, Wasser oder Luft Wärme entziehen und ins Haus transportieren. Dabei arbeitet sie nach dem Kühl­schrank-Prinzip. Eine frostsichere Flüs­sigkeit, die bereits bei sehr niedrigen Tem­peraturen verdampft, wird mit einem Elek­tromotor komprimiert, sodass die Temperatur der Flüssigkeit weiter steigt. Über einen Wärme­tauscher geht die Wärme ans Heizwasser.


Die Erdwärmepumpe nahm in einer Analyse von „Öko-Test“ (1/2007) den ersten Platz beim Vergleich konventioneller und alternativer Heizsys­teme ein. Sie bedarf zwar höherer An­fangs­investitio­nen. Dafür ist sie bei den Ge­samtwärmekosten, ge­rech­net auf die übliche Heizungs-Lebens­dauer von 20 Jah­ren, die günstigste – sowohl beim Schads­toff­ausstoß als auch im Ener­giever­brauch. Vorab ist in jedem Fall zu prüfen, ob wasser- und berg­rechtliche Geneh­mi­gun­gen erforderlich sind.


Die Luft kommt als Wärmequelle ebenfalls infrage. Sie bietet sich als wirtschaftliche Alternative bei der Sanierung von Altbauten an, da we­der eine Bohrung für die Erdsonde vorgenommen noch ein entsprechendes Stück Erdreich mit Sonne bestrahlt werden muss. Die Leistung der Wärme­pumpe ist bei dieser Variante jedoch am schlechtesten.


Grundwasser: Auch ihm lässt sich Wärme entziehen. Aus einen Brunnen wird das Wasser nach oben gefördert, ihm in der Wärmepumpe durch Verdichtung Wärme entzogen und über einen sogenannten Schluckbrunnen wieder ins Erdreich ge­pumpt. Das ist die wirtschaftlichste und zu­gleich technisch schwierigste Variante: Da­mit lässt sich die größte Arbeitszahl er­rei­chen – vorausgesetzt, die Grund­was­ser­verhältnisse eignen sich.



Die Son­ne ist ein kostenloses Kraftwerk. Die Technik ist inzwischen so weit entwickelt, dass sich Sonnen­ener­gie relativ günstig ernten lässt. Photovoltaik-Module setzen die auftreffenden Sonnen­strah­len in Strom um. Ohne aufwendige Zwischenspeicherung wird heute der Strom meist direkt ins Netz gespeist. Das hat auch wirtschaftliche Vor­teile für den Betreiber, der 20 Jahre seinen produzierten Strom zu garantiertem Preis ver­gütet be­kommt.


Solarthermie nutzt gleichfalls die kos­ten­lose Sonnenenergie. Sie dient hier nicht zur Erzeugung von Strom, sondern zur Wär­me­gewinnung für Brauch­was­ser und zur Heiz­unterstützung. Für die Solarthermie werden wesentlich zwei Kollektorentypen eingesetzt: Flach- und Vakuumröhrenkollektoren. Letz­tere erzielen höhere Wir­kungs­grade.


Biomasse: Das Heizen mit ihr ist eine weitere Variante, erneuerbare Energiequellen zu nutzen. Im Privathaus kommen vor allem Holz­pellets aus gepresstem Sägemehl infrage. Mit ihnen steht ein C02-neutraler, nach­wachsender Energieträger zur Verfü­gung. Ein Kilo Pellets hat etwa den Heizwert von einem halben Liter Öl. Ein norma­les Ein­fa­milienhaus benötigt pro Jahr circa 4.000 bis 5.000 Kilogramm Pellets. Für die Lagerung ist ein Raum von circa 6 Qua­dratmeter nötig, der von außen befüllt werden kann. Nachteil von Pellets­heizungen sind die hohen An­schaf­fungs­kosten und steigende Preise für Pellets. Sie liegen jedoch unter denen von Öl oder Gas.


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