Ökostrom: Vorsicht vor Mogelpackungen

Ökostrom: Vorsicht vor Mogelpackungen (Foto: Shutterstock)

Etwa drei Millionen deutsche Haushalte beziehen bereits Ökostrom. Das klingt sehr vorbildlich und durchaus fördernd für die Umwelt, dennoch erhalten diese drei Millionen Haushalte erneuerbare Energie meist nur auf dem Papier. Wie so oft gilt es, auf die richtigen Öko-Siegel zu achten.

Denn nicht jeder der grünen Stromtarife ist tatsächlich zu 100 Prozent „öko“, das stellte die Stiftung Warentest erst kürzlich fest. Es wurden 19 Anbieter getestet, von denen lediglich 13 Tarife tatsächlich Umweltnutzen beweisen konnten. Dieser kann nur dann erreicht werden, wenn der gewöhnliche Strom durch den Ökostrom vom Markt verdrängt wird, denn erst so wird die grüne Stromwirtschaft nachhaltig gefördert.


Augen auf bei der Tarifwahl


Viele Ökostromtarife bieten lediglich einen so genannten Strommix an, doch selbst wenn dieser vollständig aus erneuerbaren Energien stammt, gibt es derzeit noch zu wenig Kunden dafür. Denn wenn Anbieter lediglich überschüssigen Strom aus Wasserkraftwerken verkaufen, dann ist das auch nicht unbedingt förderlicher für die Umwelt. Die Energiewende wird nur dann wirklich vorangetrieben, wenn der Versorger aus dem Erlös des verkauften Stroms neue Ökoquellen erschließen kann. Diesen Zubau an ökologischen Energiequellen können bisher vor allem die unabhängigen Anbieter garantieren. Die Zubauwirkung, mit welchem die Versorger neue Wind-, Wasser- und Sonnenkraftwerke entstehen lassen können, ist also der wichtigste Aspekt, auf den man als Verbraucher bei der Tarif- und Anbieterwahl achten sollte.


Tchibo beispielsweise geht mit gutem Beispiel voran und garantiert zu 100 Prozent erneuerbare Energie in Strom und Gas, konkret heißt das Ökostrom aus 100 Prozent Wasserkraft sowie 100 Prozent CO2-neutrales Gas.


Auf Ökosiegel achten


Orientieren können sich Verbraucher an Ökostrom-Zertifikaten, welche tatsächlich nur an jene Anbieter vergeben werden, die in der Lage sind, neue Ökostromquellen zu schaffen. Allerdings gibt es inzwischen eine große Auswahl an solchen Gütesiegeln, so dass es als Verbraucher schwer fällt, diese richtig zuzuordnen. Verbraucherschützer fordern daher ein einheitliches Gütesiegel für Ökostromanbieter, ähnlich dem bereits existierenden für Lebensmittel. Denn die meisten der etwa 2000 Ökostrom-Angebote hierzulande leisten nicht ausreichend Beitrag zum Ausbau der neuen Energiequellen. Allerdings sind Öko-Anbieter mit Gütesiegel, egal welchem, im Schnitt um Einiges günstiger als diverse Standarttarife, so dass der Verbraucher hier trotzdem im Vorteil ist.


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