Tagesgeld als Anlagemöglichkeit – Was gilt es zu beachten?
In wirtschaftlich turbulenten Zeiten wie diesen rücken für viele Anleger flexible Möglichkeiten in den Focus. Dazu...

Und zu guter Letzt die staatliche Förderung: Auch hier existieren genug Angebote für Riester. Bei der Arbeitnehmer-Sparzulage wird die (Anbieter)Luft schon dünner. Und Wohnungsbauprämie gibt es nur beim Bausparen.
Alles in einem Produkt vereint findet man aber nur beim Bausparen. Das ist quasi eine eierlegende Wollmilchsau, um diesen Begriff einmal zu strapazieren.
Vor allem seit Herbst 2008 erkennen das auch immer mehr "Bauspar-Hasser" erkannt. Denn die Sicherheit eines Sparproduktes, und die Zuverlässigkeit eines ganzen Systems spricht in unruhigen Finanzkrisezeiten für sich.
Acht gute Gründe für Bausparen
1. Bausparen ist sicher. Die Guthabenzinsen sowie die Darlehenszinsen sind von vornherein bekannt, und können nicht einfach während der Vertragslaufzeit von der Bausparkasse geändert werden (im Unterschied beispielsweise zum variablen Guthabenzins beim Tagesgeld).
2. Noch einmal Sicherheit: Bausparkassen dürfen die Kundengelder nicht in hochspekulativen Wertanlagen anlegen. Das Bausparkassengesetz ist eines der restriktivsten, im Vergleich zu Banken oder Sparkassen ist viel mehr verboten oder reguliert.
3. Bausparen ist flexibel. Wenn man nur ansparen möchte, dann kann man sich nach Zuteilung das Guthaben plus Zinsen auszahlen lassen, ohne Zweckbindung. Das heißt, damit kann auch eine Reise bezahlt werden; es muss nicht wohnwirtschaftlich verwendet werden. Braucht man aber doch ein Darlehen, dann hat man mit einem Bausparvertrag schon den Grundstein dazu. Einziger "Nachteil": Das Darlehen muss auf jeden Fall wohnwirtschaftlich verwendet werden: Renovierung, Modernisierung, Kauf/Bau Immobilie, oder eines fest mit der Immobilie verbundenen Gegenstandes. Also Einbauküche ja, neue Möbel nein.
4. Es gibt Geld vom Staat, innerhalb bestimmter Einkommensgrenzen. Bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis zu 25.600 Euro erhält man 8,8 Prozent Wohnungsbauprämie (WOP), bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 17.900 Euro und Anlage der vermögenswirksamen Leistungen gibt es 9 Prozent Arbeitnehmersparzulage. Zusätzlich, obendrauf zu den Sparleistungen. Seit 1.1.2009 gilt für neu abgeschlossene Bausparverträge, dass es nur dann WOP gibt, wenn der Bausparvertrag (egal ob nur Guthaben oder das Bauspardarlehen) wohnwirtschaftlich verwendet wird.
5. Mit Bausparen kann man auch riestern. Die Zulage für jeden rentenversicherungspflichtigen Erwachsenen beträgt 154 Euro pro Jahr, für jedes Kind 185 Euro und für Kinder, ab Geburtsjahr 2008, sogar 300 Euro jährlich. Um die vollen Beträge zu erhalten, müssen - zusammen mit den staatlichen Zulagen - 4 Prozent des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens eingezahlt werden, der geförderte Höchstbetrag liegt bei 2.100 Euro.
6. Die Konditionen, vorausgesetzt man wählt das jeweils beste Produkt, sind mindestens genauso gut wie vergleichbare Bankprodukte.
Tipp: So kann man sich heute niedrige Baudarlehenszinsen sichern, die man in circa 7 Jahren, bei Zuteilung, abrufen kann. Wenn die Marktzinsen für Baufinanzierungen bis dahin gestiegen sind, liegt man besser. Und wenn die Marktzinsen niedriger liegen - niemand zwingt den Kunden, das Bauspardarlehen abzurufen! Dann spart man entweder weiter (wenn der Guthabenzins rentabel ist), oder lässt sich einfach nur das Guthaben plus Zinsen auszahlen.
7. Für Jugendliche gibt es einen Extra-Bonus: sie erhalten Wohnungsbauprämie ab 16 Jahren (und zu diesem Lebensabschnitt ist das zu versteuernde Jahreseinkommen meist weit unter der Grenze). Und bis 25 Jahre muss auch das Guthaben nicht wohnwirtschaftlich verwendet werden, um die Wohnungsbauprämie zu erhalten.
Damit ist der Bausparvertrag auch als Geschenk von Patentante oder Opa sehr lukrativ.
8. Das Bauspardarlehen ist flexibler als jedes andere Bau-Darlehen. Man kann jederzeit Sonderzahlungen leisten, oder es ganz vorzeitig zurückzahlen ... ohne Gebühren. Soweit die Gründe für Bausparen. Dass das Bauspar-System "alle für einen, einer für alle" (die drei Musketiere mögen uns das Ausleihen ihres Mottos verzeihen!) nicht nur für Bauspar-Kunden greift, zeigt nicht zuletzt der Fall der Mitte 2009 im Zuge der Arcandor-Insolvenz ebenfalls in Schwierigkeiten geratenen Quelle Bausparkasse. Alle anderen privaten Bausparkassen sprangen zur Hilfe herbei, und übernahmen dieses Institut. Damit waren die Verträge aller Kunden gesichert. Denn letztendlich hätte eine zu befürchtende Insolvenz, oder auch nur Gerüchte um eine Schieflage, der gesamten deutschen Bausparlandschaft geschadet.
Die besten Angebote für Sparer
Die besten Angebote für Renditesparer (also Personen, die vorrangig den Bausparvertrag als Sparvertrag nutzen) haben laut FINANZtest: Deutsche Bank Bausparkasse, Alte Leipziger und Debeka Bausparkasse.
Mit staatlicher Förderung beträgt die Rendite p.a. runde 5 Prozent, ohne immer noch gute 3 Prozent p.a. Das erreichen andere, sichere Sparpläne derzeit nicht. Bei Banksparplänen liegt der Durchschnittszins Anfang 2010 bei knapp 2 Prozent.
Tipp für bestehende Bausparverträge
Für bestehende Bausparverträge gilt weiterhin "altes Wohnungsbauprämien-Recht". Das heißt, man erhält auch dann (vorausgesetzt die anderen Kriterien sind alle erfüllt) WOP, wenn keine wohnwirtschaftliche Verwendung des Guthabens vorliegt.
Und besonders glücklich sind diejenigen, die noch einen alten, hochverzinslichen Bausparvertrag besitzen. Hier gab es früher Guthabenzinsen um die 5 Prozent p.a. Rechtlich gesehen muss der Kunde die Zuteilung nicht annehmen, sondern kann sparen, bis die vertraglich vereinbarte Bausparsumme erreicht ist. Diese Sparverträge sind bei heutigen Zinsniveau (durchschnittlich rund 1,50 Prozent p.a. für Tages- oder Festgeld) unschlagbar. Hier heißt es aufgepasst, wenn die Bausparkasse einen Tarifwechsel anbietet – der Bausparkunde sollte genau prüfen, ob er nicht durch den Wechsel seinen rentablen "Altvertrag" verliert.
Die besten Angebote für Darlehensnehmer
Die besten Angebote für Darlehensnehmer, also mit möglichst niedrigem Bauspardarlehenszins, sind Allianz Dresdner, Wüstenrot und BHW.
Liegt das Interesse neben niedrigen Darlehenszinsen auf einer möglichst schnellen Zuteilung, sind die besten Angebote (nach einer Untersuchung der Finanzberatung Max Herbst, FMH, 5/2009): Schwäbisch Hall, Badenia und Debeka Bausparkasse, wenn man neben regelmäßiger Besparung auch Einmaleinzahlungen leisten möchte.
Die besten Riester-Bausparverträge
Nicht jede Bausparkasse bietet auch Riester-Bausparverträge an. Unter den bisherigen Angeboten liegen die Riester-Bausparvertrag von BHW FörderMaXX, und Schwäbisch Hall, Fuchs Wohnrente, von den Konditionen her gut. Die LBS hat bereits mehrere 100.000 Riester-Bausparverträge verkauft, kritisiert dabei aber, dass diese sehr gute Förderung doch in weiten Kreisen der Bevölkerung unterschätzt würde. So setzen rund 70 Prozent der Deutschen der Fördervorteil weit zu niedrig an.
Experten haben errechnet, dass die gesamte Riesterförderung auf Wohn-Riester über 25 Jahre einen Fördervorteil von rund 51.500 Euro netto erbrächte (also bereits unter Berücksichtigung der nachgelagerten Besteuerung), für ein Arbeitnehmer-Ehepaar mit einem kleinen Kind und einem Jahreseinkommen von 70.000 Euro. Das macht bei dem Durchschnittskaufpreis einer Immobilie in Deutschland von rund 170.000 Euro (über alle Bundesländer hinweg) doch mehr als ein Viertel aus, das man einfach "geschenkt" erhält.
Anette Rehm, Geld-Magazin.de