Energiewende zum Selbermachen: Hausgemacht!
„Plusenergie“-Häuser sind die gebaute Energiewende. Endlich! Hausgemacht im besten Sinn des Wortes: Moderne...

Ab 1. Januar 2009 ist es keine Privatsache mehr, ob ein Bauherr Wärme aus Sonne, Erde oder Biomasse gewinnen will. Die Energieeinsparverordnung schreibt den teilweisen Einsatz erneuerbarer Energien bei Neubauten verbindlich vor.
Die Wärmepumpe, mit der auch das Wolf-Haus von Familie Binner in Osterhofen arbeitet, gilt als eines der Heizsysteme mit Zukunft. Sie kann Erde, Wasser oder Luft Wärme entziehen und ins Haus transportieren. Dabei arbeitet sie nach dem Kühlschrank-Prinzip. Eine frostsichere Flüssigkeit, die bereits bei sehr niedrigen Temperaturen verdampft, wird mit einem Elektromotor komprimiert, sodass die Temperatur der Flüssigkeit weiter steigt. Über einen Wärmetauscher geht die Wärme ans Heizwasser.
Die Erdwärmepumpe nahm in einer Analyse von „Öko-Test“ (1/2007) den ersten Platz beim Vergleich konventioneller und alternativer Heizsysteme ein. Sie bedarf zwar höherer Anfangsinvestitionen. Dafür ist sie bei den Gesamtwärmekosten, gerechnet auf die übliche Heizungs-Lebensdauer von 20 Jahren, die günstigste – sowohl beim Schadstoffausstoß als auch im Energieverbrauch. Vorab ist in jedem Fall zu prüfen, ob wasser- und bergrechtliche Genehmigungen erforderlich sind.
Die Luft kommt als Wärmequelle ebenfalls infrage. Sie bietet sich als wirtschaftliche Alternative bei der Sanierung von Altbauten an, da weder eine Bohrung für die Erdsonde vorgenommen noch ein entsprechendes Stück Erdreich mit Sonne bestrahlt werden muss. Die Leistung der Wärmepumpe ist bei dieser Variante jedoch am schlechtesten.
Grundwasser: Auch ihm lässt sich Wärme entziehen. Aus einen Brunnen wird das Wasser nach oben gefördert, ihm in der Wärmepumpe durch Verdichtung Wärme entzogen und über einen sogenannten Schluckbrunnen wieder ins Erdreich gepumpt. Das ist die wirtschaftlichste und zugleich technisch schwierigste Variante: Damit lässt sich die größte Arbeitszahl erreichen – vorausgesetzt, die Grundwasserverhältnisse eignen sich.
Die Sonne ist ein kostenloses Kraftwerk. Die Technik ist inzwischen so weit entwickelt, dass sich Sonnenenergie relativ günstig ernten lässt. Photovoltaik-Module setzen die auftreffenden Sonnenstrahlen in Strom um. Ohne aufwendige Zwischenspeicherung wird heute der Strom meist direkt ins Netz gespeist. Das hat auch wirtschaftliche Vorteile für den Betreiber, der 20 Jahre seinen produzierten Strom zu garantiertem Preis vergütet bekommt.
Solarthermie nutzt gleichfalls die kostenlose Sonnenenergie. Sie dient hier nicht zur Erzeugung von Strom, sondern zur Wärmegewinnung für Brauchwasser und zur Heizunterstützung. Für die Solarthermie werden wesentlich zwei Kollektorentypen eingesetzt: Flach- und Vakuumröhrenkollektoren. Letztere erzielen höhere Wirkungsgrade.
Biomasse: Das Heizen mit ihr ist eine weitere Variante, erneuerbare Energiequellen zu nutzen. Im Privathaus kommen vor allem Holzpellets aus gepresstem Sägemehl infrage. Mit ihnen steht ein C02-neutraler, nachwachsender Energieträger zur Verfügung. Ein Kilo Pellets hat etwa den Heizwert von einem halben Liter Öl. Ein normales Einfamilienhaus benötigt pro Jahr circa 4.000 bis 5.000 Kilogramm Pellets. Für die Lagerung ist ein Raum von circa 6 Quadratmeter nötig, der von außen befüllt werden kann. Nachteil von Pelletsheizungen sind die hohen Anschaffungskosten und steigende Preise für Pellets. Sie liegen jedoch unter denen von Öl oder Gas.